Der Bau entstand innerhalb von 2 Jahren nach Entwürfen Johann Joachim Buschs als Markthalle, an die die Reliefs mit Rad und geflügeltem Merkurstab als Symbole des Handels erinnern. Das Gebäude wurde 1785 fertig gestellt und weist Merkmale des Barocks und des Klassizismus auf, besitzt eine Attika sowie längs der Vorderfront eine Säulenvorhalle mit 14 dorischen Säulen, zwei Stützen und ein Triglyphe
nfries. Das barocke Mansarddach ist über dem Mittelrisaliten des Gebäudes mit einem pavillonartigen Dachaufbau ausgestattet, an dessen Spitze sich ein kunstvoll gestalteter, zentraler Schornstein befindet. Man errichtete das Säulengebäude bewusst nur zweigeschossig, um den Blick auf den Dom nicht zu versperren. Die Halle löste offene Marktstände mit schlechten hygienischen Verhältnissen auf der Freifläche zwischen vier alten, unregelmäßigen Anwesen ab. Herzog Friedrich, dessen Residenz sich in Ludwigslust befand, waren bei seinen Besuchen in Schwerin der Gestank des Marktes und das Gekreische der Marktfrauen zuwider. Auf seinen Befehl sollte eine Markthalle entstehen, die am Tagesende nicht zu einem Tanzsaal umfunktioniert werden konnte. Dazu kaufte man die vier Grundstücke auf der Nordseite des Marktes und errichtete das Neue Gebäude mit schmalem Grundriss auf der dem Dom zugewandten Seite. Die Vergrößerung der unbebauten Fläche und der repräsentative nördliche Abschluss werteten den Marktplatz auf. Die die gesamte Marktfront einnehmende offene Säulenvorhalle wurde für den ambulanten Handel und der dahinter liegende zweigeschossige geschlossene Teil für den Verkauf von Lebensmitteln genutzt. Da die Halle die sogenannten Krambuden auf dem Markt ersetzte, entstand die Bezeichnung Krambudengebäude. Kurz vor 1900 bis 1938 hatte die Polizei dort ihren Sitz. Seit 1927 sind Ausstellungsräume des städtischen Gaswerkes erwähnt, die später der Fremdenverkehrsverein, unter anderem ab 1937 auch als Reisebüro, nutzte. Bereits vor und besonders nach dem Zweiten Weltkrieg war das Neue Gebäude bewohnt, im unteren Geschoss gab es jedoch bis etwa 1965 Büroräume. Nach dem Ausbau fanden hier von 1965 bis 1995 Ausstellungen, unter anderem des Stadtarchivs, statt. Der tonnengewölbte Keller wurde 1975 trockengelegt und als Gastraum für geschlossene Veranstaltungen hergerichtet. Seit 2001 hatte im Neuen Gebäude ein Café seinen Sitz und ab 2016 war dort ein italienisches Restaurant mit Eisspezialitäten. Ihm Jahr 2021 wird das Haus wieder ein seinen historischen Ursprung zurückgeführt und wird kleine Läden beherbergen. Das erste Obergeschoss kann dann gastronomiefrei für Veranstaltungen aller Art gemietet werden, im Dachgeschoss findet ein offenes Gemeinschaftsbüro seinen Platz.