26/01/2026
Heute in den Weinheimer Nachtichten
Urkomisch: Wie Weinheim bei den Pantoffelhelden eine römische Belagerung übersteht
Mit viel Musik, Wortwitz und Lokalkolorit verwandelten die Pantoffelhelden Weinheim in ein gallisches Dorf – und lieferten bei der Premierensitzung ein Fastnachtsspektakel voller Pointen.
Das zündende Singspiel wird diesmal zu einem herausragend inszenierten Theaterspektakel im Stil des bekannten Comics.
Das zündende Singspiel wird diesmal zu einem herausragend inszenierten Theaterspektakel im Stil des bekannten Comics.
Weinheim. Diese Wahl hat Weinheims Oberhaupt schon mal gewonnen. Erst muss sich Häuptling Majustix während der Belagerung durch die Römer im Jahr 0815 darüber ärgern, dass sein Adlatus Andreas Buskus aus Kostengründen die Schildträger einkassiert hat. Doch kaum hat der Schildbürgermeister „Kein Schwein trägt mich rum“ gesungen, wird er von den pfiffigen Römern zum Justus Cäsar gekrönt, und die Pantoffelhelden singen schließlich in ihrer Show: „Das alles und noch viel mehr würd’ er machen, wenn er endlich Landrat wär."
Singspiel als Theaterspektakel
Das zündende Singspiel wird diesmal zu einem herausragend inszenierten Theaterspektakel im Stil des bekannten Comics. Auch das Bühnenbild von Inge Eisenhauer mit Weinheim als kleinem gallischen Dorf trägt dazu bei. Jens Müller stellt als Ourewellix Filmschauspieler und Obelix-Darsteller Gérard Depardieu fast in den Schatten. Zusammen mit Daniela Wolf als Asterix ist er mit einem Ourewäller Ebbel-Gespann (OEG) aus Schimmeldewog gekommen, um die Woinemer bei der Belagerung zu unterstützen.
Die Römer haben in Weinheim keine Chance.
Als Kerwepaar können beide beim Fest der Feste im Ort noch aushelfen, aber den Notstand bei der Kerwebeleuchtung muss das Publikum im ausverkauften Saal mit Handytaschenlampen schon selbst beheben und dabei das Lied „Sternenhimmel“ singen. Majustix kann sich schließlich durch das Angebot der Römer weitaus größeren Aufgaben widmen. „Wer später kommt, kann früher gehen“, kommentieren die Belagerten, die schließlich zu neuer Freiheit kommen, weil die Römer am Ende vor die Tore von Verne weiterziehen.
Frauen im Elferrat
Zwei zündende Trio-Auftritte, zwei fetzige Tanzdarbietungen, der gewohnt messerscharf politisch analysierende Deutsche Michel (Christian Bähr), die rockende „Bagage“-Band und schließlich Matthias Roth als Meister des gespielten Witzes flankieren bei der Premierensitzung des Clubs der Pantoffelhelden (CdP) am Freitagabend im Saal von St. Marien die vom gesamten Team gestaltete Show. Der inzwischen gemischte Elferrat, in dem Evelyn Steidl, Franzi Schäfer und Margot Bogs die Frauenquote sprunghaft anheben, zeigt sich bei Umbaupausen zwischen den Nummern bestens eingespielt, und Saalmusiker Florian Koch hält das Publikum stets in Bewegung.
Mit einer Mischung aus Schauspiel und Gesang trieben Simone Schneider, Sven Natter (Mitte) und Dr. Torsten Fetzner das Stimmungsbarometer bei der Premiere des Clubs der Pantoffelhelden nach oben.
An verschiedenen Stellen zeigt sich bereits die nächste Generation blutjunger Fastnachter der Pantoffelhelden. Unter den 20 bunt gekleideten Guggemusikern, die unter Leitung von Harald Bruggner und Jürgen Wedekind „Sweet Caroline“ und andere Hits servieren, sind ebenso kleine Debütanten wie beim Tanz der Pantoffel-Gugge, die unter Leitung von Simone Schneider und Christiane Camille mit faszinierend leuchtenden Schmetterlingsflügeln überraschen.