18/05/2025
Auf den 78. Filmfestspielen in Cannes nutzte Schauspieler und Hollywood-Ikone Robert De Niro die Gelegenheit, um auf der Bühne US-Präsident Trump mit deutlichen Worten zu kritisieren. Der 81-Jährige erhielt eine Ehrenpalme für sein Lebenswerk. In seiner Dankesrede wurde es dann politisch. „Es ist Zeit für alle, denen Freiheit am Herzen liegt, sich zu organisieren und zu protestieren.“, sagte De Niro weiter.
Trump hatte zuvor die Hoheit über wichtige Kultureinrichtungen in den USA an sich gezogen. Bei Kunst, Geisteswissenschaften und Bildung sollte gespart und die Finanzierung und Hilfe seitens des Staates gekürzt werden. Zeitgleich verkündete er, einen 100-prozentigen Zoll auf Filme zu erheben, die nicht in den USA gedreht werden. Das trifft vor allem viele US-Blockbuster, die in Europa gedreht werden. Damit soll die Krise in Hollywood beendet werden, denn die Filmbranche hatte in den letzten Jahren einige Arbeitsplätze verloren.
Auf Trumps Maßnahmen und Pläne machte De Niro in seiner Rede aufmerksam. „Lassen Sie das mal kurz sacken. Man kann Kreativität nicht mit einem Preis beziffern, aber anscheinend kann man sie mit einem Zoll belegen“, bemerkt der Schauspieler. Es sei inakzeptabel und nicht nur ein amerikanisches, sondern globales Problem.
Kurz vorher hielt Leonardo DiCaprio die Laudatio auf die Hollywood-Legende. Er bezeichnete ihn als Vorbild, zu dem sie aufgeschaut hätten. „Er sagt nicht viel, aber wenn er es tut, ist es wichtig“, äußert DiCaprio auf der Bühne. „Ob es um seine Freunde, seine Familie, den Kampf für unsere Demokratie oder die Unterstützung der Filmkunst geht, er ist immer dabei.“
Die Rede De Niros war ein bedeutsamer Moment in der Filmbranche. Viele aus Hollywood hielten sich lange mit Kritik an dem US-Präsidenten zurück und tun es immer noch, wie z. B. Schauspieler Tom Cruise. Kurz vor Cannes tourte er mit seinem neuen Film aus der „Mission: Impossible“-Reihe auch durch Südkorea und wich den Fragen der Journalist:innen zum Trump aus. Sein Film wurde statt in den USA in England, Norwegen und Südafrika gedreht und wäre von den geplanten Zölle Trumps betroffen.