29/03/2018
Homerecording Insight #2
🔥+Die Balance Strategie+🔥
Für die kommenden Ostertage habe ich hier noch ein wenig Mixing input für dich! In meinem zweiten Insight möchte ich Dir eine Methode zeigen die Dir hilft, eine Grundlage für einen gut balancierten und ausgewogenen Mix zu schaffen. Und das, ohne überhaupt einen Kompressor oder EQ angefasst zu haben. Funktioniert analog sowie digital!
♥♥Darf gerne geteilt werden!♥♥
[MIXING]
Einer der vielen Gründe die Chris-Lord-Alge - neben der Tatsache dass er auschließlich Mixingengineer ist - so erfolgreich machen, ist die Balance seiner Mixe. Damit meine ich die Lautstärke der einzelnen Tracks/Instrumente zueinander.
Der aller erste Schritt, bevor überhaupt nur an einen EQ, Kompressor oder andere Effekte gedacht werden darf, ist ein ausgewogenes Lautstärkenverhältnis zu finden.
Die Balance ist der fundamental wichtigste Schritt für einen gelungenen Mix. Ich weiß selbst wie schwierig und nervenaufreibend dieser Schritt manchmal ist. Ich beobachte bei Homerecordern zu oft, dass genau dieser Schritt, zu sehr vernachlässigt wird. Oftmals will dann lieber direkt an Effekten rumgespielt werden, da das Ergebnis schneller hörbar ist. Ich zeige Dir jetzt allerdings einen Weg, bei dem du deine Balance Ergebnisse ebenso schnell hörbar machst. Und Das sogar mit Aha-Effekt. ;)
Dafür möchte ich Dir einen Trick von Ken Lewis (Eminem, Bruno Mars, Justin Bieber u.v.m) vorstellen, welchen ich bei jedem und ich meine wirklich jedem meiner Mixe anwende.
Wie also findest Du jetzt in deinem Homestudio eine gute Balance für deinen Mix?
Ich nenne es mal den „10 MINUTEN MIXING MARATHON“
So einfach aber dennoch unfassbar effektiv.
Vorab: Du solltest deine Session eigentlich immer - besonders wenn du noch ungeübt im Mixing bist - so klein wie möglich runterbrechen. Wenn du drei Bassdrum Tracks hast, dann mische diese zu einem Track/File zusammen. Kick IN + Kick OUT + KICK SUB = Kickstem. Je weniger Spuren, umso besser.
Folgendes Szenario:
Deine Session ist - am Besten schon am Vortag - vorbereitet, alle Tracks sind beschriftet, bemalt pipapo. Du gehst mit frischen Ohren an deinen Mix. Im besten Fall ist sind die Tracks auch schon InPhase.
1. Nimm Dir dein Smartphone zur Hand und stelle den Timer/Countdown auf 10 Minuten. Lege oder stelle es so hin, dass du das Display gut sehen kannst.
2. Alle Fader runter ziehen (So, dass kein Signal durch geht). Wenn du ein Template nutzt, alle Plugins & Effekt-Wege deaktivieren.
▶ Mixing Level „Anfänger“:
Deine Aufgabe besteht jetzt darin, innerhalb von 10 Minuten den kompletten Song in ein ausgewogenes Lautstärken Verhältnis zu bekommen (Balance). Kein Problem oder? ;)
Keine Effekte, Kein Kompressor, Kein EQ, Kein Panning, Keine Automation, Kein Mixbus, Kein Blabla.
Die absolut rohen Spuren sollen miteinander harmonieren.
Stell Dir vor, der A&R oder Plattenboss der Band steht auf einmal im Studio und du sollst ihm jetzt den neuen Song der Band vorspielen, welcher aber ja noch nicht gemixt ist. Alle Welt wartet auf dich. Dann mal Vollgas jetzt!
Also, Starte deinen Countdown und ab die Post!
Maus oder Hände an die Fader und höre darauf was deine Ohren Dir sagen: Ich persönlich mache das generell gerne in Mono.
PS: Wenn dein Masterbus übersteuert, musst du alle Channel auswählen ( Bei Protools die Gruppe „ALLE“ ) und runter ziehen, bis nicht’s mehr rot blinkt ;). Achte darauf, dass dein Masterfader auf 0 (Unity) steht.
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Deine 10 Minuten sind um. Perfekt!
Jetzt kommt der Trick, wie du deine Ballance hörbar machst. Du renderst diese Version und speicherst sie unter ****v1.wav. Deine Session speicherst du ebenfalls unter ****v1.***
Es wird Zeit für einen Kaffe oder eine Zigarette.☕🚬 Deine Ohren brauchen eine kurze Pause.
Du wiederholst das Ganze noch zwei mal oder öfters, bis du mindestens 3 Versionen deines Songs hast.
Ich denke, jetzt dämmert es Dir schon.
Hör Dir die 3 Versionen zum Vergleich an und du wirst feststellen, wie groß doch die unterschiede sind.
Die Version, welche am ausgewogensten klingt und Dir am besten zusagt, dient jetzt als Grundlage für deinen weiteren Mix.
Ist das verständlich?
▶ Mixing Level „Amateur“
Dir läuft nach 10Minuten noch keine Schweißperle über die Stirn und du hast zwischendurch noch eben eine Kupplung XLR auf Gardena gelötet? Kein Problem!
Steigere dich langsam.
Je mehr Spuren du hast, umso schwieriger wird es.
Wenn du mehr Übung darin hast eine ausgewogenen Balance zu finden, gehst du tiefer ins Mixing ein. Beispielsweise Lo-Cuts, Drumbus komprimieren, Gitarren Links Rechts…
So wirst du schneller und bekommst ein Gefühl dafür, was wirklich Priorität hat.
▶ Mixing Level „Profi“
Euch muss ich ja nichts mehr erklären. Aber die Königsdisziplin ist natürlich neben der Balance soviel wie möglich in 10 Minuten raus zu holen.
Das Prinzip bleibt das Gleiche. Somit kannst du Unsicherheiten minimieren und kommst vor Allem zum Ende. Setzte Dir Deadlines, sonst wird dein Mix nach 3 Monaten immer noch „besser“.
💡 Ich hoffe du konntest was lernen. Wer das umsetzt wird rasant bessere Mixingerfolge feiern. Lasst mir ein Daumen da und vergiss nicht deinen Homerecording-Buddy zu verlinken.
Für mehr geilen Homerecording Stuff besuch doch mal meinen Blog ▶ http://im-proberaum-aufnehmen.de
Happy Mixing!
- Christian