21/10/2024
Hall.o!
Open Call 1:
Das Günter Grass-Haus in Lübeck plant für den Sommer eine Else Lasker-Schüler- Ausstellung unter dem Titel „Else, Prinz von Theben“.
Für die Ausstellungsvorbereitung wendet sich Dr. Paula Vosse i an Studierende oder Absolventinnen des Kostümdesigns sowie aller angrenzenden Gebiete wie Fashion Design, Textil- und Mode, Interdisziplinäre Produktentwicklung, Hutdesign, Bühnen- und Kostümbild gewandt: Gesucht werden zwei Kostümentwürfe: »Else damals« und »Else heute«.
Die ausgewählten Entwürfe werden für die komplette Laufzeit der Ausstellung gezeigt. Die Dichterin sei bei Lesungen in ihrer Performance-Persona »Jussuf der Prinz von Theben« aufgetreten, erklärt Kuratorin Vosse. Und: „Hierfür trug sie extravagante Outfits, klingelnde Ringe, Ketten und auffällige Hüte. Indem sich Else den Hut des Prinzen von Theben aufsetzte, wurde sie zu einer Vorläuferin der Dragkings in der sie umgebenden männlich dominierten Öffentlichkeit. Hiermit stellte sie auch ihre gesellschaftlich vorgegebene Rolle als Frau in Frage, wodurch sie noch mehr als unsittlicher Paradiesvogel hervorstach. Auch wenn man sich Else Lasker-Schüler über ihre Beziehungen zu berühmten Männern der Moderne annähern könnte, möchte die kommende Ausstellung gezielt das Phänomen ihrer vielschichtigen Hybridität in den Fokus nehmen.
Open Call II
richtet sich an Studierende und Absolventinnen des Films und seiner angrenzenden Gebiete (Regie, Animation, Kameramann/-frau), um die »morgenländische Komödie« „Plumm Pascha“ von Else Lasker-Schüler über 110 Jahre nach ihrer Erscheinung zu verfilmen. Dabei sollen der Kreativität der Einreichungen keine Grenzen gesetzt werden. Es kann der ganze Text oder nur einen Ausschnitt verfilmt werden. Die ausgewählten Verfilmungen werden prämiert und über die Laufzeit der Ausstellung im Museum gezeigt.
Else Lasker-Schülers »morgenländische Komödie« »Plumm Pascha« wurde 1913 in Kurt Pinthus Kinobuch veröffentlicht. Darin sammelte die literarische Avantgarde Texte, die potentiell als Drehbuch für ein »kinomatographsiches Spiel« dienen sollten.
Der »Plumm Pascha« -Text entfaltet sich in märchenhafte und fantastische Elemente. Einige der Abschnitte übersteigen hierdurch die damaligen Optionen einer filmischen Umsetzung. Auch wenn der expressionistische Film im frühen 20. Jahrhundert zum Markenzeichen der deutschen Filmindustrie wurde, steht der Text »Plumm Pascha« noch vor dieser Entwicklung. »Das Cabinet des Dr. Caligari« von Robert Wiene erschien 1920 und »Metropolis« von Fritz Lang erst 1927. In diesen Klassikern der deutschen Filmgeschichte wird durch die Experimente mit den zeitgenössischen Möglichkeiten Filmgeschichte geschrieben. Dieser Open Call möchte zu einer Auseinandersetzung mit Else Lasker-Schülers »Plumm Pascha« aufrufen und dazu ermutigen ihn in die Gegenwart zu transportieren.
Um sich an dieser Ausschreibung teilzunehmen, schicken Sie Ihr Script, einen Lebenslauf, ein Motivationsschreiben (in einer PDF-Datei: Plumm_Nachname.pdf) und einen max. 5-minütigen Film (in einer PDF-Datei: Plumm_Nachname.pdf) bis zum 30.10.24 an Dr. Paula Vosse ([email protected]).
Die ELS-Zeichnung "Schlöme" müsste doch Kostüm-Designer anregen, ebenso wie die Zeichnung "Scheich mit Freund Mschattre" Vorbild sein könnte für Filmemacher zu "Plumm Pascha".