09/11/2024
Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl sagt im Andenken an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938: „Mir ist der 9. November als Gedenktag sehr wichtig. Wir dürfen nicht vergessen, was unseren jüdischen Mitbürgern in Deutschland geschehen ist. Nie wieder ist jetzt!“ Pfarrer Jochen Maurer, landeskirchlicher Beauftragter für den christlich-jüdischen Dialog, erinnert in seinem Wort zum 9. November (Volltext unten) daran, dass die Nationalsozialisten ein doppeltes Ziel verfolgt hätten: Sie attackierten „mit äußerster Brutalität die jüdische Bevölkerung des Deutschen Reichs: Ein unmissverständliches Signal dafür, was Jüdinnen und Juden zu erwarten hatten. Zugleich registrierten die N***s genau, ob die nichtjüdische Mehrheit die Ausgrenzung und Herabwürdigung sowie die Gewalt gegen die jüdischen Nachbarn begrüßte oder aber wenigstens zu dulden bereit war.“
Maurer fährt fort: „Die unbequeme Frage dieses Tages ist: Wie kann es sein, dass Christen, die die 10 Gebote kennen, die Angriffe auf jüdische Menschen, auf die jüdische Gemeinschaft und Religion wort- und tatenlos hinnehmen? Buße ist also, diese beschämende Frage zu stellen.“ Zugleich weist er auf die Notwendigkeit hin, „die Opfer nicht zu vergessen und die Leiden derer, die in jenen Tagen ihr Leben verloren aufgrund des Hasses auf alles, was jüdisch ist. Das schließt die Opfer der Schoah ein – aber auch die aller Judenfeinde, die die Vernichtung jüdischen Lebens betreiben. Darum braucht unsere Gesellschaft Zeitzeugen wie Margot Friedländer und Leute, die ihren standhaften Einsatz für das Erinnern aufnehmen und über Social Media verbreiten, wie das Snapchat-Projekt Sachor in Berlin.“
Den vollständigen Text von Pfarrer Jochen Maurer lest ihr hier: https://www.elk-wue.de/08112024-pfarrer-jochen-maurer-und-landesbischof-ernst-wilhelm-gohl-zum-gedenktag-am-9-november
🖼 Das Bild zeigt die brennende Ludwigsburger Synagoge in der Nacht des 9. November 1938 sowie ein Bild von Pfarrer Jochen Maurer und dazu den Text: 9. NOVEMBER: GEDENKEN AN DIE REICHSPOGROMNACHT. "Die unbequeme Frage dieses Tages ist: Wie kann es sein, dass Christen, die die 10 Gebote kennen, die Angriffe auf jüdische Menschen, auf die jüdische Gemeinschaft und Religion wort- und tatenlos hinnehmen? Buße ist also, diese beschämende Frage zu stellen." Pfarrer Jochen Maurer, landeskirchlicher Beauftragter für den christlich-jüdischen Dialog, zum 9. November, an dem der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 gedacht wird.