01/10/2026
In der Ausstellung „The Shape of Flow“ zeigt Bodo Korsig vor allem seine filigranen Cutouts aus Aluminium und Cortenstahl. Dabei bewegt sich der Künstler bewusst zwischen Wissenschaft und Kunst und beschäftigt sich mit den Wegen, Prinzipien und Bedingungen menschlichen Denkens und Fühlens.
Was sich im Inneren des Menschen abspielt, macht Korsig sichtbar: Komplexe mentale und neurologische Prozesse übersetzt er in eine eigene dreidimensionale Bildsprache. Besonders interessieren ihn dabei die unsichtbaren Übergänge und Zwischenräume zwischen einzelnen Zuständen.
Seine fragil wirkenden Metallgebilde – leuchtend blau, tiefschwarz oder signalrot – erzählen von Veränderung, Bewegung und Grenzsituationen. Gleichzeitig vermitteln sie etwas von der Verletzlichkeit menschlicher Existenz. Synaptische Verbindungen werden dabei nicht einfach abgebildet, sondern in eigenständige ästhetische Formen überführt.
Korsig reduziert seine komplexen Motive so weit, dass sie beinahe wie Zeichen oder Icons erscheinen. Auf den ersten Blick erinnern sie an die Bildsprache unserer digitalen Kommunikation, in der Emojis längst ganze Gedanken ausdrücken können. Doch hinter diesen verdichteten Formen verbirgt sich keine Vereinfachung – vielmehr öffnet sich ein überraschend vielschichtiger Denkraum.
So machen Korsigs Arbeiten Komplexität sichtbar, ohne sie aufzulösen. Sie führen uns in die fließenden Übergänge zwischen Denken und Fühlen, innerem Erleben und äußerer Wirklichkeit. Gerade in den offenen Zwischenräumen seiner Cutouts entsteht etwas, das sich nicht eindeutig festlegen lässt – und vielleicht genau deshalb so unmittelbar wirkt.