KulTurm Öflingen

KulTurm Öflingen Doch der Reihe nach! Ganze 78 Leute kamen, darunter Pfarrer Wassenmüller aus Wehr. Und dann? Die Sache war ernst. Ein Schnäppchen, möchte man meinen. Am 1.

Willkommen im KulTurm – wo früher „Amen“ gesagt wurde, rufen wir heute „Bühne frei!“ Dies ist die absolut inoffizielle, wunderbar undergroundmäßige Facebook-Seite für den KulTurm, einen Ort, der Geschichte, Charme und unvergessliche Events vereint. Die Geschichte der evangelischen Christukirche Öflingen liest sich wie ein spannendes Drehbuch, in dem sich alles um ein kleines Gotteshaus dreht, das

am Ende ganz groß rauskommt – als Kulturveranstaltungsort der Stadt Wehr. Alles begann, wie so oft, mit einem Gedanken, der lauter wurde: „Brauchen wir nicht eine eigene Kirche?“ Damals, im kalten November des Jahres 1951, zählte die evangelische Gemeinde 409 Seelen – genug, um in der „Krone“ darüber zu diskutieren. Gründeten sie im Dezember 1951 die „Evangelische Kirchbau-Vereinigung Öflingen e.V.“. Mit Sammelaktionen wurde Geld zusammengekratzt – sei es durch monatliche Spenden, Basare oder eine Ortssammlung, bei der die gesamte Öflinger Bevölkerung ins Portemonnaie griff. 1686 DM kamen zusammen, und die Gemeinde legte sogar 300 DM obendrauf. Im November 1952 begann das Tauziehen um ein Grundstück, das schließlich für den Preis von 3,50 DM pro Quadratmeter erstanden wurde. Nun galt es, die nötige Bausumme aufzutreiben: Im November 1952 fand der 1. Basar in der „Krone“ statt, der zu einer jahrelangen Institution von Öflingen - später in der Schulsporthalle – werden sollte. Es wurde gebacken, gebastelt, gestrickt und gesammelt. Und es fand eine Bausteinaktion mit einem Foto des Modells der Kirche für je 1 DM mit einem Erlös von 1.500 DM statt. Juli 1956 wurde dann endlich der Grundstein gelegt – mit Grüßen vom Landesbischof, überbracht von Prälat Dr. Bornhäuser. Und knapp ein Jahr später, am 3. November 1957, war es soweit: Die Christuskirche wurde eingeweiht. Ein wahres Raumwunder: Platz für 144 Besucher, durch Faltwände erweiterbar, Empore mit Orgel mit Platz für 63 weitere Gäste und unten drunter ein Gemeindesaal für 200 Personen. Fast zu schön, um wahr zu sein. Doch damit war die Geschichte nicht zu Ende. In den folgenden Jahrzehnten brummte das Gemeindeleben. Basare, Kunstausstellungen, Kinderchöre, ein Diakonieverein und später das „Haus der Diakonie“ prägten den Alltag. Frauen strickten für den Basar, Jugendliche sammelten Altpapier für den Glockenfond, und Pfarrdiakon Paul Gräb wurde – trotz abgelehntem Antrag zum Pfarrer – zur prägenden Figur der Gemeinde. Die Kirche selbst erhielt 1959 vier Glocken, die bis heute im G-, B-, C- und Es-Ton schwingen und eine wunderbare Orgel, die heutzutage zum besonderen Abmiete des Konzerthauses beiträgt. Außerdem wurde die Christuskirche zur Tauf- und Konfirmationskirche der weltberühmten Geigerin Anne-Sophie Mutter. Doch wie in jeder guten Geschichte gab es eine unerwartete Wendung: Die Gemeinde wurde kleiner, und die Kirche fand eine neue Berufung. 2023 schließlich wurde das Gebäude entwidmet, verkauft und vom Kulturamtsleiter Frank Wölfl und der Stadt Wehr umfunktioniert. Von der Kanzel erklingt heute seltener ein „Amen“ aber dafür im Kirchenraum viel öfter Applaus. Die einstige Christuskirche ist jetzt eine Bühne für Kultur und Kreativität – der „KulturTurm“ und somit ein Ort, an dem sich Geschichte und Gegenwart die Hand geben. Und wer weiß? Vielleicht klingt das Echo des ersten Gottesdienstes immer noch in den Wänden nach.

05/06/2026
Heute findet unser Abschlusskonzert im KulTurm Öflingen statt.
23/05/2026

Heute findet unser Abschlusskonzert im KulTurm Öflingen statt.

Adresse

Holbeinstraße 16
Wehr
79664

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