29/08/2026
ANTONINO FOGLIANI 1976 - 2026
Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer haben wir vom Tod Antonino Foglianis erfahren. Im Alter von nur 50 Jahren ist ein Künstler von uns gegangen, der der Bayerischen Staatsoper über viele Jahre eng verbunden war – und weit mehr als ein regelmäßiger Gast unseres Hauses geworden ist.
Antonino Fogliani, gebürtig aus Messina und in Mailand zum Dirigenten ausgebildet, war ein Musiker im unmittelbarsten und schönsten Sinne des Wortes. Musik war für ihn etwas zutiefst Lebendiges. Vor allem aber kam sie aus dem Herzen. Wer ihm begegnete, erlebte einen Menschen von außergewöhnlicher Wärme, Großzügigkeit und Herzlichkeit.
Seine besondere Liebe galt dem italienischen Repertoire. Rossini, Donizetti, Verdi und Puccini ließ er atmen und gab ihrer Musik Farbe, Leichtigkeit und Dramatik. Er verstand die menschliche Stimme und liebte die Sängerinnen und Sänger.
An der Bayerischen Staatsoper dirigierte der international erfolgreiche Maestro über viele Jahre ein breites Repertoire. Noch im Juli stand er bei La Cenerentola am Pult des Bayerischen Staatsorchesters.
Dass wir ihn nun verlieren, trifft uns besonders schmerzlich, weil Antonino Fogliani Teil unserer Zukunft sein sollte. In wenigen Wochen hätte er mit Diana Damrau, Benjamin Bernheim und dem Bayerischen Staatsorchester beim großen „Oper für alle“-Konzert die neue Spielzeit eröffnet. Im Dezember sollte er mit Donizettis Maria Stuarda eine Neuproduktion an unserem Haus musikalisch erarbeiten.
Die Erinnerung an Antonino Fogliani wird vor allem mit einem Menschen verbunden bleiben, dessen Freude an der Musik ansteckend war. Er konnte diese Freude an Orchester, Sängerinnen und Sänger und schließlich an ein Publikum weitergeben. Dieselbe Wärme, Offenheit und Großzügigkeit, die seine Persönlichkeit auszeichneten, waren auch in seinem Musizieren zu hören.
Die Bayerische Staatsoper verliert mit ihm einen wunderbaren Dirigenten, einen leidenschaftlichen Musiker und einen außerordentlich warmherzigen Menschen. Wir verlieren aber auch einen Freund unseres Hauses. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.