25/05/2026
Unser im Mai:
»Die Wildmohnfrau« von Sarah Knausenberger & Elke
Ehninger
Bevor es ganz schrecklich wurde, wurde es aber noch einmal fast schön. Ich ging mit Hera eine Runde nach draußen, und als ich zurückkam, roch es herrlich.
»Essen!«, rief Hannah, und ich blieb direkt in der Küche.
»Aber der Hund muss raus«, sagte Hannah, also brachte ich Hera in mein Kellerzimmer.
»Ich weiß«, sagte ich, als Hera mich vorwurfsvoll ansah. »Du hast auch Hunger. Ich bring dir was mit, okay?«
Es gab Kartoffelbrei mit Rotkohl, dazu Fleisch. Hannah legte auch mir ein Stück auf den Teller. Ich dachte an die Wildmohnfrau und ihre buddhistischen Freunde, und dass ich hier vielleicht einen toten, reinkarnierten Menschen auf dem Teller hatte. Dieser Kampf dauerte so lange, bis ich den Brei und den Rotkohl heruntergeschlungen hatte. Dann biss ich in das Fleisch, und in dem Moment wurde mir klar, dass ich noch nie etwas so Gutes gegessen hatte. Ich schaffte es nicht einmal, etwas für Hera übrig zu lassen.
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