25/08/2026
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𝗥𝗲𝗸𝗼𝗿𝗱𝗲𝗿𝗴𝗲𝗯𝗻𝗶𝘀 𝗯𝗲𝗶𝗺 𝗔𝗽𝗳𝗲𝗹𝗯𝗹𝘂̈𝘁𝗲𝗻𝗹𝗮𝘂𝗳 𝟮𝟬𝟮𝟲
Erst ein Halbmarathon. „Danach waren die Beine schon echt schwer“, lacht die 37-Jährige Ur-Vorsterin. Dann 5 Kilometer. Der Körper signalisiert bereits: es reicht. Aber sie läuft weiter - unterstützt von ihrem kleinen Sohn. Und obwohl die Kraft danach schon lange aufgebraucht ist, geht sie noch einmal an den Start: 10 weitere Kilometer liegen vor ihr beim NEW-Serien-Lauf. „Ich glaube den Streckenposten war gar nicht klar, wie wichtig sie für mich waren“, schmunzelt sie heute. Getragen von Anfeuerungsrufen schafft sie es ein drittes Mal ins Ziel. Ihr Motto bei allen drei Läufen: „Run3forbetterHealth“. Denn gelaufen ist sie nicht, um für sich eine persönliche Bestleistung herauszuholen. Sondern weil sie den konkreten Gedanken verfolgte, so viel Spendengelder wie nur möglich für das Medikamentenhilfswerk action medeor zusammenzutragen. Sie schafft 1964 Euro – über 10 Prozent der Gesamtspendensumme, kam beim Apfelblütenlauf 2026 eine Rekordsumme von 19.122 Euro für den guten Zweck zusammen.
𝗦𝗽𝗼𝗻𝘁𝗮𝗻𝗲 𝗦𝗽𝗲𝗻𝗱𝗲𝗻 𝗳𝘂̈𝗿 𝗥𝗲𝗸𝗼𝗿𝗱𝗲𝗿𝗴𝗲𝗯𝗻𝗶𝘀
„Wir freuen uns über dieses Rekordergebnis“, sagt Stephanie Wickerath von action medeor. Eine Vielzahl an Läufern, Unternehmen, Helfern und Initiativen und nicht zuletzt Stefanie Floeth hätten dieses Ergebnis möglich gemacht: „Die Läufe waren ausgebucht. Viele Streckenposten haben ihre Aufwandsentschädigung gespendet. Mehrere Unternehmen haben über den Sponsorenbeitrag hinaus mit Aktionen beim Apfelblütenlauf Spenden für action medeor gesammelt“, berichtet Wickerath. Dazu habe es spontane Spenden gegeben – wie von den lokalen Tagesmüttern oder Kehner Junggesellen. Und es hätten kommerzielle Händler gespendet, die Stände beim Fest hatten.
𝗪𝗶𝗲 𝘄𝗶𝗿𝗱 𝗱𝗮𝘀 𝗦𝗽𝗲𝗻𝗱𝗲𝗻𝗴𝗲𝗹𝗱 𝗲𝗶𝗻𝗴𝗲𝘀𝗲𝘁𝘇𝘁❓
„Action medeor stattet in 50 Ländern Krankenhäuser und Gesundheitsstationen aus. 22.000 Pakete voller Medikamente, medizinischer Hilfsgüter und Medizintechnik verlassen jedes Jahr unser Lager“, erläutert Wickerath, die an die aktuell 36 Kriege weltweit erinnert – mehr als je zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg. Dazu kämen Katastrophen wie beispielsweise der Ebola-Ausbruch im Kongo oder aber Zerstörungen in Erdbebengebieten. „In vielen Flüchtlingscamps sorgen wir für sauberes Wasser, Latrinen und eine medizinische Versorgung der Menschen“, erläutert sie weiter. Dazu kämen Ernährungsprojekte in mehreren Afrikanischen Ländern.
𝗟𝗮𝘂𝗳 𝗯𝗿𝗶𝗻𝗴𝘁 𝗠𝗲𝗻𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗮𝘂𝘀 𝗱𝗲𝗿 𝗥𝗲𝗴𝗶𝗼𝗻 𝘇𝘂𝘀𝗮𝗺𝗺𝗲𝗻
Seit 2015 bringt der Apfelblütenlauf Menschen aus der Region zusammen – vom ambitionierten Läufer bis zur ganzen Familie. „Was als sportliches Gemeinschaftsprojekt begann, hat sich zu einem modernen Event entwickelt, das weit mehr bietet als eine Strecke und eine Startnummer“, so auch Bürgermeister Kevin Schagen, der selber bereits mehrfach mitgelaufen ist.
Bisher fand der Apfelblütenlauf – bis auf die Corona-Pandemie - jedes Jahr statt. Dieses Jahr feiert der Apfelblütenlauf sein 10-jähriges Jubiläum. Ursprünglich initiiert wurde dieses Event von der damaligen Apfelkönigin Annica Schüller, die es gemeinsam mit Christian Hülsemann von der Turnerschaft in die Umsetzung brachte.
𝗖𝗵𝗿𝗶𝘀𝘁𝗶𝗮𝗻-𝗛𝘂̈𝗹𝘀𝗲𝗺𝗮𝗻𝗻-𝗟𝗮𝘂𝗳
„Nachdem unser Teamkollege sowie Mitbegründer des Apfelblütenlaufs, Christian Hülsemann, letztes Jahr verstorben ist, haben wir den diesjährigen 5-km-Lauf nach ihm benannt“, berichtet Beate Weiß vom Orga-Team. Die Gesamtveranstaltung mit den insgesamt sechs verschiedenen Läufen für unterschiedliche Zielgruppen sei ein kleines, aber sehr hochwertiges Event. Das auch durchaus seine sportlichen Rekorde zu schreiben wüsste, ergänzt Roland Beurskens vom TV Vorst: „In den letzten zehn Jahren haben insgesamt 15.770 Läufer teilgenommen – mit einem großen Spektrum an Läufern, also vom 3-Jährigen bis zum 85-Jährigen“, berichtet der Vorsitzende. Ein Teilnehmer - Jahrgang 1941 – komme regelmäßig jedes Jahr wieder und habe noch keinen Lauf verpasst. Schnellster Läufer bisher? Hagos Kidane aus Eritrea. Er lief den Halbmarathon im Jahr 2023 in 1 Stunde und 10 Minuten. Fabian Dichans schaffte 2025 den 5 Kilometer-Lauf in 15,59 Minuten.
𝗘𝗵𝗿𝗲𝗻𝗮𝗺𝘁𝗹𝗶𝗰𝗵𝗲 𝗺𝗮𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗱𝗲𝗻 𝗟𝗮𝘂𝗳 𝗺𝗼̈𝗴𝗹𝗶𝗰𝗵
Tragende Säule des Ganzen seien die Ehrenamtlichen: Die Mitglieder des TV Vorst, der Turnerschaft St.Tönis, Lebenshilfe, der Bürgerbus oder die Landjugend, die für Aufbau, Streckenposten, Getränkeversorgung, Transport oder aber sicheres Parken sorgten. Dazu kämen die Sponsoren – wie Obstbauer Bernd Schumacher, der zudem das Thema Apfel dieses Jahr mit einer besonderen Aktion in den Mittelpunkt rückte: In Form einer 3,50 mal 3,50 Meter großen Pyramide aus insgesamt 2033 Äpfeln.
Text & Foto: (cp)