16/06/2026
RAUSCH DER SINNE IM STAATSTHEATER MEININGEN UND PARK ALTENSTEIN
Pfingstreise unseres Zentrums ins Wagner-Land Thüringen
Pfingsten neigte sich dem Ende zu und es war heiß. Eigentlich keine schlechte Idee ins GRÜNE HERZ DUTSCHLANDS zu reisen, nach Thüringen. Dort spielt auch eine der markantesten Opern Richard Wagners, TANNHÄUSER UND DER SÄNGERKRIEG AUF WARTBURG, doch Eisenach und die Burg ließen wir auf dem Hin- und Rückweg rechts und links liegen. Unser Ziel war Meiningen, bis 1918 Hauptstadt eines sächsisch-ernestinischen Kleinstaates, dessen vorletzter Herzog Georg II. Sprechtheatergeschichte schrieb und sein Orchester dafür auf Tourneen durch ganz Europa Berühmtheit erlangen ließ. Den Schlachtruf „Die Meininger kommen!“ kehrten wir um und dazu begrüßte uns bei einem gemeinsamen Mittagessen im „Henneberger Haus“ Killian Farrell, heutiger Chef der Meininger Hofkapelle. Derart eingestimmt absolvierten wir eine stimmungsvolle Führung durch die Sonderausstellung zum 200. Geburtstag des „Theaterherzogs“ im prachtvollen Schloss Elisabethenburg. Vieles konnte nur angerissen werden und sollte Appetit auf eigenständige Wiederholung machen.
Die meisten Teilnehmer hatten Farrells Einladung ernst genommen, erwarteten ihn in den vorderen Reihen zu seiner schon legendären Werkeinführung und gaben sich dann der Stimmung im ausverkauften Staatstheater hin. Der Würde des klassizistischen Baus von 1909 tat die farbenfrohe Inszenierung von Richard Wagners DAS RHEINGOLD durch Malerstar Markus Lüpertz überhaupt keinen Abbruch, im Gegenteil, unter Verwendung einiger sehr selbstverliebter Details blieb der 87Jährige seiner Ankündigung treu, nicht sich, sondern den von ihm geschätzten Wagner inszenieren zu wollen und den Zuschauer das Werk lesen zu lassen. Nichts wurde dekonstruiert und nach der pausenlosen Vorstellung setzte eine nie gesehene Jagd der Besucher auf die letzten Programmhefte ein. Der sehr gelungene Theaterabend spricht für die weiteren Aufführungen in der kommenden Spielzeit.
Augen, Ohren, Nase und Mund kamen am folgenden Rückreisetag ebenfalls auf ihre Kosten beim Besuch des Altensteins oberhalb des Kurortes Bad Liebenstein. Die ehemalige Sommerfrische der Herzöge von Sachsen-Meiningen ist ein gebauter und gestalteter Traum gärtnerischer Vielfalt, Romantik, Phantasie und Sentimentalität im Stil englischer Parks. Nicht umsonst ließ Georg II. das kleine Schloss Ende des 19. Jahrhunderts im englischen Landhausstil umbauen. Die immensen Schäden der Brandkatastrophe 1982 sind äußerlich nicht mehr sichtbar. Sanierung und Restaurierung dauern an, die Wiedereröffnung ist für 2027 ins Auge gefasst. Das Gesamtkunstwerk, an dem Gartenkünstler wie Hermann Fürst von Pückler-Muskau und Peter Joseph Lenné beteiligt waren, ist jederzeit einen Besuch wert.
Die Leipziger Polster & Pohl waren uns wieder verlässliche Partner, selbst der „Linzer Hut“ erreichte die Besitzerin noch in Merseburg. Wegen der hohen Nachfrage soll am 7./8. 01. 2027 DAS RHEINGOLD in Südthüringen noch einmal für uns funkeln