Richard-Wagner-Zentrum Mitteldeutschland

Richard-Wagner-Zentrum Mitteldeutschland Das Richard-Wagner-Zentrum Mitteldeutschland beleuchtet Richard Wagner im Kontext der Heimatregion.
(1)

Richard Wagner und seine FrauenMINNA WAGNER, GEBORENE PLANER, ZUM 217. GEBURTSTAGWie heißt die kürzeste Verbindung zwisc...
05/09/2026

Richard Wagner und seine Frauen
MINNA WAGNER, GEBORENE PLANER, ZUM 217. GEBURTSTAG

Wie heißt die kürzeste Verbindung zwischen dem erzgebirgischen Oederan, zwischen Chemnitz und Freiberg in Sachsen gelegen, und Bad Lauchstädt, im Saalekreis in Sachsen-Anhalt? MINNA PLANER!
Richard Wagner hatte einfach Glück. Er war zweimal verheiratet und beide Frauen kamen zur rechten Zeit, damit er nicht unterging und seinen Weg weitergehen (Minna Planer), oder damit er DER Richard Wagner werden konnte (Cosima von Bülow, geborene Liszt).
Wilhelmine (Minna) Planer, wurde am 05.09.1809 in sehr bescheidenen Verhältnissen in Oederan am Erzgebirge geboren und musste bald selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen. Kennengelernt hatte sie Richard Wagner im Sommer 1834 in Bad Lauchstädt nahe Halle und Merseburg, wo seine berufliche Karriere als Kapellmeister begann und sie als durchaus bekannte Schauspielerin angestellt war. Zufällig fand er ein Zimmer in dem Haus, in dem auch sie logierte ...! Beide heirateten am 24. November 1836 im ostpreußischen Königsberg. Nach Zeiten in Riga und Paris lebten beide entscheidende Jahre in Dresden, wo Wagner nacheinander drei Opern zur Uraufführung brachte - RIENZI, DER FLIEGENDE HOLLÄNDER und TANNHÄUSER. Im dortigen Maiaufstand 1849 gegen die obwaltenden Verhältnisse bekam die Ehe Risse, die sich während Wagners darauf folgendem Exil vertieften. Bis auf Besuche bei ihrem Mann blieb Minna Wagner weiterhin in der Stadt wohnen, wo sie am 25. Januar 1866 verstarb.
Detailierte Informationen findet man in den Büchern von Sibylle Zehle oder Eva Rieger oder dem veröffentlichten Briefwechsel. Auch einige Regisseure maßen ihr Bedeutung zu, so dass man im Stummfilm Wagner (1913), "Frauen um Richard Wagner" (1955) oder der Serie "Wagner" (BBC 1982) in der filmischen Umsetzung eine Vorstellung von ihr bekommen kann.
Wer es kürzer haben möchte, findet in unserer Box "Richard Wagner in Mitteldeutschland" Informationen in den Faltblättern zu verschiedenen Wagner-Orten. (www.richard-wagner-zentrum.de)

12. OKTOBER 2026, 18 UHRPARLAMENTSGESPRÄCH IM STÄNDEHAUS ZU MERSEBURG Bereits zum fünften Mal findet unser jährliches Pa...
04/09/2026

12. OKTOBER 2026, 18 UHR
PARLAMENTSGESPRÄCH IM STÄNDEHAUS ZU MERSEBURG

Bereits zum fünften Mal findet unser jährliches Parlamentsgespräch im Ständehaus zu Merseburg statt. Möglich ist das nur durch das Interesse und die Unterstützung von Spendern und Sponsoren, denen wir sehr herzlich danken.
Von 1817 bis 1933 war das Provinzialparlament der preußischen Provinz Sachsen ein Ort, in dem gedacht, gestritten und entschieden wurde.
Entschieden hat in diesem Haus aktuell das Kulturamt der Stadt Merseburg, dass wir den historischen Sitzungssaal regelmäßig dafür nutzen können, dass darin gedacht und gestritten werden kann. Dazu laden wir für den 12. Oktober 2026, 18 Uhr sehr herzlich ein.

Tradionen und FamiliengeschichteRICHARDS ENKEL WOLFGANG WAGNER VOR 107 JAHREN IN BAYREUTH GEBORENWolfgang Wagner war ers...
30/08/2026

Tradionen und Familiengeschichte
RICHARDS ENKEL WOLFGANG WAGNER VOR 107 JAHREN IN BAYREUTH GEBOREN

Wolfgang Wagner war erst mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Wieland und ab 1966 allein von 1951 bis 2008 extrem erfolgreicher Leiter der nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgenommenen Richard-Wager-Festspiele in Bayreuth, war auch der letzte Intendant auf Lebenszeit. Als er am 30. August 1919 in Bayrfeuth geboren wurde, hatte Deutschland nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg gerade 10% seiner Fläche verloren. Doch mangelte es nicht an Geografieunterricht, so dass er in seiner späteren Funktion nie nur nach Westen blickte, um z.B. 1991 in Lyon (Frankreich) an der Gründungsveranstaltung des Internationalen Richard Wagner-Verbandes teilzunehmen, sondern jede Gelegenheit nutzte, auch nach Norden, in die mitteldeutsche Herkunftsregion seines Großvaters Richard Wagner zu reisen. Der "Osten" ist bei "Klarsicht" aus dem Westen eben nicht nur der Osten, sonder von Franken und Bayern her der Norden. Und Wolfgang Wagner war auch in Zeiten der Teilung Deutschlands ab ca. 1950 im Norden, um interessante Inszenierungen der Werke seines Großvaters zu sehen oder Künster, wie Theo Adam, Peter Schreier oder Spas Venkoff direkt von den Bühnen in Ost-Berlin, Dresden oder Leipzig nach Bayreuth wegengagierte.
Im Alter hörte er immer öfter die Stimme des Blutes schlagen. Da war es logisch, dass Wolfgang Wagner nebst Gattin Gudrun 1998 anlässlich des 150. Todestages seiner Urgroßmutter Johanna Rosina, also der Mutter Richard Wagners, deren Geburtsort Weißenfels an der Saale im heutigen Sachsen-Anhalt besuchte. Das Geburtshaus war allerdings 16 Jahre zuvor schon abgerissen worden. Er war dermaßen von seinem Besuch angeregt, dass er symbolträchtig im selben Jahr kurz vor dem Tag der deutschen Einheit einen Betriebsausflug der Bayreuther Festspiele nach Weißenfels organisierte. Gudrun Wagner übergab dabei drei paar Schuhe von Aufführungen der Festspiele an das überregional bedeutende Schuhmuseum der Stadt.
Im Jahr 2000 besuchte er in Müglenz hinter Wurzen in Sachsen die Taufkriche von Richards Großvater väterlichserseits. Die Chorfenster waren desolat, die Orgel unbespielbar. Vor 25 Jahren, nach dem Jubiläum "125 Jahre Bayreuther Festspiele", brachte er dort 200 000 DM vorbei, weil die Künstler, inklusive Dirigent Christian Thielemann, bei der Aufführung von Beethovens 9. Sinfonie in Bayreuth auf ihre Gage verzichtet hatten. Er war auch in Weimar, repräsentierte aber vor allem beim ersten Kongress der internationalen Richard-Wagner-Verbände die Familie in den so gern neu genannten Bundesländern, 25 Jahre nach dem Anschluss der DDR an die alte BRD. Das war in Richard Wagners Geburtsstadt Leipzig. So war Wolfgang Wagner, das war Nahbarkeit im besten Sinne des Wortes. Tempi passati.
Wolfgang Wagner verstarb am 21. März 2010 in Bayreuth.

DIE HOCHZEIT ZU PÖTEWITZ IN SACHSEN, HEUTE SACHSEN-ANHALT Richard Wagners Mutter Johanna Rosina heiratete vor 212 Jahren...
28/08/2026

DIE HOCHZEIT ZU PÖTEWITZ IN SACHSEN, HEUTE SACHSEN-ANHALT
Richard Wagners Mutter Johanna Rosina heiratete vor 212 Jahren Ludwig Geyer

Heute vor 277 Jahren wurde Johann Wolfgang von Goethe, der spätere Minister und Theaterleiter im Großherzogtum Sachsen Weimar und Eisennach, Dichter und Forscher, in Frankfurt am Main geboren. Deswegen ließ Weimars Hofkapellmeister Franz Liszt am 28. August 1849, dem 200. Geburtstag Goethes, Richard Wagners romantische Oper LOHENGRIN am Hoftheater uraufführen. Aber wussten das auch Richard Wagners verwitwete Mutter Joahnna Rosina, auch Laienschauspielerin, und ihr langjähriger Freund, der Schauspieler und Kunstmaler Ludwig Geyer, als sie sich 1814 diesen Tag für ihre Hochzeit ausgesucht hatten?
Geyer hatte sich nach der Katastrophe der Völkerschlacht bei Leipzig und dem darauf am 23. November 1813 erfolgten Typhustod von Johannas Mann Carl Friedrich Wilhelm Wagner um die kinderreiche Familie gekümmert. Der Jüngste, Richard, war gerade ein halbes Jahr alt.
Geheiratet wurde am 28. August 1814 in der beeindruckenden Wehrkirche zu Pötewitz, zwischen Gera und Zeitz gelegen. Heute liegt es im sachsen-anhaltischen Burgenlandkreis, wie auch Weißenfels, die Geburtsstadt der damaligen Braut, Richard Wagners Mutter. Das Paar befand sich mit den Kindern auf dem Weg von Leipzig nach Dresden, wo Geyer ein Engagement als Schauspieler angenommen hatte und bewegte sich noch durchgängig auf sächsischem Territorium. Nur neuneinhalb Monate später musste Sachsen nach der Unterzeichnung der Schlussakte des Wiener Kongresses die Hälfte seines Territoriums mit mehr als der Hälfte seiner Bevölkerung an Preußen abtreten. Danach lagen Pötewitz und Weißenfels in Preußen, heute im Burgenlandkreis in einem von Preußens Rechtsnachfolgern, in Sachsen-Anhalt.

ALLE GEHEN. DER MYTHOS BLEIBT.Die Richard-Wagner-Festspiele des Jahrgangs 2026 sind beendet.
27/08/2026

ALLE GEHEN. DER MYTHOS BLEIBT.

Die Richard-Wagner-Festspiele des Jahrgangs 2026 sind beendet.

25. August: Heute ist der 126. Todestag des Philosophen Friedrich Nietzsche, Verehrer und Antipode Richard Wagners Natür...
25/08/2026

25. August: Heute ist der 126. Todestag des Philosophen Friedrich Nietzsche, Verehrer und Antipode Richard Wagners

Natürlich denkt man in Bayern zuerst an Ludwig II., den Kini, der heute vor 181 Jahren geboren wurde. Im Jahr zuvor, 1844, wurde im heutigen Sachsen-Anhalt einer geboren, der das Denken der Welt veränderte, zumindest aber beeinflusste. Und der Richard Wagner nach anfänglicher Vergötterung den Krieg erklärte. Friedrich Nietzsche - heute ist sein 126. Todestag.
Der Schöpfer von "Also sprach Zarathustra" ist ein rein mitteldeutsches Gewächs und wäre beinahe ein Sachse gewesen. Doch sein Geburtsort Röcken im Weißenfelser Land fiel mit dem Wiener Kongress 1815 als Kriegsbeute an das von Napoleon und den französischen Okkupanten besonders gedemütigte Preußen und so wurde 29 Jahre später der Pfarrerssohn Friedrich Nietzsche ebenfalls ein "Mußpreuße", wie sich viele "abgetretene" Sachsen im 19. Jahrhundert noch lange fühlten. Trotzdem schätzten sie bald die preußische "Perfektion und Ordnung", wie es die Weißenfelser Autorin Louise von François in ihrem Beitrag AUS DEM PREUßISCHEN HERZOGTUM SACHSEN im "Morgenblatt für gebildete Leser" diesen bereits 1856 mitteilte. Nietzsche, der mit dem "Ausrutscher" Bonn bis zum Studienabschluss und abgesehen von den Aufenthalten in Italien und der Schweiz sein Leben in Mittteldeuschland verbrachte, kam in Naumburg und Schulpforta auch mit der Musik und dem Werk Richard Wagners in Berührung. 1868 lernte er dem Komponisten in Leipzig dann auch persönlich kennen und wurde bald sein glühender Apostel. Der Bruch kam mit dem Besuch der ersten Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth im Sommer 1876. Die Endphase seines relativ kurzen Lebens verbrachte er in der Betreuung seiner Schwester in Weimar. Dort verstarb er am 25. August 1900. Elisabeth Förster Nietzsche setzte auch alles daran, dass der selbsternannte "Antichrist" neben seinen Eltern an der Kirchmauer von Röcken beigesetzt wurde.
https://richard-wagner-zentrum.de/friedrich-nietzsche-in.../

RICHARD WAGNER FESTSPIELE BAYREUTH 2026VOR 150 Jahren wurden die erste Festspiele mit dem ersten vollständigen DER RING ...
24/08/2026

RICHARD WAGNER FESTSPIELE BAYREUTH 2026
VOR 150 Jahren wurden die erste Festspiele mit dem ersten vollständigen DER RING DES NIBELUNGEN aufgeführt

Ein RIENZI macht noch kein Jubiläum, aber er wird diskutiert, verrissen und hoch gelobt. Manche fordern schon, ihn in den Kanon der Festspiele aufzunehmen, auch wenn er musikalisch doch wohl auf die Pariser GRAND OPERA verweist, die Richard Wagner in seinen Pariser Jahren 1839 bis 1842 erlebte, aufsaugte und zum Zwecke des Studiums und des Ausprobierens dann endlich in Dresden auf die Bühne bringen konnte. Das sächsische Publikum, inklusive König Friedrich August, war begeistert, Wagner wurde Hofkapellmeister. Mitglieder unseres Vereins sahen die Aufführung am 3. August 2026 in Bayreuther Manier und erlebten dabei ein Publikum, dass sich wie zwanghaft in extatischen Jubel versetzte. Blieb die Frage, was man sah, was man sehen wollte. War das Wagners RIENZI? Wenn man gerade frisch von der letzten CSD-Party kam, brauchte man vielleicht auf der Bühne eine lesbische Beziehung, die die Hosenrolle des Adriano konterkarierte?! Das Orchester und das singende Personal jedenfalls waren ernst zu nehmende Akteure, ihre musikalische Leistung zurecht bejubelt. Wilhelmine Schröder-Devrient hätte vielleicht bei dem Ansinnen möglicherweise wie weiland in Dresden 1849 zur nächsten Revolution aufgesungen?
Heiß war es und es sollte am Folgetag noch heißer werden. Am Vormittag war ein Termin bei der Internationalen Richard-Wagner-Gesellschaft mit Sitz in Salzburg angesagt, bei der unser Vorsitzender Thomas Krakow über die Vergangenheit (Richard ist Leipziger, 2013) und die Gegenwart des Richard-Wagner-Zentrums Mitteldeutschland in Merseburg sprach. Und über die vielen Wagner-Orte in Mitteldeutschland. Zum Abschluss besuchten die Teilnehmer noch gemeinsam das Wagnerzimmer, die Wagner-Wohnung am Schloss Fantaisie, wo der Schlosspark klimatisch eine gelungene Abwechslung zur aufgeheizten Stadt bot. Sommer eben.

WERDEN UND VERGEHEN AM 4. AUGUST 1930IN BAYREUTH (FRANKEN) STIRBT RICHARD WAGNERS SOHN UND ERBE SIEGFRIED IN NAUMBURG (S...
16/08/2026

WERDEN UND VERGEHEN AM 4. AUGUST 1930
IN BAYREUTH (FRANKEN) STIRBT RICHARD WAGNERS SOHN UND ERBE SIEGFRIED
IN NAUMBURG (SACHSEN-ANHALT) WIRD DER SPÄTERE MEISTERREGISSEUR UND INTENDANT GÖTZ FRIEDRICH GEBOREN

Richard Wagners einziger Sohn, der 1869 in Tribschen/Luzern geborene Siegfried, wuchs in Bayreuth auf, heiratete 1915 die Engländerin Winifred Williams und zeugte mit ihr vier Kinder, die für das Nachleben des Mythos Wagner und den Bestand der Richard Wagner Festspiele in Bayreuth auf unterschiedliche Weise sorgten. 1908 übernahm Siegfried von seiner Mutter Cosima die Leitung der Festspiele. Nach zehnjähriger Pause, bedingt durch den Ersten Weltkrieg und die folgenden Krisen im Deutschen Reich, wagte das Ehepaar Wagner 1924 den Neuanfang. Bei Proben zu einem neuen "Tannhäuser" für die Festspiele erlitt Siegfried Wagner am 18. Juli 1930 einen Herzinfakt und starb am 4. August, wenige Monate nach seiner Mutter Cosima. Er schuf als Komponist 17 Opern, trat aber aus dem übermachtigen Schatten des Vaters nie heraus.
Götz Friedrich wuchs im Haus seiner Eltern in Feyburg an der Unstrut auf, wurde aber (wie auch Martin Gregor Dellin) im Krankenhaus der nahen Domstadt Naumburg geboren. Der Domgymnasiast lernte beim Sudium in Weimar seine erste Frau, die Schauspielerin Ruth Maria Kubitschek, kennen, die bereits vor dem Mauerbau die DDR verließ. Seine dritte Frau war die amerikanische Sängerin Karan Armstrong, die mit ihm an der West-Berliner Deutschen Oper arbeitete, an der er seit 1981 Intendant war. Mit beiden Frauen hatte er Söhne. In der Zwischenzeit avancierte Friedrich zum begehrten DDR-Regisseur und inszenierte 1972 bei den Bayreuther Festspielen seinen heftig diskutierten TANNHÄUSER. Im gleichen Jahr kehrte er mit seiner zweiten Frau, der Tänzerin Sighilt Pahl, von einer Gastspielreise nach Schweden nicht in die DDR zurück und ging in die damalige BRD. Der Schüler und Mitarbeiter Walter Felsensteins an der Komischen Oper in Ost-Berlin setzte bis zu seinem Tod im Jahr 2000 u. a. mit seinem "Ring des Nibelungen" an der West-Berlinder DEuschen Oper Wagner-Maßstäbe.

Am 1. August vor 191 Jahren auf Gut Großstädteln bei LeipzigRICHARD WAGNERS ONKEL ADOLPH STARB IM ALTER VON 60 JAHRENPrä...
12/08/2026

Am 1. August vor 191 Jahren auf Gut Großstädteln bei Leipzig
RICHARD WAGNERS ONKEL ADOLPH STARB IM ALTER VON 60 JAHREN

Prägende Persönlichkeiten für Richard Wagner sollten nicht vergessen werden. Eine davon war Adolph Wagner, Onkel väterlichereits. Wenn man schon im Apelschen Haus (Königshaus) am Leipziger Markt wohnt, kann man bei den reichsten Bürgern der Stadt auch Geld borgen. Was Richard Wagner später bei seinem Schulfreund Guido Theodor Apel auch praktizierte, tat seines Vaters 1774 in Leipzig geborener Bruder Adolph schon bei Theodors Vater August, denn beide waren bereits als Leipziger Schriftsteller eng verbunden.
Während aus den Schauer- und Gespenstergeschichten August Apels später das Libretto zu Carl-Maria von Webers Oper "Der Freischütz" entstand, wurde Adolph Wagner ein bekannter und extrem gut in der literarischen Szene Deutschlands, die sich v.a. in Jena und Weimar konzentrierte, vernetzter Literaturhistoriker, Bühnenautor, Übersetzer und Schriftsteller. Seine Bibliothek war legendär, wie Richard Wagner während einer längeren Reiseunterbrechnung 1822 auf dem Rückweg von Eisleben nach Dresden feststellen konnte. Nutzen konnte er sie dann als Schüler und Student, als er mit seiner Familie ab 1827 wieder in Leipzig wohnte. So entdeckte er unter anderem die grichische antike, stieß auf Shakespeare. Auch war der Onkel für den moralischen Zeigefinger wichtig, da Richards Vater bereits 1813, der Stiefvater dann 1821 verstorben war.
Adolph Wagner wurde Honorarprofessor der Universitär Marburg, heiratete unerwartet noch 1824 und verbrachte seine letzten Jahre auf dem Gut des literarisch interessierten Grafen von Hohenthal in Großstädteln, einem der Dörfer aus denen 1934 das am südlichen Stadtrand von Leipzig gelegene Markkleeberg wurde. Dort wurde er auch beigesetzt.
Ein einziges Mal sind Adolph Wagner und seine weibliche Entourage sogar im Film dargestellt, im Stummfilm "Richard Wagner" von 1913.
Für weitergehende Informationen die immerwährende Empfehlung des Buches "Die Ruhestätten der Familie Wagner auf dem Alten Johannisfriedhof zu Leipzig". Es kann über unsere Geschäftsstelle bezogen werden. Wer am Ort in Leipzig unter schattigen Bäumen darin blättert und liest, hat den doppelten Genuss.

RICHARD WAGNERS MUTTER SCHRIEB AN GUIDO THEODOR APELEin Brief aus Leipzig (Sachsen) nach Ermlitz (Sachsen-Anhalt) ist nu...
09/08/2026

RICHARD WAGNERS MUTTER SCHRIEB AN GUIDO THEODOR APEL
Ein Brief aus Leipzig (Sachsen) nach Ermlitz (Sachsen-Anhalt) ist nun dauerhaft in Pirna-Graupa (Sachsen)

Eva Rieger hat es wieder getan. Die Musikwissenschaftlerin aus Liechtenstein, die sich neben anderem gern Frauenthemen widmet und schon manch Verdienstvolles zu Damen aus dem familiären Umfeld Richard Wagners publizierte, machte am 6. August d. J. erneut eine Schenkung an die Richard-Wagner-Stätten im Pirnaer Ortsteil Graupa. Im Ort, der seit 1934 den Schwan im Wappen trägt, hatte der Großkomponist und damalige Königlich Sächsische Hofkapellmeister Wagner mit seiner ersten Frau Wilhelmine (Minna) 1846 geurlaubt und nebenbei am LOHENGRIN gearbeitet. Die Finanzkrise 2008/09 und ihre Rettungsprogramme hatten es möglich gemacht, dass nicht nur (vorher schon entschieden) das Lohengrinhaus im Schäferschen Gut vor dem Zusammenfall bewahrt wurde, sondern im ungenutzten und sinnentleerten Jagdschloss der Wettiner bis zu Richard Wagners 200. Geburtstag ein wissenschaftlich betreuter Musikerort für dessen Rezeption entstand, der eines der Juwelen des daran nicht armen Kulturstandortes Sachsen darstellt. Die gute vernetzte Eva Rieger gehört zu dessen wichtigsten Förderern aus Liechtenstein und der Schweiz heraus, was man in der lokalen und der Landespolitik zu schätzen weiß. Der Brief, den die hochbesorgte Mutter Richard Wagners wegen dessen Finanzkalamitäten nach der Uraufführung seiner ersten Oper an Richards finanzstärkeren und hilfsbereiten Jugendfreund Apel schrieb, ist überhaupt das einzig bekannte Origial von ihr. Glückliches Graupa, glückliches Sachsen.
Richard Wagners Mutter stammt aus dem ürsprünglich sächsischen Weißenfels, seit 1815 dem heutigen Sachsen-Anhalt zugehörig. Gleiches trifft auf das Rittergut Ermlitz zu, bis 1945 Sommersitz und Musenhof von Leipzigs zweitweise reichster Bürger-Familie Apel. Dort bewahrte man neben einem Konvolut von Briefen Richard Wagners auch den der Mutter auf, bis man sie im Februar d. J. bei einem hessischen Auktionshaus im Taunus zur Versteigerung anbot. Gut Ermlitz muss dauerhaft erhalten und sein wertvollster Schatz, textile Wandtapeten, die die Zeit der Enteignung und Fremdnutzung des Gutshauses überstanden, restauriert werden. Leider gibt es im Land nicht für jeden Kulturschatz das notwendige Verständnis. Im Vorfeld war es nicht möglich, Menschen zu sensibilisieren, gerade diesen einzigartigen Brief im Bundesland zu halten. In Weißenfels riss man 1982 gnadenlos ihr Geburtshaus ab. Im gleichen Burgenlandkreis liegt die Kirche, in der die Mutter am 28. August 1814 ihre zweite Ehe einging. Zwanzig Jahre später erhielt Richard in Bad Lauchstädt im benachbarten Saalekreis seine erste Anstellung als Kapellmeister und lernte seine spätere erste Frau kennen. Und die war dabei, als die erste Aufführung einer eigenen Oper vor 190 Jahren, im März 1836, in der heutigen Landeshauptstadt Magdeburg über die Bühne ging. Titel: DAS LIEBESVERBOT.
Sachsen-Anhalt, 1947 entstanden aus dem Freistaat Anhalt und einem Teil der Konkursmasse Preußens, hat bis heute keine eigene Identität. Eva Rieger erklärte bei der Übergabe des Briefs an das sächsische Graupa, dass der Erwerb gar nicht so preisintensiv war. Bei der kulturhistorischen Bedeutung für Sachsen-Anhalt wäre er eher als Tafelsilber einzuordnen. In Merseburg und Weißenfels schimpft man heute noch gern auf Heinrich Graf Brühl (wie Wagners Mutter aus Weißenfels stammend), der nach dem Aussterben der dortigen Herzogslinien die Schätze der Residenzschlösser in die Schatzkammer nach Dresden bringen ließ. Geschichte wiederholt sich, nur interessiert es niemanden mehr.
Gemäß unserem Namen freuen wir uns sehr , dass der wertvolle Brief in Mitteldeutschland geblieben ist. Es hätte auch ganz anders ausgehen können. Glückwunsch für die Richard-Wagner-Stätten Graupa.
Fotos: Katrin Huß/Stadt Graupa, Thomas Krakow

Adresse

Domplatz 7
Merseburg
06217

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Richard-Wagner-Zentrum Mitteldeutschland erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Service Kontaktieren

Nachricht an Richard-Wagner-Zentrum Mitteldeutschland senden:

Verknüpfungen

Teilen

Kategorie