04/08/2026
Ein langer Festivaltag und gleich drei verschiedene Veranstaltungsorte: Der Sonntag im Festival »𝗗𝗲𝗿 𝗦𝗼𝗺𝗺𝗲𝗿 𝗶𝗻 𝗦𝘁𝘂𝘁𝘁𝗴𝗮𝗿𝘁« verband sehr unterschiedliche und durchweg tiefgründige Projekte mit dezidiertem Gesellschaftsbezug, frech, anspielungsreich, mit großen Klanggesten und feinausgehörter Poesie.
»𝗧𝗵𝗲 𝗤𝘂𝗲𝗲𝗿 𝗔𝗿𝘁 𝗼𝗳 𝗙𝗮𝗶𝗹𝘂𝗿𝗲« untersuchten Ensemble Aventure und Studierende der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg im Sinne von Jack Halberstams Idee des produktiven Scheiterns. Kuratiert von Eloain Lovis Hübner verwandelten sie das Kunstgebäude mit allen Ausstellungsräumen in einen offenen Klang- und Performanceraum. Den musikalischen Rahmen der theatralen Performances bildeten Uraufführungen von Laure M. Hiendl und Eloain Lovis Hübner sowie Werke von Love Carbin und Malin Bång.
»𝗞𝗮𝗺𝗺𝗲𝗿-𝗦𝗽𝗶𝗲𝗹𝗲« gab es am Nachmittag im Theaterhaus. Sehr poetisch begann der erste Konzertteil der Neuen Vocalsolisten mit Werken von Dariya Maminova und Bnaya Halperin Kaddari, die die Konzentration für Sven-Ingo Kochs Uraufführung vorbereiteten, wo die Sänger:innen mit der Geigerin Sara Cubarsi konzertierten. In Solowerken von Rolf Riehm, Michael Pelzel, Elena Rykova und Liza Lim sowie Uraufführungen von Gregory Kharaneka und Anton Schukaŭ konnten Erik Borgir, Julian Belli und Daniel Gloger ihre souveräne Virtuosität zeigen. Der Nachmittag endete mit einem eindringlich-klangvollen neuen Werk für die Neuen Vocalsolisten von Vahid Hosseini.
Wieder im Stadtzentrum endeten der Tag und das Festival im Württembergischen Kunstverein mit einer provokativen und klangintensiven Free Improvisation – ein Zyklus von 12 Anspielungen auf John Cages 4‘33‘‘. Alan Hilario verantwortete in »𝗞𝗮𝗿𝗮_𝘄𝗢𝗸𝗲« Konzept, Komposition und das ironisch-sarkastische Video – und er musizierte gemeinsam mit Mark Lorenz Kysela, Andrew Digby und Pascal Pons.
Danke an alle Künstler:innen, Partner:innen – an alle vor, auf und hinter der Bühne, die diesen letzten Festivaltag und das gesamte Festival zu einem besonderen Erlebnis gemacht haben.