11/08/2026
Ausstellung von Markus Tiarks mit dem Titel "Was bleibt?" anlässlich der Eröffnung des Nosse Kulturtreffs.
Ausstellungstext:
Als Kind hält man sich für unsterblich. Oft ist es ein großer Schock, wenn z.B. die Großeltern sterben. Für einen selbst ist der Tod aber noch fern. Erst, wenn die eigenen Eltern gebrechlicher werden und die eigenen Zukunftsträume und Karriereabsichten sich ganz anders entwickeln, als gedacht, denkt man darüber nach, was von einem bleibt, wenn man nicht mehr ist.
Ende letzten Jahres starb der Regisseur und Aktivist Rosa von Praunheim. Zwanzig Jahre hat Markus Tiarks für ihn als Produktionsleiter gearbeitet; mit zu einem Werk beigetragen, das Geschichte geschrieben und das zu einer Gesellschaft mit weniger Ausgrenzung geführt hat. Die Tagesschau berichtete und es bleibt ein Werk von über 150 Filmen, zahlreichen Gemälden, Theaterstücken, Gedichten.
Was ist aber, wenn man kein Ausnahmekünstler ist?
Vor drei Jahren starb der Onkel von Markus Tiarks und hinterließ ihm sein Haus, in dem jetzt der Nosse Kulturtreff entsteht.
„Ich kannte ihn kaum, wusste nicht einmal, dass er wieder in Deutschland lebt, nach vielen Jahren in Belgien und Frankreich.
Viele sterben heute alleine, ohne soziales Umfeld. Mein Onkel kann ich nur durch die Dinge kennenlernen, die er hinterlassen hat“, erläutert Tiarks sein Ausstellungs-Konzept. Ein Bild seiner Frau, die verrostete Eisenbahn seiner Kindheit, der Versuch ein Perpetuum mobile zu bauen, Bücher mit Verschwörungstheorien und Konservendosen-Berge für den Notfall. Die Ausstellung soll zum Innehalten anregen, bevor der Container kommt, und alle Spuren für immer beseitigt werden.
Es ist eine Ausstellung, in der viele Besucher ihre eigene familiäre Situation entdecken können und die trotz ihrer vordergründigen Banalität der Exponate zur Selbstreflexion einlädt.