22/06/2026
Tag C - Fest der Rose
Das „Fest der Rose“ wird traditionell weltweit von den Rosenkreuzern am „Tag C“ gefeiert. Woher stammt diese Tradition und welche Bedeutung hat das Fest und „der Tag C“?
In der 3. Vereinbarung, wie sie in der „Fama Fraternitatis“(1614) dem ersten der 3 Manifeste, mit denen die Rosenkreuzer im frühen 17. Jahrhundert an die Öffentlichkeit traten, heisst es:
„ein jeder Bruder soll alle Jahr sich auff C. Tag bey S.Spiritus einstellen oder seines aussenbleibens ursach schicken.“.
Es ist äußerst aufschlussreich, lohnenswert, sich einmal mit dieser 3. Vereinbarung näher zu beschäftigen, d.h. in
die Stille zu gehen, darüber zu meditieren und zu kontemplieren.
Gerade in der heutigen Zeit ist es dringend erforderlich , den geheimen Weisheitsschatz der Rosenkreuzer für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Dafür wollen wir uns die obenerwähnte 3. Vereinbarung genauer anschauen. Da ist von einem Tag „C“ und „S. Spiritus“ die Rede, an dem sich jeder Bruder alle Jahre einfinden soll. Man muss sich erinnern, dass die Bruderschaft sich „contra Roma“ gegen die kirchlichen Mißstände und die vorherrschende akademische Gelehrsamkeit positionierte. Da das damals äußerst gefährlich war (Ketzer!) verschlüsselten sie ihre Weisheit in alchemistischen, hermetischen und kabbalistischen Bezeichnungen, womit die Gelehrten damals miteinander kommunizierten.
Die größte Ketzerei der Rosenkreuzer und anderer freier Denker bestand darin, dass man das einmalig gültige historische Jesus Christus Bild, das die Kirche lehrte, bestritt .
Dass Christus, das Urbild, der vollkommene Mensch, der weiss, dass er EINS ist mit dem Vater, als göttlicher Funke in jedem Menschen angelegt ist, bildet den Kern des Rosenkreuzer Mythos.
Der göttliche Funke im Menschen wird (im Rosenkreuz) durch die Rosenknospe symbolisiert, die im Schnittpunkt, im Herzen des goldenen Kreuzes erblüht. Das goldene Kreuz ist Symbol des gereinigten, vervollkommneten Körpers des Menschen.
Sich zu diesem hohen Ziel auf den Weg zu machen und trotz aller Herausforderungen des täglichen Lebens dabei zu bleiben, schaffen nur wenige Menschen. Die „Fama“ ist ein bewährter Wegweiser, wenn man lernt, die verschlüsselte, „geheime“ Sprache zu verstehen.
Möge es mir gelingen, die 3. Vereinbarung aus der „Fama“ ins heutige Verstehen zu übersetzen.
Bedeutung des Tags „C“:
Dieser Versammlungszeitpunkt der Rosenkreuzer findet 100 Tage nach der Frühjahrstagundnachtgleiche statt. Dies ist nicht von ungefähr. Die Zahl „100“ symbolisiert einen Reifungsprozess in der Natur und Vollendung eines geistigen Zyklus.
Der Tag „C“ weist sicher nicht zufällig auf das Hochfest der Katholiken hin: „Corpus Christi“, das die Gegenwart Christi im Abendmahl feiert. Dieses Fest findet alljährlich seit dem 13. Jahrhundert 60 Tage nach Ostern, ca. 83-113 Tage nach der Frühjahrstagundnachtgleiche statt.
Da die Rosenkreuzer sich eher zur lutherischen Kirche mit gegensätzlicher Auffassung zur Eucharistie bekennen, feiern sie zu diesem Zeitpunkt das „Fest der Rose“, wobei die aufblühende Rose ja Symbol ist für die erwachende Seelenpersönlichkeit im Menschen. (das wahre Selbst, das Christusbewusstsein).
Was bedeutet nun das „S. Spiritus“?
Es handelt sich um eine Bewusstseinsebene, auch „Kosmisches Sanktum“ genannt, auf der sich die hohen Energieschwingungen aller Brüder und Schwester, die dafür vorbereitet sind, vereinigen.
B.Kantzer