22/06/2026
🔙 Am Montag, den 22. Juni 2026, lud Gesandter und Direktor des Polnisches Institut Düsseldorf, Rafał Damian Sobczak, zu einer feierlichen Veranstaltung anlässlich des 35. Jahrestages der Unterzeichnung des deutsch-polnischen Vertrags über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit von 1991 ein.
🗣️ Den Auftakt bildete die Keynote von Jan Tombiński, Chargé d’affaires a.i. der Republik Polen in der Bundesrepublik Deutschland. Anschließend diskutierten unter der Moderation von Redakteur Tomasz Lejman renommierte Persönlichkeiten über die Bedeutung des Vertrags und seine Wirkung bis in die Gegenwart. Auf dem Podium saßen Marek Krząkała - poseł na Sejm RP, Abgeordneter des Sejm der Republik Polen und Vorsitzender der Polnisch-Deutschen Parlamentariergruppe im Sejm, Cornelia Pieper, Staatsministerin a. D., Basil Kerski, Präsident der Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf, Prof. Dr. Sebastian Płóciennik, Direktor der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, sowie Prof. Dr. Peter Oliver Loew, Direktor des Deutsches Polen-Institut e.V. in Darmstadt.
🗣️ Cornelia Pieper erinnerte daran, dass die deutsch-polnische Annäherung nicht allein durch politische Verträge entstanden sei, sondern vor allem durch gesellschaftliches Engagement, die Friedliche Revolution und den gemeinsamen Wunsch nach Freiheit. Sie betonte, dass eine schnelle Verbindung zwischen beiden Ländern nicht nur „auf Bahnschienen”, sondern auch in den Köpfen und Herzen der Menschen entstehen müsse.
🗣️ Marek Krząkała hob hervor, dass die Anerkennung der Grenze zwischen Deutschland und Polen eines der wichtigsten Ziele des Vertrags gewesen sei. Gleichzeitig verwies er auf aktuelle Herausforderungen: Besonders beim Spracherwerb gebe es auf beiden Seiten noch Nachholbedarf. Gemeinsames Lernen der Sprache sei eine wichtige Grundlage für weiteres Verständnis. Auch die Zusammenarbeit im Bereich der gemeinsamen Verteidigung spiele heute eine zentrale Rolle – ein Thema, das sich auch in aktuellen deutsch-polnischen Gesprächen widerspiegelt.
🗣️ Prof. Dr. Peter Oliver Loew wurde gefragt, ob aus anfänglicher Angst tatsächlich Vertrauen entstanden sei – was er mit einem klaren „Ja“ beantwortete. Der Vertrag habe entscheidend dazu beigetragen, Instrumente für Zusammenarbeit zu schaffen und Vertrauen aufzubauen. Gleichzeitig müsse er immer wieder mit neuem Leben gefüllt werden: durch mehr Neugier füreinander, Begegnungen, Gespräche und gemeinsame Visionen für die Zukunft.
🗣️ Basil Kerski lenkte den Blick auf die gesellschaftliche Dimension der Versöhnung. Es gehe darum, sich nicht ausschließlich auf die große Politik zu konzentrieren, sondern den Mut und die Bereitschaft der Menschen zur Verständigung sichtbar zu machen. Der gemeinsame Einsatz für Frieden und die Verantwortung für Europa seien zentrale Elemente dieser Partnerschaft.
🗣️ Prof. Dr. Sebastian Płóciennik betonte die wirtschaftliche Dimension der deutsch-polnischen Zusammenarbeit. Die Öffnung der Märkte und die wirtschaftliche Kooperation seien wichtige Bestandteile des Vertrags gewesen und hätten sich erfolgreich entwickelt. Der Handelsaustausch zwischen beiden Ländern habe inzwischen ein Niveau erreicht, das mit dem deutsch-französischen Handel vergleichbar sei. Investitionen auf beiden Seiten sowie eine zunehmende Vertiefung der Beziehungen hätten zudem dazu beigetragen, bestehende Asymmetrien weiter abzubauen.
👏🏻 Wie Rafał Damian Sobczak im anschließenden inoffiziellen Teil betonte, bildete diese Veranstaltung die „beste Klammer“ für die Feierlichkeiten zum Nachbarschaftsvertrag, die bereits am 13. Juni 2026 mit dem Fest der Freundschaft am Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen begonnen hatten. Ein würdiger Abschluss und zugleich ein neuer Impuls für die deutsch-polnische Freundschaft.