25/10/2025
Die letzten Monate war ich auf zahlreichen Baustellen tätig - und fand Kunst nicht nur in den rohen Räumen sondern auch auf den Türen der Toilettenräume.
Gezeichnet von Bauarbeitern verschiedenster Herkunft, spiegeln diese improvisierten Werke Rohheit, Humor, Sexualität und Identität.
Der Inhalt ist klar, aber die formale Kraft - die Linien, der Rhythmus, die visuelle Intuition.
Diese spontanen Zeichnungen sind für mich mehr als beiläufige Spuren. Fast wie visuelle Zeugnisse einer verborgenen, kollektiven Sprache - entstanden aus körperlicher Arbeit, Frust, Überdruck, Humor und dem unbewussten Bedürfnis, Spuren zu hinterlassen.
Vielleicht.
In ihrer formalen Qualität zeigen sie, dass Ästhetik nicht an Bildung oder Kontext gebunden ist. Die Linienführung ist (unabsichtlich) differenziert, impulsiv, manchmal virtuos. Der schwarze Marker auf der weißen Tür wird zur Bühne eines archaischen Ausdrucks - roh, direkt, notwendig.
Hier sind die best of. War auch schön mal eine Kuratorin zu „spielen“ ;)