FORUM Bomlitz e.V.

FORUM Bomlitz e.V. FORUM Bomlitz e.V. Der Kulturverein in der Region Bomlitz Mehr über Veranstaltungen und Aktivitäten finden Sie auf der Website www.forum-bomlitz.de.

Das FORUM ist Veranstalter von Vorträgen, Konzerten, Ausstellungen, Führungen, Wanderungen und kleinen Volksfesten rund um Bomlitz in der Stadt Walsrode und kümmert sich außerdem um die öffentlichen Bücherschränke in Benefeld und Bomlitz. Zu seinen Aufgaben zählt der Verein auch, die EIBIA, die Cordinger Mühle und die Benefelder Zeit von Arno Schmidt als kulturelle Besonderheiten der Region für di

e Öffentlichkeit aufzubereiten und ihr vorzustellen. Die verschiedenen Gruppen im FORUM erarbeiten vier Veranstaltungsprogramme im Jahr mit insgesamt rund siebzig Angeboten. Wir freuen uns immer über Mitstreiterinnen und Mitstreiter, Ideengeber und Interessierte! Als Mitglied kann man die FORUM-Arbeit zusätzlich mit einem Familienjahresbeitrag von 12 EUR unterstützen.

EIN LIEBEVOLLES UND KREATIVES PAARWenn sie getrennt waren, schrieben sich die Walsroder Malerin Hermine Overbeck-Rohte u...
16/05/2026

EIN LIEBEVOLLES UND KREATIVES PAAR

Wenn sie getrennt waren, schrieben sich die Walsroder Malerin Hermine Overbeck-Rohte und ihr späterer Mann Fritz Overbeck fast täglich Briefe, nicht selten mehrmals am Tag. Die unterhaltsamen und humorvollen Texte geben Einblicke in das Leben eines Künstlerehepaars zu Beginn des 20. Jahrhunderts: mit Gesprächen über Kunst, Alltägliches und ihre liebevolle Beziehung zueinander. Helle Rothe und Martin Mader aus Bremen lasen beim FORUM aus dem Briefwechsel der beiden, die auch für eine Zeit zur Künstlerkommune in Worpswede gehörten.

Die Briefe sind vom Overbeck-Museum als 700-seitiges Buch herausgegeben worden. Rothe und Mader haben daraus Szenen einer lebenslangen Liebesgeschichte ausgewählt, die ein Spiegel der Entwicklung ihrer Beziehung sind: von "Geehrtes Fräulein Rohte" über "Meine liebe Hermine" zu "Mein lieber, lieber Schatz". Und während Frauen sich zu dieser Zeit in künstlerischen Diskussionen nicht zu Wort melden durften, fand das Ehepaar Overbeck in den Briefen einen Weg: Hermine schrieb ihrem Mann ihre Kritik an seinen Werken unter dem Pseudonym "Hermann". Und Fritz Overbeck nahm ihre Meinung ernst und tauschte sich mit seiner Frau fachlich aus - indem er "Hermann" antwortete.

Helle Rothe und Martin Mader präsentierten den Briefdialog der beiden, und die Gäste konnten die Walsroder Künstlerin und ihren Mann für einen Abend lebendig kennenlernen. "Es fühlte sich an, als hätten wir Hermine und Fritz bei einem Gespräch am Kaffeetisch zuhören dürfen", freute sich Torsten Kleiber vom FORUM. "Sie waren nicht nur kreative Künstlerkollegen, sondern vor allem auch ein bemerkenswert liebevolles Paar." Die Tragik ihrer Geschichte trifft daher umso mehr.

MICHAEL LEBID ZEIGT "SCHÖN(E) FÄRBEREI"Michael Lebid aus Bomlitz hat sich bereits als junger Erwachsener für die Technik...
16/05/2026

MICHAEL LEBID ZEIGT "SCHÖN(E) FÄRBEREI"

Michael Lebid aus Bomlitz hat sich bereits als junger Erwachsener für die Technik der Wachsbatik interessiert. Ein intensives Berufsleben ließ später aber wenig Platz für das handwerklich anspruchsvolle Hobby. Nach der Pensionierung konnte sich Lebid mehr Zeit nehmen, Ideen umsetzen und seine Technik verfeinern, um bei der Wachsbatik Schicht für Schicht und Farbe für Farbe auf die Leinwand aufzutragen. Beim FORUM präsentierte er den Interessierten bei seiner Vernissage eine Auswahl seiner Bilder.

"Handwerkliche Nachlässigkeiten bestraft die Technik mit zerlaufenen Farben und willkürlichen Strukturen, ohne dass man nachträglich korrigieren könnte", meint der Künstler. In seiner Ausstellung "Schön(e) Färberei" zeigte Michael Lebid daher auch, wie zu einer Motividee erst eine Vorgehensweise zur Umsetzung entstehen muss, bevor nach der Gestaltung endlich das Kunstwerk als Ergebnis vorliege. "In diesem Prozess ist viel kreativer Spielraum."

Die Ausstellung kann bis zum 28.05.2026 besucht werden. Für den Besuch reicht eine kurze Kontaktaufnahme unter [email protected] oder telefonisch unter 0163-1650184.

DIE KRAFTWERKE WAREN DIE HERZSTÜCKEZwei Kraftwerke lieferten die Energie, die bei der EIBIA in Bomlitz für die Produktio...
14/05/2026

DIE KRAFTWERKE WAREN DIE HERZSTÜCKE

Zwei Kraftwerke lieferten die Energie, die bei der EIBIA in Bomlitz für die Produktion benötigt wurde. Beide Anlagen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg demontiert und ihre Bauten gesprengt. Von einem davon konnten die Interessierten bei der FORUM-Führung durch das Gelände mit viel Phantasie Spuren erahnen.

Wer heute von der Oberschule Bomlitz den Fuß- und Fahrradweg hinunterfährt zur Bomlitz, hat auf der linken Seite einen großen Hang. In welcher Reihenfolge das Kraftwerk seinerzeit gesprengt worden ist, kann man heute nicht mehr nachvollziehen. Als Ergebnis liegen aber die Trümmer des gestaffelten Dachs als Schicht auf dem Hang und sind vom Bewuchs überdeckt. Auf Höhe der Gabelung des Radwegs rechts nach Benefeld und links zum Waldbad kann man die rechte Kante des mächtigen Dachs herausragen sehen.

In der EIBIA Liebenau, die nicht gesprengt worden ist, kann man in der Gedenkstätte mit einer Virtual-Reality-Brille durch das baugleiche Gebäude "gehen". Wirklich betreten darf man dort das Gebäude nicht, zu gefährlich sind die ungesicherten Etagen im Inneren.

DAS LAGER SANDBERG GEHÖRTE ZU BERGEN-BELSENDas Benefelder Lager Sandberg wurde gegenüber dem Sportplatz Benefeld 1944 ne...
14/05/2026

DAS LAGER SANDBERG GEHÖRTE ZU BERGEN-BELSEN

Das Benefelder Lager Sandberg wurde gegenüber dem Sportplatz Benefeld 1944 neu aufgebaut und vom 03. September bis zum 15. Oktober 1944 als Außenlager des Konzentrationslagers Bergen-Belsen genutzt. 600 jüdische Frauen aus Auschwitz wurden hier als Zwangsarbeitende in der EIBIA untergebracht. Stadtarchivar Thorsten Neubert-Preine stellte bei der FORUM-Führung "EIBIA-Relikte in Benefeld" den damaligen Standort vor.

In der Gedenkstätte Bergen-Belsen ist die Rolle des Lagers Sandberg neben den anderen Außenlagern Unterlüß-Altensothrieth und Hambühren-Ovelgönne dargestellt. Auf den Informationstafeln des Dokumentationshauses findet sich neben anderen Quellen und Erläuterungen auch der Auszug aus einem Bericht von Estera Winder aus dem Jahr 1947. Sie wurde 1924 in Radom (Polen) geboren und zusammen mit ihrer Mutter Chana und ihrer Schwester Matla von Auschwitz nach Bomlitz, von dort nach Bergen-Belsen und schließlich in das Außenlager Elsnig des KZ Buchenwald transportiert:

„In Bomlitz befand sich eine Pulverfabrik. Wir waren 600 jüdische Frauen und die ersten in dem Lager. Es war ein neues Lager. Wir wurden von SS-Männern und -Frauen bewacht. Jeden Tag sind wir zwei Kilometer zur Arbeit gegangen. Es wurde Pulver hergestellt. Wir trugen gestreifte Kleider, die wir im Lager erhalten hatten. Weil die Arbeit sehr schwer war, waren die Menschen nach fünf Wochen nicht mehr arbeitsfähig und wurden alle nach Bergen-Belsen geschickt […]“

Unter den Frauen, die in Benefeld waren und anschließend von Bergen-Belsen nach Elsnig zur WASAG (Westfälisch-Anhaltische Sprengstoff-Actien-Gesellschaft) weitertransportiert wurden, befanden sich auch Cesia Widermann, Lola Perelstein und Brucha Horn, die im siebten Monat schwanger waren. Das SS-Kommando in Elsnig schrieb daher an die Kommandantur des KZ Buchenwald:

„[…] Es wird gebeten für die abgestellten schwangeren Häftlinge Ersatz zu stellen und diese dem Begleitpersonal zwecks Überführung nach dem hiesigen Lager mitzugeben. Für das hiesige Kommando kommen kräftige Häftlinge in Frage, da selbige bis zu 12 Stunden im Sprengstoffbetrieb arbeiten.“

Die drei Frauen wurden daher nach Bergen-Belsen zurückgeschickt, sie waren für die SS als Arbeitskräfte unbrauchbar. Zumindest eines der später geborenen Kinder überlebte. Schwangere und Säuglinge hatten in Bergen-Belsen allerdings kaum Überlebenschancen.

Adresse

Fichtenring 25
Walsrode
29699

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