04/09/2026
Ringelnatz und die Menschen seiner Zeit - Oskar Schlemmer
Am 4. September 1888 wurde in Stuttgart Oskar Schlemmer geboren. Schlemmer war Maler, Bildhauer, Bühnenkünstler und einer der prägenden Köpfe des Bauhauses. Von 1921 bis 1929 lehrte er in Weimar und Dessau und entwickelte dort seine Idee des Menschen als Teil eines geometrisch geordneten Raums.
Sein bekanntestes Werk ist das „Triadische Ballett“, das 1922 uraufgeführt wurde und mit seinen abstrakten Kostümen und Formen bis heute als Meilenstein der Avantgarde gilt. Schlemmer verband Malerei, Tanz, Architektur und Theater zu einer völlig neuen Kunstform. Auch sein Gemälde „Bauhaustreppe“ von 1932 zählt zu den Ikonen der Moderne und befindet sich heute im Museum of Modern Art (MoMA), New York. Zeitgleich mit Ringelnatz war er in den späten 1920er Jahren auf wegweisenden, großen Kunstausstellungen der Moderne (wie 1929 in der Kasseler Orangerie) vertreten.
Die Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 läutete Schlemmers letztes Lebensjahrzehnt ein; für ihn eine Zeitspanne geistig-existentieller Verdüsterung. Zum gesellschaftlichen Unglück trat das private: Bereits im Januar 1933 starb sein bester Freund und geistiger Partner Otto Meyer-Amden. Seine Werke wurden wie die von Ringelnatz im Nationalsozialismus gleichermaßen als „entartet“ diffamiert oder verboten. Nach und nach wurde Schlemmer aus der öffentlichen Kunstszene ausgeschaltet. Bekannte vermittelten Schlemmer einen relativ sicheren Ort in Baden nahe der Schweizer Grenze. Er ließ sich mit seiner Familie nieder und entzog sich damit weiteren Auseinandersetzungen im nationalsozialistischen ‚Kunstbetrieb‘.
Die fremdbestimmte Lebenszeit durch Auftragsarbeiten sowie die fehlende Möglichkeit, eigenes Kunstschaffen vorantreiben zu können, lösten bei ihm in jener Zeit seelische und körperliche Erschütterungen aus, die in einen chronischen Schwächezustand mündeten. Er starb am 13. April 1943 in Baden-Baden.
Quelle: Wikipedia | Foto: Hugo Erfurth, gemeinfrei