23/12/2023
Mehr kann ich Euch heuer leider nicht mehr mitgeben. Für die kommenden zwei Jahre habe ich einige große Projekte mit den Rauhnachtgeistern geplant, sowie ein Einzelprojekt, das ich kommendes Jahr fertig haben möchte.
Ich wünsche Euch ein gesegnetes Fest und besinnliche Feiertage, sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Seit dem 21.12, der Thomasnacht, wo der bluadige Dammerl unterwegs war, toben die Stürme über das Land. Die „Wilde Jagd“ zeigt sich von ihrer besten Seite, und sie ist besonders wild. Je nach Region wird sie angeführt von der Perchta, dem Wode, dem wilden Jäger uvm. Sie scheinen heuer auf sich aufmerksam machen zu wollen. Die Rauhnächte haben begonnen und die Tore zur Anderswelt stehen weit offen. Die Welten verschwimmen. Heuer sind sie besonders stark. Jeder, der noch fühlt, spürt es. Warum das so ist, vermag ich nicht zu sagen, aber wir brauchen uns nur umsehen. In unserer technisierten Welt, in der scheinbar alles erklärbar sein mag, in der uns zu vieles aus der Hand genommen wird, ist vermeintlich kein Platz mehr für die Relikte unserer Vorfahren. Vieles wurde vergessen oder als Fantasterei abgetan. Und dennoch spüren wir es. Gerade in den Rauhnächten ist oft eine innere Sehnsucht zu verspüren. Oft kann man sie nur nicht greifen, nicht verstehen. Möglicherweise werden wir heuer darauf aufmerksam gemacht, dass die alten Kräfte und Mächte noch da sind.
Heute wären wir mit unserer Perchtenformation, dem „Wilden Gjaig“ auf zwei Veranstaltungen lokal unterwegs. Unser Ziel wäre es gewesen, den Wintergeistern und den alten Dämonen entgegenzutreten, Glück und Segen zu bringen. Ein alter, vergessener Ritus, der nicht als Unterhaltung gedacht ist, sondern gerade in schweren Zeiten den Menschen Trost und Hoffnung spendete. Leider ist es uns heuer nicht möglich, da ich als Hauptmann gesundheitlich die Gruppe nicht führen kann. Somit bleiben wir heuer zu Hause und bereiten uns auf das kommende Jahr vor. Es gibt viel zu tun.
Dennoch gebe ich den Interessierten ein paar Ratschläge unserer Vorfahren mit, um gut über die Rauhnächte zu kommen und nicht von der „Wilden Jagd“ mitgerissen zu werden.
Für die „Wilde Jagd“:
Keine Wäsche aufhängen, sonst verfängt sich die „Wilde Jagd“. Keine Betten zum Lüften raushängen, sonst holt man sich Dämonen ins Haus und wird krank, oder schlimmeres. Nach dem Abendgebetläuten soll man das Haus nicht mehr verlassen. Wenn man draußen ist, und merkt, dass die „Wilde Jagd“ kommt, dann hilft nur noch auf den Boden werfen und die Beine und Arme zu überkreuzen.
Für die Rauhnächte:
Räuchert über die Zeit die Räume sauber aus, es reinigt und haut alles raus, was nicht ins Haus gehört. Stellt in den dunklen Nächten eine Kerze, oder ein Lichtlein auf. Jedes kleine Licht hilft über die Zeit hinweg. Nehmt die Zeit zum Entschleunigen, zum Erholen. Schließt ab mit Dingen, die Ihr nicht mit ins neue Jahr nehmen wollt.
Es gibt viele Dinge, die ich schreiben könnte, aber wir brauchen ja noch was für unsere Veranstaltungen. 😉
Wir sehen uns im neuen Jahr, in neuer Frische , wieder.
Im Namen der Moosburger Rauhnachtgeister e.V. wünsche ich ein gesegnetes Fest, besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr! 👹🎄🌠🔥🍄
Mephisto alias Waldteufel
Obmann