24/05/2026
"Sie waren so lebendig": Autorin Anja Kampmann bezog sich damit auf Stimmen aus dem "Archiv der Erinnerung", einem Oral History Archiv in Hamburg, in dem sie über Aufnahmen tagelang Überlebenden des Nationalsozialismus zuhörte: "Da habe ich begriffen, dass ich für die Erzählstimme Mut brauche, um diese Lebendigkeit spürbar zu machen". Faszinierend vermittelten uns bei unserem Literatur auf der Insel-Abend am 15 Mai dies ihre eindringlichen Lesungen aus "Die Wut ist ein heller Stern". Auch im Gespräch erlebten wir bewegende Eindrücke zu den literarischen Annäherungen an die weibliche Protagonistin Hedda und andere Figuren, wie sehr Stimmen, Schicksale und Momente von Menschlichkeit bis heute viel zu oft ungehört bleiben. All sie können – insbesondere inmitten poetischer Freiräume – für Lesende und Zuhörende aus einem Flüstern ein konstruktive Wut erschaffen, die uns ganz aktuell Wege weisen kann: "Aber dann bäumt sich etwas in mir auf, groß, größer als (sein) dunkles Rauschen, eine Wut, die stark und hell ist. Schsch. Nicht wie ihre Wut. Etwas, das aus der Liebe kommt." (UA)
Mit besonderem Dank an die Autorin Anja Kampmann, die Wuppertaler Literatur Biennale, Hanser Literaturverlage, den Glücksbuchladen und an Ralf Silberkuhl für diese Fotos.