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06/09/2026
Ein Fest für Frieden und Demokratie (Tag 3)Sonntag 30.8.2026Biebergemünd-Kassel. Sonne, leichter Wind, die Parkplätze ru...
05/09/2026

Ein Fest für Frieden und Demokratie (Tag 3)
Sonntag 30.8.2026

Biebergemünd-Kassel. Sonne, leichter Wind, die Parkplätze rund um die Günthersmühle schon sehr gut belegt, emsiges Treiben auf dem gesamten Gelände - dieser Sonntagmorgen fing schon vielversprechend an. Er sollte zum emotionalen Höhepunkt des dreitägigen Festes für Frieden und Demokratie werden.

Rund 150 Besucher waren zum Abschluss mit dem Biebergemünder Kinder- und Jugendchor sowie dem Chor StimmArt an den Veranstaltungsort gekommen. Matthias Wickert betonte in seiner Begrüßung der Gäste, dass gerade die Stimmen von Kindern und Jugendlichen zu Frieden und Demokratie von großer Bedeutung seien, denn dies sei eine Aufgabe für die Zukunft, bei der jede einzelne Stimme wichtig ist.

Bewegende Momente
Konzentriert stimmten die Kinder ihre Lieder an. Besonders bewegend war das Lied des Kinderchores mit der Botschaft „Wir sind alle Kinder dieser Welt“. Viele Besucherinnen und Besucher reagierten sichtbar emotional, selbst gestandene Männer und Frauen hatten Tränen in den Augen. Der Jugendchor, der erstmalig öffentlich auftrat, setzte diesen musikalischen Friedensgedanken fort. Die vielleicht emotionalste Szene des gesamten Wochenendes entstand schließlich, als Kinderchor, Jugendchor und StimmArt gemeinsam „Wir ziehen in den Frieden“ sangen.
Die Reaktion war langanhaltender Applaus und eine von den Veranstaltern als außergewöhnliche, emotional beschriebene Atmosphäre: „Als die Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit StimmArt gesungen haben, war diese Gänsehautstimmung überall zu spüren. Da musste niemand mehr erklären, warum wir dieses Fest gemacht haben“,
Mit gemeinsamen Dankes- und Abschlussworten von Matthias Wickert und Robert Weißenbrunner endete das Fest.

Hinter den Kulissen
Ein erheblicher Teil des Festes spielte sich bewusst auch zwischen den offiziellen Programmpunkten ab. Aktive der NaturFreunde kümmerten sich während der drei Tage um einen großen Teil der Verpflegung und Getränke. Angeboten wurden unter anderem regionales Bier und Limonade, Wein und klassische Festverpflegung mit Brat- und Rindswurst. SpessArt06050 betrieb zusätzlich einen Aperol-Stand. Daneben gab es aufwendig zubereitetes, iranisches Essen einer Familie, die seit vielen Jahren in Deutschland lebt und ursprünglich selbst aus dem Iran nach Deutschland geflüchtet ist.
Für die beiden veranstaltenden Vereine war das Fest organisatorisch alles andere als alltäglich. Über Wochen und Monate wurde geplant, telefoniert und organisiert. Während des Wochenendes wurde aufgebaut, eingekauft, gekocht, geputzt, geräumt, ausgeschenkt, moderiert, Technik betreut, Künstlerinnen und Künstler begleitet, improvisiert und anschließend wieder aufgeräumt.
Zahlreiche Menschen aus beiden Vereinen brachten unterschiedliche Erfahrungen, Fähigkeiten und Netzwerke ein. Eine wesentliche Erfahrung für die Veranstalter war deshalb auch: Ein Projekt dieser Größenordnung funktioniert nur, wenn Menschen Verantwortung übernehmen und ehrenamtliche Arbeit auf genügend Schultern verteilt werden kann.

Ein Fest für Frieden und Demokratie (Tag 2)Samstag 29.8.2026Biebergemünd-Kassel. Veranstalter müssen oft flexibel auf ta...
05/09/2026

Ein Fest für Frieden und Demokratie (Tag 2)
Samstag 29.8.2026

Biebergemünd-Kassel. Veranstalter müssen oft flexibel auf tatsächlich eintretende Situation reagieren, so auch beim Fest für Frieden und Demokratie, denn der Samstag begann sogleich mit einem Wermutstropfen. Die ursprünglich am Vormittag geplanten Workshops konnten nicht in der geplanten Form stattfinden.
Zum Glück standen parallel weitere offene Angebote, aber auch Workshops (90-minütiger Workshop zu Diskriminierung) zur Verfügung, wie die Videos von Zeitzeugen und -zeuginnen. Hier schilderten Menschen ihre persönlichen Erfahrungen mit Krieg, Verfolgung und gesellschaftlichen Umbrüchen, sprachen über ihr Engagement für Frieden und Demokratie. Darüber hinaus war eine Geocaching-Tour vorbereitet worden, bei der die Teilnehmenden spielerisch den „Code für Frieden und Demokratie“ knacken konnten. Die Geocaching-Tour wurde im Laufe des Wochenendes mehrfach absolviert. Diese Angebote wurden von den zahlreich, für die anderen Veranstaltungen, eintreffenden Besucherinnen und Besuchern (darunter viele junge Menschen) gern angenommen.

Lesung als Ersatz für „Stimmen aus dem Krieg“
Auch das für den Nachmittag vorgesehene Format „Stimmen aus dem Krieg“ konnte wegen kurzfristiger Absagen einzelner Beteiligter nicht wie geplant stattfinden. Gemeinsam mit Amnesty International wurde kurzfristig eine Lesung durchgeführt, in deren Mittelpunkt der Roman „Badjens“ der Autorin Delphine Minoui stand. Alle anwesenden Bündnis- und Kooperationspartner erhielten zudem die Möglichkeit, ihre Initiativen und Arbeit vorzustellen.
Erfreulicherweise konnten die am Vormittag ausgefallenen Workshopangebote teilweise noch realisiert werden.

Spannende Diskussionsrunde mit Ecken und Kanten
Einen der inhaltlichen Höhepunkte des Wochenendes stellte die Podiumsdiskussion „Demokratie unter Druck – Wie sichern wir Frieden und gesellschaftlichen Zusammenhalt?“ dar. Die Liste der acht Teilnehmer war kontrovers gemischt mit dem evangelischen Pfarrer und Theologen Karl-Friedrich Appl, dem Geschäftsführer des DGB Südosthessen Tobias Huth, dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands Yannick Kiesel, dem ehemaligen CDU-Staatssekretär und Ehrenpräsident des Landessportbundes Hessen Rolf Müller, mit Michael Neuner SPD-Mitglied des Kreistags im MKK sowie Vorstandsmitglied des Demokratiefördervereins youmocracy, Die Linke-Mitglied des Deutschen Bundestages Janine Wissler sowie Beate Boege-Sonneck, Mitglied des Kreisvorstands von Bündnis 90/Die Grünen Main-Kinzig.
Die von Robert Weißenbrunner moderierte, mehr als zweistündige Diskussionsrunde brachte bewusst sehr unterschiedliche Perspektiven aus Politik, Gewerkschaft, Kirche und Zivilgesellschaft zusammen. Nach Einschätzung der Veranstalter zeigte die Diskussion sehr deutlich, dass die gelegentlich anzutreffende Darstellung eines weitgehend homogenen Blocks etablierter, demokratischer Parteien und gesellschaftlicher Organisationen der Realität nicht gerecht wird, denn auf dem Podium bestanden erhebliche Unterschiede bei politischen Einschätzungen, gesellschaftlichen Vorstellungen und vorgeschlagenen Lösungswegen.
Auch aus dem Publikum kamen Wortbeiträge, die Zustimmung, Widerspruch und teilweise sichtbares Kopfschütteln hervorriefen. Gerade deshalb war für die Veranstalter bemerkenswert, dass die Diskussion trotz aller Unterschiede respektvoll blieb. Niemand wurde persönlich angegriffen und unterschiedliche politische Auffassungen mussten nicht kleingeredet werden, damit ein Gespräch möglich blieb.
Ein möglicher zusammenfassender Gedanke und zentraler inhaltlicher roter Faden des gesamten Festes: „Demokratie braucht nicht weniger Auseinandersetzung, sondern den offenen Wettbewerb unterschiedlicher Positionen und die Fähigkeit, miteinander zu streiten, Unterschiede auszuhalten und den politisch Andersdenkenden trotzdem nicht zum Feind zu machen.“

Rockiger Ausklang eines ausgefüllten Tages
Der Abend schließlich stand ganz im Zeichen der Musik, den die brasilianische Sängerin und Gitarristin Tina Freitas, mit ihrer Gruppe einläutete. Mit südamerikanischen Klängen, Bossa Nova und Samba versprühte sie an diesem Abend an der Günthermühle Lebensfreude und kulturelle Vielfalt. Doch auch im Spessart wird ordentlich Musik gemacht: Der Liedermacher Niko Maiberger aus Biebergemünd bezirzte das Publikum mit virtuosen Gitarrenklängen zu Protestsongs und Liedern -teils im Kässler Dialekt - zu Frieden und Freiheit.
Den musikalischen Abschluss an diesem Samstag bestritt die fünfköpfige Rockband Granma Wilpet mit unvergessenen Rockballaden, bravourös vorgebracht, und bei „Smoke on the Water“ kam richtig Stimmung auf. Damit klang der sehr ereignisreiche Tag an der Günthersmühle stimmungsvoll aus.

Ein Fest für Frieden und Demokratie (Tag 1)Freitag 28.8.2026Biebergemünd-Kassel. Es ist ein sonniger Freitag. An der Gün...
05/09/2026

Ein Fest für Frieden und Demokratie (Tag 1)
Freitag 28.8.2026

Biebergemünd-Kassel. Es ist ein sonniger Freitag. An der Günthersmühle im Kasselgrund herrscht emsiges Treiben, die Vorbereitungen zum Friedensfest, das über das ganze Wochenende nahezu 500 Besucher anlocken wird, sind im Gange. Als gemeinsame Aktion der beiden Vereine Naturfreunde Offenbach und Kunst- und Kulturinitiative SpessArt06050 e.V. steht das Fest unmissverständlich für Frieden und demokratische Werte.

Begonnen hatte das Fest schon am Freitagmorgen ganz bewusst mit jungen Menschen. Rund 30 Schülerinnen und Schüler aus Gelnhausen wanderten zur Günthersmühle. Die Veranstalter hätten sich zwar eine noch größere Beteiligung von Schulen gewünscht, doch mit den anwesenden Schülerinnen und Schülern konnte intensiv gearbeitet werden. So fanden ein Antidiskriminierungsworkshop, Angebote und Gespräche zu Critical Whiteness, Demokratie und gesellschaftlicher Vielfalt statt.
Als Schirmherr der guten Sache konnte der Bürgermeister von Biebergemünd, Matthias Schmitt, gewonnen werden, der sich gemeinsam mit Landrat Thorsten Stolz am Nachmittag sich zur offiziellen Festeröffnung eingefunden hatte. Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Wiegelmann war anwesend.
Nach der Begrüßung durch Matthias Wickert und Robert Weißenbrunner, die stellvertretend für das Organisationsteam der beiden Vereine allen Beteiligten dankten, wendete sich Bürgermeister Schmitt mit einem emotionalen Grußwort an die Anwesenden. Hierbei zitierte er u.a. Hermann Hesse mit seinen Gedanken zum Frieden kurz nach Beginn des 1. Weltkriegs: „Friede, jeder hat’s gehabt, keiner hat’s geschätzt …“ und betonte, dass unser Leben in Europa seit dem 2. Weltkrieg von Krieg verschont blieb und wir alle hier dies hoch schätzen sollten. Kultur sei eine Aufgabe für alle und nicht nur für obere Instanzen.
Landrat Thorsten Stolz lobte in seinem Grußwort die Inhalte der 3-tägigen Veranstaltung, insbesondere hier die Zusammenführung von Politik, Kunst und Kultur. Es sei notwendiger denn je, Frieden und Demokratie hochzuhalten.

Demokratischer Dialog: Nicht immer einer Meinung
Zur Frage des Staat-Bürger-Verhältnisses und was jeder Einzelne hier einbringen kann, meinte der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Wiegelmann in seinen Grußworten, dass das Ehrenamt in weitere Bereiche des öffentlichen Lebens Eingang finden müsse. Doch bereits bei der Eröffnung wurde sichtbar, dass das Fest unterschiedliche politische Positionen ausdrücklich aushalten sollte, denn bei der Frage nach öffentlichen Zeichen gegen Rassismus entstand ein konkreter Dissens.
Von Veranstalterseite wurde der Wunsch formuliert, an jedem öffentlichen Gebäude ein Schild mit der Botschaft „Kein Platz für Rassismus“ zu sehen. Wiegelmann vertrat sinngemäß die Position, solche zusätzlichen Schilder seien unnötig, denn die Flagge Schwarz-Rot-Gold sei an öffentlichen Gebäuden bereits präsent und stehe selbst für Demokratie und gegen Rassismus. Für die Veranstalter war diese Kontroverse ein erstes praktisches Beispiel dafür, dass demokratischer Dialog nicht voraussetzt, einer Meinung zu sein.
Eindrucksvoll bot sich gleich zu Anfang des Friedensfestes ein gemeinsamer Rundgang über das Gelände, zum einen durch die „Schilder der Gerechtigkeit“ sowie durch die Ausstellung „Gesicht zeigen gegen Rassismus und Antisemitismus“ von Nico Deeg. Gezeigt wurden unter anderem Gesichter aus verschiedenen Kulturen, Religionen und Lebensarten. Eindrucksvoll erzählt jedes der Portraits eine ganz persönliche Geschichte über einen Menschen, der sich gegen Vorurteile, Hass, Hetze und Gewalt positioniert und selbst Ausgrenzung erlebt hat. Im Anschluss besuchten Bürgermeister, Landrat und weitere Gäste die Informationsstände der Bündnispartner Helping Hands, Amnesty International und Omas gegen Rechts auf dem Gelände.

Kabarett mit politischem Tiefgang
„Kein Wohlfühlprogramm heute: Denken ist erlaubt – noch!“ so startete Tom Kabaredo sein anspruchsvolles Bühnenprogramm „Mut ist, wenn man trotzdem lacht“ und verblüffte, ja erschreckte die Anwesenden sogleich mit einem KI-generierten Marschlied im Singstil von Helene Fischer. Von Erich Kästner - listig mit Witz - über Karl Valentin – scheinbar harmlos, unverständlich – bis Werner Fink spannte er u.a. den Bogen derer, die sich auf unterschiedliche Weise gegen das Regime gewehrt hatten. Zwischendurch musste das Programm wegen eines starken Regenschauers kurz unterbrochen werden, was die Stimmung unter den Anwesenden kaum eintrübte.
Mit Danny June Smiths klarer Stimme und Gitarre erlebten sie an diesem Abend einen musikalisch wunderbar ins Thema eingebundenen Abschluss mit Protest-, Friedens- und Mutmach-Liedern.

Das Programm für den 29.08.2026 beim "Fest für Frieden und Demokratie" an der Günthersmühle in Biebergemünd Kassel.
29/08/2026

Das Programm für den 29.08.2026 beim "Fest für Frieden und Demokratie" an der Günthersmühle in Biebergemünd Kassel.

29/08/2026
Heute Eröffnung durch Bürgermeister Matthias Schmitt und Landrat Thorsten Stolz. Anschließend Kulturprogramm.
28/08/2026

Heute Eröffnung durch Bürgermeister Matthias Schmitt und Landrat Thorsten Stolz. Anschließend Kulturprogramm.

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