01/07/2026
Am 24. Juni fand im Haus der Donauschwaben ein besonderer Abend statt, der Wissenschaft und Erinnerungskultur zusammenbrachte. Die Leiterin des Hauses, Dr. Violeta Bakia, eröffnete die Veranstaltung und erinnerte daran, dass Erinnerungsarbeit Verantwortung für Völkerverständigung und europäische Einigung bedeutet, ein Auftrag, der bereits in der Charta der Heimatvertriebenen von 1950 verankert wurde.
Joschi Ament, Bundes- und Landesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn, blickte anschließend aus der Perspektive der dritten Generation der Ungarndeutschen auf die Geschichte der Vertreibung zurück. Eindrucksvoll und persönlich verknüpfte er dabei die historischen Erfahrungen seiner Familie mit aktuellen Fragen der Erinnerung und Identität und machte so deutlich, wie sehr diese Geschichte auch die nachfolgenden Generationen bis heute prägt.
Aus Ungarn angereist war unsere internationale Gastrednerin Dr. Melinda Marinka, Ethnologin und Assistenzprofessorin an der Universität Debrecen. In ihrem Vortrag brachte sie den Gästen die sathmarschwäbischen Dörfer und die deutschen
Minderheitengebiete in der nordöstlichen Kulturregion Ungarns näher, ein wertvoller Beitrag zur internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit und zur Sichtbarkeit dieser wenig bekannten Geschichte.
Im Anschluss führte sie persönlich durch die neu eröffnete Sonderausstellung „Das Gedenken der Gerechten ist gesegnet“ zum Gedenken an die 1946 aus Balmazújváros deportierten Deutschen. Die Ausstellung wird bis Ende Juli im Haus der Donauschwaben zu sehen sein.
Diese Kulturveranstaltung unterstrich, wie wichtig grenzüberschreitender Austausch für unsere Erinnerungsarbeit ist.
Herzlichen Dank an die Stadt Sindelfingen für die großzügige Förderung, die diese Veranstaltung möglich gemacht hat, sowie an alle Gäste und Mitwirkenden für diesen besonderen Abend!