FORUM Bomlitz e.V.

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FORUM Bomlitz e.V. FORUM Bomlitz e.V. Der Kulturverein in der Region Bomlitz Mehr über Veranstaltungen und Aktivitäten finden Sie auf der Website www.forum-bomlitz.de.

Das FORUM ist Veranstalter von Vorträgen, Konzerten, Ausstellungen, Führungen, Wanderungen und kleinen Volksfesten rund um Bomlitz in der Stadt Walsrode und kümmert sich außerdem um die öffentlichen Bücherschränke in Benefeld und Bomlitz. Zu seinen Aufgaben zählt der Verein auch, die EIBIA, die Cordinger Mühle und die Benefelder Zeit von Arno Schmidt als kulturelle Besonderheiten der Region für die Öffentlichkeit aufzubereiten und ihr vorzustellen. Die verschiedenen Gruppen im FORUM erarbeiten vier Veranstaltungsprogramme im Jahr mit insgesamt rund siebzig Angeboten. Wir freuen uns immer über Mitstreiterinnen und Mitstreiter, Ideengeber und Interessierte! Als Mitglied kann man die FORUM-Arbeit zusätzlich mit einem Familienjahresbeitrag von 12 EUR unterstützen.

MÜHLENSPRACHE PRÄGTE ALLTAG UND KULTURWenn der "Tanzmeister" sich dreht, bewegt das vierkantige Bauteil den "Rüttelschuh...
17/10/2026

MÜHLENSPRACHE PRÄGTE ALLTAG UND KULTUR

Wenn der "Tanzmeister" sich dreht, bewegt das vierkantige Bauteil den "Rüttelschuh", und dann "klappert die Mühle am rauschenden Bach". Das Kinderlied zeigt, wie wichtig und angesehen Mühlen, Müller und ihr Handwerk in alten Zeiten waren. Auch heute sind sie lebenswichtig, immer noch mahlen Mühlen "uns Korn zu dem kräftigen Brot, und haben wir solches, so hat’s keine Not." Knecht Johann erläuterte bei einer FORUM-Führung, wo im früheren Alltag die Bedeutung von Mühlen Ausdruck fand.

Denn früher gehörte der Müller zum Alltagsbild. Ohne ihn wurde aus Korn kein Mehl, und ohne Mehl gab es kein Brot. In einer Zeit, in der es nur wenig Lebensmittel gab, die länger haltbar waren, entschieden Korn und Mehl, ob man über den Winter kam oder nicht. Regelmäßige Missernten waren gerade für ärmere Bevölkerungsschichten hart. Das "Jahr ohne Sommer", als ein Vulkanausbruch in Indonesien 1816 den Himmel in Nordeuropa verdunkelte, oder die Kartoffelfäule ab 1845 verursachten Hungertod, Auswanderung und gesellschaftliche Spannungen. Die Gebetszeile "Unser tägliches Brot gib' uns heute" war also als ganz praktische Bitte gemeint.

Aus der Bibel stammt auch, "die Spreu vom Weizen zu trennen", also Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, und belegt damit, dass die Müllerei bereits in der Antike einen alltäglichen Stellenwert hatte. Aus dem praktischen Leben mit Mühlen hat sich dabei auch die Redewendung "wer zuerst kommt, mahlt zuerst" ergeben für die Beschreibung, dass man sich in Warteschlangen hinten anstellt. Und wenn jemand großes Pech hatte, war die Person "gebeutelt", womit das Ausschlagen des Mehls aus einem Beutel mit Mahlgut gemeint war.

Noch heute fällt auf, wie häufig ein Müller oder eine Mühle in Musik, Märchen und Geschichten vorkam. In Schuberts Liederzyklus "Die schöne Müllerin" war das "Wandern des Müllers Lust", wenn ein Geselle auf der Walz war, und bei Wilhelm Busch endeten "Max und Moritz" beim Müller, der sie - ricke-racke - zu Futter für das Federvieh verarbeitete.

Am deutlichsten sieht man in den Grimmschen Märchen, wie selbstverständlich präsent Müller als Figuren oder Mühlen als Schauplätze vorkamen. "Rumpelstilzchen" wurde von einer Müllertochter betrogen, der Esel der "Bremer Stadtmusikanten" hatte sein Arbeitsleben an einer Mühle verbracht, und auch der "Gestiefelte Kater" diente einem Müllersohn. Teuflisch hingegen war der "schwarze Müller" aus der sorbischen Sage "Krabat", der nur mit der wahren Liebe besiegt werden konnte.

So gegenwärtig wie Müller und Mühlen früher sind heute kaum eine Einrichtung oder ein Beruf. Ginge man nach dem Fernsehprogramm als Spiegel des heutigen Alltags wären es wohl Kriminalkommissare, Köche und Ärzte. Das "tägliche Brot" bräuchte man trotzdem noch.

DIE "WIEGE VON BOMLITZ" STEHT AM GUTSHOFDie Cordinger Mühle steht als Relikt noch am ehesten als Sinnbild für die Geschi...
11/10/2026

DIE "WIEGE VON BOMLITZ" STEHT AM GUTSHOF

Die Cordinger Mühle steht als Relikt noch am ehesten als Sinnbild für die Geschichte der ländlichen Umgebung. Ein Stich von 1883 zeigt, wie früh Bomlitz schon ein ausgeprägter Industriestandort war und in dieser ländlichen Region eine Besonderheit. Torsten Kleiber vom FORUM ging bei der Führung zu historischen Gebäuden mit den Interessierten zum Gutshof, an dem wohl die ältesten Bomlitzer Gebäude stehen. Das markante Gutshaus ist auf dem Stich gut zu erkennen.

ERNST JÜNGER MUSS MAN KENNEN, ABER NICHT MÖGENNicht alle Autorinnen und Autoren findet man gut, Geschmäcker sind nun ein...
11/10/2026

ERNST JÜNGER MUSS MAN KENNEN, ABER NICHT MÖGEN

Nicht alle Autorinnen und Autoren findet man gut, Geschmäcker sind nun einmal verschieden. Trotzdem gibt es literarische Wertigkeit, Bedeutung und Umgang mit Sprache, worüber man zwar auch streiten kann, aber wofür man auch belastbare Einschätzungen begründen kann. Ernst Jünger ist so ein Beispiel, das der Germanist Hans-Jürgen Bollig im einem Literatur-FORUM vorstellte.

Sein bekanntestes Werk ist der Tagebuchroman "In Stahlgewittern", das er als Zeitzeuge und literarischer Chronist des letzten Jahrhunderts schrieb. Aus heutiger Sicht schwierig zu akzeptieren, wenn der Autor Krieg und Tod als charakterbildende Abenteuererfahrung beschreibt, die eine fast schon "heilige" Auseinandersetzung mit archaischen Urgewalten sei. Dass man dasselbe Thema auch anders beschreiben konnte, zeigte der Roman "Im Westen nichts Neues" von Erich-Maria Remarque, der acht Jahre später erschien.

Referent Hans-Jürgen Bollig portraitierte den Schriftsteller, der 1895 in der deutschen Kaiserzeit geboren wurde. Als Jugendlicher unternahm er einen Abstecher in die französische Fremdenlegion, meldete sich 1914 sofort als Freiwilliger im Ersten Weltkrieg und überlebte ihn mit vielen Verwundungen. Die Weimarer Republik lehnte er ab, ebenso wie die Herrschaft der NS-Schergen trotz anfangs ideologischer Nähe. Im Zweiten Weltkrieg war er überwiegend im Stab des Militärbefehlshabers in Paris stationiert und spielte auch eine Rolle im Umfeld des misslungenen Attentats auf Hi**er am 20. Juli 1944.

Bollig gelang es, die Distanz seiner Beschreibung und Einschätzung zu wahren und dabei vor allem auch Leben und Werk Jüngers historisch einzuordnen. So konnten die Interessierten mehr Hintergrund für den Kontext erfahren und sich ein besseres Bild machen. Kriegsverherrlichung durfte man anschließend immer noch ablehnen.

Nach dem Krieg ertrug Ernst Jünger aus seiner Sicht die neue Bundesrepublik und wurde bewundert von Francois Mitterand und Helmut Kohl. Als ihm die Stadt Frankfurt 1982 den Goethe-Preis verlieh, kam es zu einem Eklat und Protesten. Von 1948 bis zu seinem Tod lebte er in Wilflingen (Schwaben) im Forsthaus der Familie von Stauffenberg, wo Hans-Jürgen Bollig ein informatives Gespräch mit der letzten Haushälterin im Hause Jünger führen konnte.

1998 starb Ernst Jünger im Alter von 102 Jahren. Vielleicht war sein besonders langes Leben für ihn das persönlich Tragische: Die Welt, in die er zu Beginn des 20. Jahrhunderts geboren und in der er sozialisiert wurde, ging unter und kam nicht zurück. Den größten Teil seines Lebens verbrachte er in einem Deutschland, das ihm weder als Faschismus noch als Demokratie gefiel.

Zum Vergleich wird Hans-Jürgen Bollig in einem nächsten Literatur-FORUM Erich-Maria Remarque vorstellen. Vielleicht versteht man den einen Autoren gerade besser, wenn man ihn direkt neben den anderen stellt.

GROSSSTADTANGEBOT? NEE, ABER FAST!Trifft man solche Leute eigentlich noch, die meinen, dass in der Region ja nichts los ...
11/10/2026

GROSSSTADTANGEBOT? NEE, ABER FAST!

Trifft man solche Leute eigentlich noch, die meinen, dass in der Region ja nichts los wäre? Bei der letzten FORUM-RadKulTour in diesem Jahr schauten sich die Interessierten eine kleine Auswahl von Orten an, an denen Veranstaltungen angeboten werden, und das von unterschiedlichen Anbietern mit unterschiedlichen Angeboten und Veranstaltungsformen. Fazit: Es ist eine Menge im Angebot, aber es bleibt der Wunsch "Wenn die Region wüsste, was die Region weiß".

Der Cordinger Mühlenhof ist so ein Ort, an dem viel möglich ist und auch genutzt wird. Vom Volksfest über Konzerte oder Vorträge in der Mühle bis zur Arno-Schmidt-Ausstellung im Müllerhaus gibt es für viele Ideen hier den richtigen Platz. Weiter ging es zu Kloster und Stadtkirche, wo ebenfalls kleine und große Konzerte stattfinden können und genauso Familienfeste im Klostergarten oder Volksfeste auf dem Kirchplatz angeboten werden. Als dritten "Kulturcampus" besuchte die Fahrradgruppe Festsaal und Pavillon der Waldorfschule Benefeld und konnte gleich eine Konzertkostprobe mit dem Akkordeon-Orchester Walsrode mitnehmen.

Und das ist ja nur eine Auswahl aus der Region Walsrode und das, was man mit dem Fahrrad an einem Nachmittag erreichen könnte. Da ist sonst z.B. noch die Stadthalle, das Heidemuseum mit Gebäuden und Veranstaltungsgelände, das Capitol-Theater, die vielen anderen Kirchen und die Dorfgemeinschaftshäuser. Und die meisten Angebote sind bei freiem Eintritt.

Wer in der Region will, der oder die kann. Ohne ernsthafte Fahrtkosten kann man im Gebiet der Stadt Walsrode, der Vogelparkregion, dem Südkreis und dem gesamten Heidekreis Konzerte, Theaterstücke, Vorträge, Führungen, Kinder-, Familien- und Volksfeste besuchen. Und wer das schon getan hat, weiß: Das ist immer gut. Nicht so, wie es in einer großen Stadt ist, aber eben auch gut und dazu noch vor der Haustür.

GELEGENTLICH "LOST PLACES"-ÄSTHETIKMehr als dreihundert Gebäude gab es auf dem Gelände der Bomlitzer EIBIA, von denen he...
11/10/2026

GELEGENTLICH "LOST PLACES"-ÄSTHETIK

Mehr als dreihundert Gebäude gab es auf dem Gelände der Bomlitzer EIBIA, von denen heute noch ca. zwanzig als solche erkennbar oder nutzbar sind. Nach dem Zweiten Weltkrieg sprengten die Briten den größten Teil der Fabrik, wohl um ein Zeichen zu setzen, dass an diesem Ort nach 130 Jahren kein Pulver mehr produziert werden soll. Bei der Herbstführung durch die EIBIA zeigte Thorsten Neubert-Preine vom FORUM die Relikte, an denen mittlerweile eine eigene Ästhetik entstanden ist.

Die Gruppe passierte unter anderem - bei leider ungemütlichem Wetter - auch das damalige L***r für feuchte Wolle im Fuhrenkamp in Bomlitz. Das markante Gebäude ist in Privateigentum und wird als Werkstatt und L***r genutzt, was sicherlich auch ein Grund dafür ist, dass es so gut erhalten ist.

Mit der markanten geschwungenen Dachkante waren vor allem die frühen EIBIA-Gebäude ausgestattet, um sich aus der Luft betrachtet besser in die Landschaft einzufassen. Als zusätzliche Tarnung konnten an den Ösen, die in die Dachkante eingelassen waren, im Fall eines Angriffs Tarnnetze herabgelassen und abgespannt werden. So hätte sich der Bunker bei Bedarf schnell in einen grünen Hügel verwandeln können, der aus aus der Luft nicht mehr erkennbar gewesen wäre.

Die Begrünung auf dem Dach ist auch nach mehr als achtzig Jahren noch üppig, so dass Ranken das Gebäude säumen: ein interessantes, vielleicht sogar hübsches Bild. Fast vergisst man bei dem besonderen Anblick, dass der Bunker Teil einer Fabrik war, mit deren Produkt die N***s die europäischen Nachbarländer überfielen und Tod und Zerstörung über den Kontinent brachten.

MUSIKALISCHE REISE MIT DEM AKKORDEONDas Akkordeon ist das aktuelle "Instrument des Jahres". Um das zu würdigen, besuchte...
11/10/2026

MUSIKALISCHE REISE MIT DEM AKKORDEON

Das Akkordeon ist das aktuelle "Instrument des Jahres". Um das zu würdigen, besuchte das Akkordeon-Orchester Walsrode unter der Leitung von Axel Nicolaus das FORUM im Benefelder Pavillon der Waldorfschule. Begleitet wurde das Ensemble vom Duo Glissando mit Mariska Nijhof am Akkordeon und Peter Hokema an der Geige. Gemeinsam machten sie mit den Gästen eine Reise durch die musikalische Welt und ihre Stile.

Das Instrument ist bereits selbst beeindruckend: Eine Klaviatur auf der einen Seite, sehr viele, scheinbar gleichwertige Knöpfe auf der anderen Seite, und ganz nebenbei muss man auch noch Luft pumpen, damit überhaupt ein Ton aus dem Gerät kommt. Wer das beherrscht wie die Mitglieder des Akkordeon-Orchesters Walsrode kann gerade gemeinsam im Ensemble einen bemerkenswerten Klangteppich erzeugen. Dieser besondere Klang ermöglicht musikalische Ausflüge ins Irische, ins Französische, in den argentinischen Tango oder in den Klezmer.

Und so bekamen die Gäste im Konzert eine musikalische Reise geboten, die quer durch Europa verlief und über Südamerika schließlich bei George Gershwin in den USA endete - mit orchestralem Klang des Ensembles und virtuosem Feinschliff von Mariska Nijhof und Peter Hokema. Nicht selten war die Musik so fröhlich belebt, dass das Bein nicht nur im Takt mitwippte, sondern der Fuß sogar leicht mitstampfte.

Adresse

Fichtenring 25
Walsrode
29699

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