04/08/2025
Moordeifl – Der Fluch aus dem schwarzen Sumpf
"Wo das Wasser faulig steht und kein Vogel mehr singt, lauert er – der Moordeifl, finster wie das Moor selbst."
Tief unten in den vergessenen Mooren, dort wo selbst die Jäger nicht mehr wagen, ihre Schritte zu setzen, haust eine Kreatur, die seit Jahrhunderten Schrecken verbreitet: der Moordeifl.
Man sagt, er sei einst ein Mensch gewesen – ein Habgieriger, ein Verräter, ein Flucher, verstoßen von seinem Dorf, weil er die Natur entehrte und das Wasser vergiftete. Auf der Flucht vor der Rache der Gemeinschaft verschwand er im Moor – doch das Moor vergaß nicht. Es verschlang ihn nicht nur mit Haut und Haar, sondern auch mit seiner Seele. Was daraus hervorging, war keine Erlösung – sondern ein Fluch.
Der Moordeifl ist bleich wie verrottetes Fleisch, seine Augen glühen rot vor ewiger Qual, und sein Maul ist voller fauliger Zähne, mit denen er die Seelen der Unachtsamen zerreißt. Schwarze Hörner durchstoßen seinen Schädel wie geborstene Äste, und aus seinem Leib tropft der Moder, den er mit sich bringt.
Er erhebt sich in nebligen Nächten, wenn das Moor lebendig wird, und lockt Wanderer mit wispernden Stimmen oder flackerndem Licht in die Tiefe. Wer seinen Blick erwidert oder seinen Namen ruft, ist verloren – denn der Moordeifl zieht einen mit kalten, nassen Klauen in die Tiefe, dorthin, wo das Licht nie mehr hinkommt.