18/06/2026
Chilodus punctatus
Es gibt vier Arten der kleinen Kopfsteher der Gattung . Eigentlich sollte man sie relativ leicht auseinander halten könnten, denn zwei dieser Arten (Chilodus fritillus aus Peru und C. zunevei aus Französisch Guyana, Surinam und dem an Französisch Guyana angrenzenden Gebiet von Brasilien) haben niemals ein Längsband, die zwei anderen (C. gracilis aus Brasilien und Kolumbien und C. aus weiten Teilen ) zeigen ein solches Längsband. Aber es ist in der Praxis, wie so oft, nicht ganz so einfach. Denn Chilodus punctatus kann dieses Längsband, je nach Stimmung, ein- oder ausblenden. Außerdem sieht C. punctatus, so wie er im Moment definiert ist, je nach Herkunft etwas unterschiedlich aus - was wohl niemanden verwundern dürfte. Wahrscheinlich ist es so, dass sich hinter dem Namen „Chilodus punctatus“ in Wirklichkeit nicht eine einzige Art mit nahezu flächendeckender Verbreitung im tropischen Südamerika ist - er ist gemeldet aus Brasilien, Bolivien, Ecuador, Guyana, Kolumbien, Peru und Surinam - sondern dass es sich hier um einen ganzen Artenkomplex sehr ähnlicher Spezies handelt.
Dem Namen nach ist Chilodus punctatus, der Punktierte Kopfsteher, die häufigste Art im Hobby. Tatsächlich sah man ihn jedoch zumindest früher nur recht selten. Viel häufiger war hingegen Chilodus gracilis im Handel zu finden, und obwohl die Art erst 1988 formell wissenschaftlich beschrieben wurde, zeigen viele Abbildungen in aquaristischen Fachpublikationen vor 1950 diese Art. Chilodus gracilis unterscheidet sich von C. punctatus durch das immer vorhandene schwarze Längsband - er kann es nicht ausblenden. Dieses Längsband ist zudem relativ breit.
Aus den meisten Teilen Südamerikas erfolgen zur Zeit keine Importe von Chilodus, statt dessen sind fast alle Tiere im Handel Nachzuchten aus Indonesien. Da diese Fische ein Längsband haben und es zumindest zeitweise ausblenden können, werden sie als Chilodus punctatus bezeichnet. Wir zeigen in diesem Post ein paar Wildfänge aus früheren Jahren, um zu zeigen, wie unterschiedlich Chilodus stimmungsbedingt aussehen können.
Alle Chilodus-Arten werden 8-10 cm groß und sollten im Schwarm ab ca. 10-15 Exemplaren gehalten werden, sonst sind sie oft zänkisch. Pflanzen werden in der Regel angefressen. Man kann dem etwas vorbeugen, indem man nur sehr harte Gewächse (wie Anubias etc.) verwendet und viel Grünzeug füttert. Dazu eignen sich überbrühte Landpflanzen wie Löwenzahn am besten. Das Überbrühen macht die Blätter zarter. Man kann sie auch vor dem Verfüttern einfrieren, das hat einen ähnlichen Effekt. Außerdem sollte man Flockenfutter auf pflanzlicher Basis verwenden und gerne auch für L-Welse hergestellte Chips. Das Maul von Chilodus ist zum Knabbern geschaffen, solche Chips beschäftigen die Tiere und sorgen mit dafür, dass sie nicht auf dumme Gedanken kommen und ihren Trieb zum Knabbern an den Flossen von Mitbewohnern ausleben.
Die chemische Wasserzusammensetzung ist für die Pflege von Chilodus innerhalb der für Zierfische normalen Parameter unwesentlich, in der Natur ist das Wasser in den Lebensräumen weich und sauer. Die Wassertemperatur kann zwischen 22 und 28°C liegen. Chilodus sind Freilaicher ohne Brutpflege. Männchen sind kleiner und schlanker, sonstige Geschlechtsunterschiede sind nicht bekannt.
Photos & Text Frank Schäfer
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Chilodus punctatus
There are four species of the small headstanders in the genus . In theory, they should be relatively easy to distinguish, since two of these species (Chilodus fritillus from Peru and C. zunevei from French Guiana, Suriname, and the area of Brazil bordering French Guiana) never have a longitudinal band, while the other two (C. gracilis from Brazil and Colombia and C. from large parts of ) do have such a band. But in practice, as is so often the case, it’s not quite that simple. This is because Chilodus punctatus can, depending on its mood, show or hide this longitudinal band. Furthermore, C. punctatus, as it is currently defined, looks slightly different depending on its origin—which should come as no surprise to anyone. It is likely that the name “Chilodus punctatus” does not actually refer to a single species with near-universal distribution across tropical South America—it has been reported from Brazil, Bolivia, Ecuador, Guyana, Colombia, Peru, and Suriname—but rather to an entire species complex of very similar species.
Judging by its name, Chilodus punctatus, the spotted head-stander, is the most common species in the hobby. In reality, however, it was seen only quite rarely, at least in the past. Chilodus gracilis, on the other hand, was much more common in the trade, and although the species was not formally described scientifically until 1988, many illustrations in specialized aquarium publications prior to 1950 depict this species. Chilodus gracilis differs from C. punctatus in that it always has a black longitudinal band—it cannot conceal it. This longitudinal band is also relatively wide.
Currently, there are no imports of Chilodus from most parts of South America; instead, almost all fish in the trade are captive-bred specimens from Indonesia. Since these fish have a longitudinal band and can conceal it at least temporarily, they are referred to as Chilodus punctatus. In this post, we show a few wild-caught specimens from earlier years to demonstrate how differently Chilodus can look depending on their mood.
All Chilodus species grow to 8–10 cm in length and should be kept in a school of at least 10–15 fish; otherwise, they tend to be aggressive. Plants are usually nibbled on. You can prevent this somewhat by using only very hard plants (such as Anubias, etc.) and feeding plenty of greens. Blanched land plants like dandelions work best for this. Blanching makes the leaves more tender. You can also freeze them before feeding, which has a similar effect. In addition, you should use plant-based flake food and chips made for L-catfish. The Chilodus’s mouth is made for nibbling; such chips keep the fish occupied and help ensure they don’t get up to mischief by acting on their urge to nibble at the fins of tankmates.
The chemical composition of the water is not critical for keeping Chilodus within the normal parameters for ornamental fish; in nature, the water in their habitats is soft and acidic. The water temperature can range between 22 and 28°C. Chilodus are free-spawning fish that do not care for their young. Males are smaller and slimmer; no other sexual dimorphism is known.
fish fish
Photos & Text Frank Schäfer