16/11/2020
Wenn Friedrich Merz mehr touched als Annalena Baerbock
Ich dachte immer eine grüne Partei setzt sich für , , , eben einen schonenden Umgang mit unserer und ein Leben im Einklang mit ihr ein. Jetzt bemerke ich, dass immer mehr dieser Werte und die Art und Weise der Vertretung dieser in der Öffentlichkeit, nicht mehr zu passen scheinen. Auf einmal ist es sehr viel wichtiger, dass wir „Bürger:innen“ oder „BürgerInnen“ oder „Bürger*innen“ schreiben, als „Bürgerinnen und Bürger“. Ohne die richtige Schreib- und Sprechweise scheint es nicht mehr möglich Frauen als gleichberechtigte Menschen wahrzunehmen. Findet man andere Themen, als eine gendergerechte Sprache in Wort und Schrift, als dringender und auch wichtiger, setzt man sich dem Verdacht, ein Gegner der Gleichberechtigung und ewig Gestriger zu sein, aus. Gestern so geschehen bei Anne Will im Ersten. Bis Dato lehnte ich Friedrich Merz als Extremkapitalist ab, nun erscheint er mir fast als der Einzige bei klarem Verstand, der gestern in der Runde saß. Damit keine Zweifel aufkommen: er hat immer noch Unrecht! Es muss ein Ende des Zwangswachstums des Kapitalismus geben, bevor wir realistisch und nachhaltig den Planeten retten können. Wir müssen den Konkurrenzgedanken tilgen und ihn durch einen Kooperationsgedanken ersetzen, dies ist meine tiefste Überzeugung. Es gibt keinen grünen !
Trotzdem möchte ich weiterhin dreimal im Sommer ein Lagerfeuer am Fluss machen dürfen, ohne zuvor die Notwendigkeit des Ausstoßes begründen und eine Erlaubnis einholen zu müssen. Ich will, dass Motorräder auch weiterhin wie solche klingen dürfen und dass auch an Sonn- und Feiertagen. Ich will für immer schreiben „Meine sehr verehrten Damen und Herren“ und auf „Liebe Mensch:innen“ verzichten dürfen. Ich will das engagierte Menschen sich engagieren dürfen, egal ob sie einer Quote entsprechen oder nicht.
Durch Annalena Baerbocks Darbietung erscheint mir die „grüne“ Politik als verbissen, dogmatisch, oberlehrerhaft, unsympathisch. Die bekannten, einschläfernden ICH-Botschaften von Olaf Scholz, der auch in der Runde saß, sorgen für eine angenehme Bettschwere, vermögen aber keinen Begeisterungssturm für seine hervorzurufen. Friedrich , macht an diesem Abend irgendwie alles richtig, zumindest richtiger als die Anderen und auf eine eigene Weise, fast schon elegant. Er bringt die Diskussion von einer Ausschweifung zurück zum Kern, um den es an diesem Abend gehen soll : In was für einer wollen wir zukünftig leben? Er würde gern über ein in zehn Jahren sprechen. Ich würde es gern hören! Hat da wer eine ? Etwas Größeres? Etwas mit Substanz?
Sein Deutschland in zehn Jahren ist nicht mein Deutschland in zehn Jahren, soviel ist klar, aber ob mein Deutschland das Deutschland von und ist, weiß ich nach gestern Abend nicht mehr vollkommen sicher.