Die Spieldose wurde 1955 von Architekturstudenten unter Professor Hans Döllgast, am Lehrstuhl für Architektur der TU München gegründet und widmet sich seitdem dem mechanischen Theater in all seinen Facetten. Hans Döllgast können im TU-Speicher Werkstatt und Probebühne eingerichtet werden. Die Rokoko-Oper "Bastien und Bastienne" (ein Schäferspiel des jungen Mozart) wird das erste Stück der SPIELDOS
E. Das 1960 fest formierte SPIELDOSEN-Orchester konzertiert auch außerhalb des Theaters und löst sich erst nach dem letzten Vorhang der Mozart-Oper 1969 auf. In den 60er Jahren beginnt die allmähliche Ablösung der rein imitativen Marionette; die SPIELDOSE geht hinfort mit Theaeterwirklichkeiten freier um. Anstatt menschliche Realität abzubilden erhalten die neuen Figurenkonstruktionen individuelle Bewegungsmöglichkeiten. Diese "Action-Puppen" sind weitaus agiler als die traditionelle Marionette. Häufig werden "Abstrakta-Marionetten" und "Action-Puppen" kombiniert. Auch Menschenspieler greifen immer öfter in das Bühnengeschehen ein. Nach 6 Jahren ohne eigene Spielstätte erhält die SPIELDOSE endlich ein festes Zuhause. Beim Wiederaufbau des Künstlerhauses entsteht 1961 ein aufwendig gestaltetes und mit moderner Technik ausgestattetes Kammertheater für 80 Zuschauer. Die neuen Räumlichkeiten markieren eine Einbeziehung ausgefallener Technik und Mechaniken. Es entstehen surreale und abstrakte Stücke ohne durchgehenden Handlungsstrang. Komplexe Partituren aus Bewegung, Licht und Klang lassen Raum für Assoziationen und Improvisationen. Bei Werkabenden werden dem Publikum Eingriffe ins werdende Stück und schließlich die Mitgestaltung erlaubt. Dadurch wurde schon mancher Zuschauer zum (späteren) Mitspieler. Mit dem Weggang der meisten Stamm-Mitglieder Mitte der 70er Jahre - Familie und Beruf erhalten Vorrang - muß eine schwierige Übergangsphase bewältigt werden. Die restlichen Spieler veranstalten nur noch wenige Aufführungen im Jahr. Doch ab 1979 entsteht eine neue, bis heute anhaltende Blütezeit dieses mechanischen Laientheaters. Figurentheater, Schwarzes Theater, Laterna Magica, Licht- und Tanztheater, Schauspiel, multimediale Ausdrucksformen und Computertechnik, existieren mit allen Figurenarten und bildnerischen Objekten nebeneinander. Die Aufführungen sind Ausdruck der jeweiligen Spielgruppe. Sie werden mit Ideensuche, Diskussion, Experiment, Figurenbau, Text- und Tonarbeit und Proben gemeinschaftlich erarbeitet. Und jetzt ist die Spieldose , nach 50 Jahren im Künstlerhaus, wieder ohne feste Spielstätte und auf der Suche nach Probenräumen.