10/09/2026
Ich rede auf Ausstellungen weniger als jeder Besucher. Und verkaufe mehr als in den Jahren, in denen ich alles erklärt habe.
Früher habe ich jedes Bild erklärt.
Sumpfkalk, Marmormehl, Asche, 7-10 Schichten und warum die 6-te die wichtigste ist.
Die Leute fanden das interessant. Sie sagten es mir auch. Und gingen weiter.
Am Ende eines Messetags war ich heiser und hatte nichts verkauft.
Reden über Bilder ist der leichte Teil. Die Kurve zum Verkauf zu kriegen ist der schwere.
Also habe ich mir selbst eine Regel eingeführt. - Ich sage nichts über das Bild, bevor ich weiß, wofür der Besucher schaut. Kein Material, keine Technik, keine Entstehungsgeschichte. -
Ich stelle drei Fragen und halte danach den Mund.
1. Was zieht Sie an dem Bild an.
2. Wo bleibt Ihr Blick hängen.
3. Schauen Sie für sich oder für jemanden anderen nach einem Kunstwerk
Was dann kommt, schenkt mir der Besucher.
Der Raum.
Das Licht.
Die Wand über dem Sofa.
Der Mann, dem sie es zum Sechzigsten schenken will.
Jetzt weiß ich, worüber ich rede, und ich rede über sein Zuhause, nicht über mein Atelier.
Und dann kommt der Satz, an dem ich früher immer aufgehört habe: Wollen Sie es mitnehmen oder soll ich es Ihnen bis Samstag zurücklegen.
Erklären ist nicht falsch, meine Lieben. Es ist der zweite Schritt, nicht der erste.
Schreib MESSE in die Kommentare, dann schicke ich dir meine 20 Sätze für dein nächstes Ausstellungsgespräch.
alles Liebe,
deine Renata
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