11/06/2026
GRAFFITI 4 the CITY - Urbane Kunst in der Mitte der Stadt hinter dem Rathaus noch bis Ende Juni.
Graffiti ist mehr als ein Schriftzug an der Wand. Es ist Ausdruck, Haltung und seit vier Jahrzehnten fester Bestandteil der Kultur.
Was in den frühen 80ern – besonders in München als Pionierstadt der deutschen Graffitibewegung – mit einfachen Tags und ersten Pieces begann, hat sich zu einer eigenständigen künstlerischen Disziplin entwickelt: dem Stylewriting.
Anfangs ging es um Sichtbarkeit.
Ein Name, schnell gesprüht, war ein Statement – „Ich war hier“. Aus diesen reduzierten Signaturen entstand Schritt für Schritt eine komplexe Formensprache.
Stylewriting ist die konsequente Weiterentwicklung des Graffito: ein Spiel mit Typografie, Raum, Bewegung und Identität. Wer genau hinsieht, erkennt Komposition, Technik, Rhythmus – und jahrelange Übung.
München hat diese Entwicklung maßgeblich mitgeprägt. Künstler wie Loomit, WonABC oder SatOne haben gezeigt, dass aus illegalen Anfängen internationale Kunstkarrieren entstehen können. Ihre Arbeiten bewegen sich heute zwischen Straße und Galerie – ohne ihre Wurzeln zu verleugnen.
Graffiti ist Teil unseres Alltags.
Es prägt Brücken, Bahnlinien, Hallen und ganze Viertel. Es spiegelt gesellschaftliche Debatten, Subkulturen und Generationen.
Natürlich bewegt sich Graffiti im Spannungsfeld zwischen Aneignung und Gesetz, zwischen Rebellion und Anerkennung. Doch es pauschal als Vandalismus abzutun, greift zu kurz.
Stylewriting ist eine urbane Kunstform – entstanden auf der Straße, gewachsen mit der Stadt.
München ist ein lebendiges Kapitel dieser Geschichte weshalb wir diese Kunstform nun in das Herz der Stadt tragen, genauer gesagt hinter das Rathaus.
Acht Urban Artists haben die Kulturflächen an der Schallschutzwand der 2. Stammstrecke mit Styles und Characters in ein temporäres Kunstwerk verwandeln.
Artists:
Beastiestylez
Julian Jandorf
SCOUT
Mr. WOODLAND
Location:
01.03. - 31.06.2026
DB 2. Stammstrecke München
Münchner Rathaus
Kuration: Lando Graffiti
Organisation: Tobias Sehr .de
Text: Martin Arz
In Kooperation mit Landeshauptstadt München – Kulturreferat