Historisches Reiten

Historisches Reiten Die Freie Reichsstadt Rothenburg stand zu dieser Zeit auf der Seite der protestantischen Union. Nach drei Tagen Kampf fällt die Stadt in Tillys Hand.

Im Jahr 1631, der dreißigjährige Krieg tobte bereits 13 Jahre, stand Graf Johann Tserclaes von Tilly mit seiner Armee von 60.000 Mann vor Rothenburg ob der Tauber. In seiner Armee, kämpften neben den regulären Reitereinheiten auch die Kroaten zu Pferd. In der Schlachtordnung befanden sie sich meistens an den äußersten Flügeln. In Vorpostenkriegen sollen Sie Wunder an Tapferkeit vollbracht haben.

Wenn es darum ging, Beute zu machen, war die wilde Reiterschar immer ganz vorn dabei. Sie folgten den Kaiserlichen und hinterließen Verwüstung und Angst auf feindlichem Gebiet. Auf ihrer Fahne prangte ein Wolf und der Wahlspruch: Ich dürste nach Beute. Es waren verwegene Gesellen, denen man nicht über den Weg trauen durfte. Tilly unterwarf Rothenburg mit seinen Mannen, um Kriegsgericht über den Rat und die Stadt zu halten. Der Bürgermeister und der Rat wurden zum Tode verurteilt, die Brandschatzung und Vernichtung Rothenburgs stand bevor. In seiner Not bot der Rat dem Feldherrn einen Willkommenstrunk in einem prachtvollen Humpen. Der Wein stimmte Tilly milde und er sprach: „Wenn einer von Euch den Mut und die Kraft besitzt zu leeren den Pokal in einem Zug, dann will ich Gnade üben, Schuld vergessen.“
Einer wagte den Versuch und es gelang. Altbürgermeister Nusch trank 13 Viertel Frankenwein in einem Zug aus dem Humpen und rettete so die Stadt. Das Rothenburger Festspiel erzählt die Geschichte der Stadtbefreiung auch heute in seinen Aufführungen. Ein großes Historien-Spektakel kann man an den Pfingstfeiertagen erleben. Der Heereszug mit Tilly und seiner Armee, den Räten der Stadt und ihren Einwohnern ist ein ganz besonderes Ereignis. Der große Wagenpark und die vielen, orginalgetreuen Kostüme und Waffen der damaligen Zeit faszinieren Alt und Jung. Die kunstvolle Reiterakrobatik und das „beängstigende“ Erscheinungsbild macht die Kroaten zu Pferd zu einer besonderen Attraktion im Festzug. Außergewöhnlich auch die auffallend getupften Pferde aus dem Knabstrupper-Gestüt von Josef Baumann.

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