06/04/2026
----Osterpredigt-----
Liebe Gemeinde
Wir sollten wieder lernen.
Wir sollten wieder lernen, was uns in den letzten Jahren scheinbar abhanden gekommen ist.
Wir sollten wieder lernen, AN etwas zu denken. Außer uns selbst.
Im Jahre 2026 befindet sich die Menschheit meiner Meinung nach wieder auf dem Weg dorthin zurück, wo sie einstmals hergekommen war - Dem Affenbaum.
Wissen wir es nicht mehr besser?
Sind die Zeiten, in denen wir auf dem Baum saßen und dem lautesten, wildesten folgten, weil dieser von oben mit seinen Fäkalien auf vermeintliche Bedrohungen warf und damit suggerierte, uns schützen zu können?
Man schützt nicht, indem man um sich wirft. Man führt nicht, indem man um sich wirft.
Und doch sind diese Brüllaffen am Ruder, wie schon vor 2 Millionen Jahren. Und werfen wieder mit Dreck in Ermangelung einer anderen Lösung. Sie haben keine.
Welche Lösungen haben Populisten und Demagogen? Ihre einzige Lösung ist Selbsterhalt. Selbsterhalt, indem der Finger auf andere gezeigt wird. Dadurch rechtfertigen sie, was selten rechtzufertigen, oft nicht einmal zu erklären ist.
Stichwort Iran-Krieg - Hier haben wir ein wirres Regime, das die eigene Verblendung als Waffe einsetzt, mit einem irren Führer, der sich selbst für ein Sprachrohr Gottes hält, das eigene Volk verleugnet und im Zweifelsfall verprügeln lässt und sich in eben diesem einem Mix aus Verblendung, Selbstüberhöhung und dem steten Finger auf die anderen an seine Macht klammert. Und auf der anderen Seite die Mullahs, die ebenso auf den Abfallhaufen der Weltgeschichte gehören.
Während die andere angebliche Weltmacht der Zeit seit dem letzten großen Knall ebenfalls noch immer ungerechtfertigt Krieg gegen das Nachbarland führt. Aber daran hat man sich leider bereits gewöhnt. Es ist abstumpfend in dieser Zeit zu leben. Es ist abstumpfend.
Es mag ja sein, dass es eine Zeit gab, in der die Dinge besser standen. Eine Zeit, in der es eine Chance gab, einen Schritt zu machen. Vielleicht. Realistisch betrachtet hat der Mensch nie gelernt, sondern sich immer nur treiben lassen. Vom eigenen Wissensdurst, vom eigenen Entwicklungsdrang auf der einen, vom eigenen Machtdenken und der eigenen Zerstörungswut auf der anderen Seite. Die Menschheitsgeschichte ist ein steter Wechsel zwischen Extremen. Und aktuell fährt der Zug wieder einmal auf dem Gleis in Richtung Wand.
Denn wir denken nicht.
Wir denken nicht an Morgen, wir denken nicht an Heute. Wir denken nicht an. Wir denken höchstens gegen.
In Deutschland und überall auf der Welt ziehen Kampagnen, die sich GEGEN Menschen richten. Nicht AN Menschen. Kampagnen, in denen es ums Wegnehmen und nicht ums Geben geht. Eine AfD zum Beispiel (aber es gibt genug andere) gibt es aus keinem anderen Grund. Diese Partei hat kein anderes Konzept als dieses "Gegen". Es ist auch nichts anderes vorgesehen. Weil es funktioniert. Weil es diese Leute an ihr Ziel bringt. Und dieses Ziel ist einfach: Auf dem Baum sitzen, mit K***e werfen, sich selbst als der Stärkste fühlen und dafür anerkannt und gelobt werden. Ganz wie damals vor der Eiszeit. Der Mechanismus ist der Gleiche. Mehr braucht es ja nicht. Erst recht keine Vision, keinen Fortschritt und keinen Lerneffekt. Für Niemanden. Es ist eine Spirale, die die Menschheit dazu bringt, sich permanent zwischen diesen Extremen zu bewegen.
Wir sollten raus aus der Spirale. Wir fahren uns an die Wand, wenn wir nicht irgendwann lernen, uns an, statt gegen etwas zu richten.
Wir sollten wieder lernen.
Sonst werden die Zeiten noch düsterer, als sie sind und sich jetzt schon ankündigen.
Greetz,
JayCe