Ost-Passage Theater

Ost-Passage Theater Öffnet Spielräume! Euer Nachbarschaftstheater im Leipziger Osten Getragen wird die Bühne von dem gemeinnützigen Ost-Passage Theater e.V.. März 2018.

Das Ost-Passage Theater ist eine Nachbarschaftsbühne im strukturschwachen Osten der Stadt Leipzig, direkt an der Eisenbahnstraße, der multikulturellsten Einkaufsmeile in Sachsen. Unserer Initiative gelang es 2011, den damaligen Eigentümer des Gründerzeitgebäudes in der Konradstraße 27 für eine Nutzung der oberen Etage als Nachbarschaftstheater zu begeistern. Charakteristisch für den bereits 1912 u

nter dem gleichen Namen als Lichtspieltheater eingeweihten Raum ist die seltene Dachkonstruktion aus Betonbindern – die sogenannte „Schillerdecke“ – die dem langge-zogenen Bauwerk die Form eines Tonnengewölbes gibt und die für einen Kulturort notwendige Aura schafft. Doch es dauerte fast sieben Jahre bis zur feierlichen Eröffnung am 09. Seitdem finden im Ost-Passage Theater mit seinen 96 Sitzplätzen und einer zentralen Bühnenfläche von knapp 70qm, in der Atmosphäre des ehemaligen Gründerzeitkinos, jährlich ca. 190 Veranstaltungen statt. Die Bandbreite reicht dabei von Theater, Musik und Kino bis hin zu Lesungen, Diskussionen oder Workshops. Neben Veranstaltungen für Senior:innen finden auch Veranstaltungen für Kinder & Jugendliche oder die ganze Familie statt. Als gemeinnützige, wesentlich ehrenamtlich getragene Initiative mit gerade einmal 1,5 Personalstellen kommt es uns vor allem darauf an, jenseits eines "Kulturimportes" die verschütteten und verborgenen Potentiale vor Ort freizulegen, die Schwellen zum Mitmachen auf allen institutionellen Ebenen niedrig zu halten und offen zu sein für die Ideen und Energien der Nachbarn und Nachbarinnen, Anrainenden und sonstig Interessierten. In verschiedenen offenen Arbeitsgruppen bewältigen wir alle Teilbereiche des Kulturbetriebes und laden zur Teilhabe ein. Durch diese kollektiven Arbeitsprozesse schaffen wir eine Lernatmosphäre, bei sich das Wissen "peer to peer" austauscht. Ähnlich dem alten Volksbühne-Modell soll sich so ein mitglieder-basierter und bürgerorientierter Theaterort entwickeln, der den "Trennstrich" zwischen Publikum und Darstellenden durchlässig gestaltet. Ein Ort, der nicht nur Raum ästhetischer Projektionen ist, sondern auch soziokulturelle Bühne für die konkreten Probleme und politisches Podium für die berechtigten Interessen der Leipziger:innen. Ein Ort, an dem sich die Theaterbegeisterung ohne die Kategorien "Laie", "Amateur" oder "Profi" einen Raum erobern kann. Wo eben nur echter Schweiß zählt! Und in dieser Stellung am Erstaufschluss, beim 'first contact', sehen wir das Ost-Passage Theater nicht in Konkurrenz zu den bestehenden Institutionen des Leipziger Stadttheaters, sondern im Gegenteil, in der Form des Stadtteiltheaters im Leipziger Osten, als notwendige und kooperative Ergänzung desselben. Innerhalb der Theaterlandschaft Leipzigs hat sich das "Ost-Passage Theater" in den drei Jahren des Bestehens als wichtiger, gut vernetzter Kooperationspartner etabliert. Gemeinsam und in kollaborierenden Netzwerken tragen wir – jeder Widrigkeit zum Trotz – einen Teil dazu bei, dass das Schauen und Spielen auf und um die Bühne, dass die Theaterkunst, mit ihrer unerschöpflichen Kraft zur Imagination, mit ihrem herausragenden Potential zur Abbildung und Reflexion sozialen Handelns, mit ihrer ganzen Macht allzumenschliche Erregungen zu kultivieren, auch in Zukunft ein fester Bestandteil der (sozio)kulturellen und politschen Bildung quer durch alle Bevölkerungsschichten ist.

Adresse

KonradStr. 27
Leipzig
04315

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Ost-Passage Theater erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Teilen

Kategorie

Für ein Nachbarschaftstheater im Leipziger Osten!

Seit mehr als 20 Jahren ist die Kulturlandschaft, deren profilgebende Erhebungen einst die großen Stadt- und Staatstheater bildeten, im Wandel begriffen. Das Modell des deutschen Subventionstheaters in öffentlicher Trägerschaft passt dabei immer weniger zu einer Produktionsordnung, die sich am Primat der Effektivität orientiert, und alles vermeintlich Unnütze aus den Wertschöpfungsketten aussortiert. Angesichts dieser Strukturbedingungen erscheint die Idee einer Theaterneugründung, mit wirtschaftlichem Blick betrachtet, zuallererst als verwegene Unternehmung. Andererseits ist die Begeisterung am Theaterschauen und die Lust am Theaterspielen nach wie vor ungebrochen. Gerade in Leipzig hat sich im Theaterbereich eine differenzierte Kultur- und Kunstszene entwickelt, die sich durch hohe Experimentierfreudigkeit und Pioniergeist auszeichnet und damit wesentlich zur bundesweiten Profilierung und Magnetwirkung Leipzigs als Kulturstadt beiträgt. Gleichzeitig sind die Produktionsbedingungen für viele Kulturschaffenden in der Stadt weiterhin sehr prekär. Bestehende Ressourcen können oft nicht richtig ausgenutzt, fertige Produktionen abgespielt und bestehende Publikumspotentiale ausgeschöpft werden. Als Initiative, die sich aus vielen Leipziger Theaterenthusiast/-innen zusammen setzt, die teilweise schon seit mehr als zehn Jahren Bühnenstücke an unterschiedlichen Orten der Stadt inszenieren, kennen wir die schwierigen Voraussetzungen der Off-Szene und freien Gruppen nur zu gut. Und aus diesen gewachsenen Erfahrungen heraus streben wir schon länger nach einer Verstetigung unserer Kulturarbeit und einem festen Haus, um die Proben der verschiedenen Gruppen unter unserer Leitung strukturiert zusammenführen zu können. Unter einem Dach wollen wir dabei versammeln, was zusammen gehört: Laien, Amateure und Profis. Nach dem Vorbild der Dresdener Bürgerbühne oder dem Rotterdamer Wijk-Theater soll ein semiprofessionelles Nachbarschaftstheater entstehen, das die angrenzenden Viertel inspiriert, involviert und bewegt. Dabei kommt es uns vor allem darauf an, jenseits eines „Kulturimportes“ die verschütteten und verborgenen Potentiale vor Ort freizulegen, die Schwellen zum Mitmachen auf allen institutionellen Ebenen niedrig zu halten und offen zu sein für die Ideen und Energien der Nachbarn, Anrainer und sonstig Interessierten. Ähnlich dem alten Volksbühne-Modell soll sich so ein mitgliederbasierter und bürgerorientierter Theaterort entwickeln, der den „Trennstrich“ zwischen Publikum und Akteuren durchlässig gestaltet. Und der nicht nur ein Raum ästhetischer Projektionen ist, sondern auch soziokulturelle Bühne für die konkreten Probleme und politisches Podium für die berechtigten Interessen der Leipzigerinnen und Leipziger. Und in dieser Perspektive sehen wir unsere Initiative auch nicht in Konkurrenz zu den bestehenden Institutionen des Stadttheaters, sondern im Gegenteil, in der Form des Stadtteiltheaters im Leipziger Osten, als notwendige und kooperative Ergänzung desselben. Innerhalb der Theaterlandschaft Leipzigs soll das „Ost-Passage Theater“ als wichtiger, gut vernetzter Kooperationspartner etabliert werden und dadurch auch den ziehenden und fahrenden Gruppen einen weiteren sicheren Hafen bieten. Mit diesem Ansatz wollen wir schließlich einen Teil dazu beitragen, dass das Schauen und Spielen auf und um die Bühne, dass die Theaterkunst mit ihrer unerschöpflichen Kraft zur Imagination und ihrem herausragenden Potential zur Abbildung und Reflexion sozialen Handelns auch in Zukunft ein fester Bestandteil der soziokulturellen Bildung quer durch alle Bevölkerungsschichten ist.