12/10/2026
Steinbacher-Preis 2026 für Fachartikel über den Kiebitzschutz in Rheinland-Pfalz
– Auszeichnung für Gerardo Unger Lafourcade, Kurt Belzer und Dr. Jens-Ove Heckel
Eine besondere Auszeichnung für die ornithologische Facharbeit aus Rheinland-Pfalz: Gerardo Unger Lafourcade, Kurt Belzer von der Gesellschaft für Naturschutz
und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR) und Dr. Jens-Ove Heckel, Direktor des Landauer Zoos, erhielten den Elfriede-und-Joachim Steinbacher-Preis 2026.
Die Bekanntgabe erfolgte kürzlich beim diesjährigen Züchterseminar der
Fachzeitschrift Gefiederte Welt im Vogelpark Walsrode. Prämiert wurde ihr 2025 veröffentlichter Fachartikel über bestandsstützende Maßnahmen für den Kiebitz in Rheinland-Pfalz.
Die Auszeichnung würdigt damit eine Veröffentlichung, die anschaulich zeigt, welches Potenzial in der Zusammenarbeit zwischen praktischem Schutz in der Natur und zoologischer Tierhaltung liegt.
Der Kiebitz mit seiner auffälligen Federhaube und seinem charakteristischen Flugbild war früher auf vielen feuchten Wiesen und Äckern zu beobachten. Doch der Verlust geeigneter Lebensräume, die intensive landwirtschaftliche Nutzung
und der geringe Bruterfolg haben seine Bestände vielerorts stark schrumpfen lassen. Umso wichtiger sind Schutzmaßnahmen, die sowohl den Erhalt geeigneter Lebensräume als auch die Unterstützung gefährdeter Brutbestände im Blick
haben.
Das in dem Artikel beschriebene Vorhaben verbindet die Schutzarbeit der GNOR im Freiland mit der Expertise des Zoos Landau bei der Kunstbrut und Aufzucht. Gefährdete Kiebitzgelege werden gesichert, geeignete Eier im Zoo unter kontrollierten Bedingungen ausgebrütet und die Küken dort fachkundig aufgezogen. Anschließend werden die Jungvögel an geeigneten Standorten ausgewildert. Die Zusammenarbeit ermöglicht es, Erfahrungen aus dem
praktischen Vogelschutz und der Haltung und Aufzucht von Vö**ln gezielt zusammenzuführen.
Die Jury der Gefiederten Welt zeichnet ausdrücklich den Fachartikel aus, der diese Erfahrungen und ersten Ergebnisse dokumentiert und verbindet mit der Preisvergabe den Wunsch, dass die beschriebenen Erfahrungen weitere Kooperationen anregen.
Eine besondere Bedeutung erhält die diesjährige Auszeichnung durch die
Rückkehr zur früheren Bezeichnung Elfriede-und-Joachim-Steinbacher-Preis.
Damit erinnert die Jury nicht nur an den Ornithologen Joachim Steinbacher, sondern würdigt ausdrücklich auch seine Frau Elfriede. Zugleich soll die Namensgebung ein Zeichen für die Anerkennung jener Frauen setzen, die häufig
im Hintergrund wirkten und die ornithologischen Leistungen ihrer bekannteren Männer vielfach erst ermöglichten.
Für die Pfalz steht der ausgezeichnete Artikel zugleich für ein Beispiel engagierten Artenschutzes, dessen Erfahrungen weit über die Region hinaus von
Bedeutung sein können.