05/12/2018
Vielen Dank!
Paula Maurer 2. Preis Perspektivwechsel !
Aus der Laudatio von Silke Roennefahrt
Wohl kaum eine andere Verbrechensserie hat das Land in der jüngeren aus Nürnberg Die Betroffenheit ist in der Stadt deshalb besonders groß- und das bis heute, Projekt, bei dem die Schülerinnen und Schüler die politisch motivierte Mordserie erschüttert wie die Taten der rechtsextremistischen Terrororganisation NSU. Zehn Morde gehen auf das Konto des Nationalsozialistischen Untergrunds, drei der Opfer stammen wie der Beitrag der Sperber Mittelschule zeigt. Sigh" (Seufzer) heißt das ehrgeizige für eine Auseinandersetzung mit den Themen Tod, Verlust und der Suche nach der eigenen Identität Ergebnis ist ein Film, der sich im doppelten Sinne sehen lassen kann: Zum einen, weil Klassen und an anderen Schulen Unterricht gezeigt werden kann sigh" er auch in anderen und damit für Nachhaltigkeit der Arbeit steht. Zum anderen, weil sich die Jugend- lichen mit viel Mut und Einfallsreichtum der schwierigen Thematik annähern und durch den geschickten Zusammenschnitt von gespielten Szenen und Interviews in der Nürnberger Fußgängerzone zu einem sehr sehenswerten Diskussionsbeitrag machen. Mit Unterstützung der Theaterpädagogin Elif Mese, des Filmemachers Andres Müller und Klassenleiterin Sylvia Günther gehen die Zehntklässlerinnen und Zehntklässler auf Spuren- suche in der Stadt: wissen die Menschen noch über die Verbrechen des NSU? Wie sie selbst mit dem Thema Verlust um? Was denken sie über das Thema Integration? Wie verhalten sie sich, wenn sie Zeuge einer Schlägerei werden? Der Film dokumentiert die sehr ehrlichen Antworten der befragten Passantinnen und Passanten, gibt aber keine allgemeingültigen Ratschläge. Vielmehr ermutigt sigh" dazu, sich selbst mit diesen grund- legenden Fragen auseinanderzusetzen -und gerade das macht den Beitrag der Sperber Mittelschule zu einem bemerkenswerten Dokument. Ein Dokument, das ganz sicher einen Beitrag umfassenden Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen geleistet hat. Sie mussten sich heraus trauen aus dem Klassenzimmer und auf die Straße gehen, mussten Wildfremden sehr persönliche Fragen stellen, mussten sich selbst vor der Kamera beweisern. Von der Idee bis hin zur Umsetzung alles in der Hand der Schülerinnen und Schüler Sie haben einen Film geschaffen, der sicher noch viele weitere Schulklassen zu Diskussionen anregen wird. Ein wirklich tolles Projekt, auf das alle Beteiligten stolz sein können!