Stadtarchiv Lüneburg

Stadtarchiv Lüneburg Das Stadtarchiv der Hansestadt Lüneburg.

Schimmel im Archiv – und nun?Aktuell liegt in unserer Restaurierungswerkstatt eine Akte aus dem Bestand des Lüneburger K...
09/10/2026

Schimmel im Archiv – und nun?

Aktuell liegt in unserer Restaurierungswerkstatt eine Akte aus dem Bestand des Lüneburger Klosters St. Michaelis. Sie berichtet von Schlägereien und Streitigkeiten der Klosterschüler zwischen 1613 und 1765.
Das Schadensbild ist gravierend: Schimmelkontamination, brüchiges Papier und teilweise bereits vollständig zersetzte Bereiche.
Eine Restaurierung ist möglich, aber sehr zeitintensiv. Und diese Akte ist nicht die einzige Quelle, die unsere Hilfe braucht.
Zum Restaurierungsalltag gehört daher auch die schwierige Entscheidung: Was muss zuerst behandelt werden und was kann warten? Dafür gibt es fachliche Kriterien. Doch nicht jede Perspektive auf eine historische Quelle ist dieselbe.

Deshalb interessiert uns Eure Sicht: Was sollte bei der Entscheidung, welche Quellen zuerst restauriert werden, eine Rolle spielen?

Wir sind gespannt, ob Geschichtsinteressierte und Fachleute aus Restaurierung, Archiv und Wissenschaft dabei unterschiedlich gewichten und welche Aspekte Ihr vielleicht seht, an die wir noch gar nicht gedacht haben.

Bild: © Stadtarchiv Lüneburg

Was 1610 zum Umschlag einer Akte wurde, gehörte einst zu einer aufwendig gestalteten Pergamenthandschrift des Kirchenrec...
02/10/2026

Was 1610 zum Umschlag einer Akte wurde, gehörte einst zu einer aufwendig gestalteten Pergamenthandschrift des Kirchenrechts.
Das Fragment enthält Teile des „Liber Sextus“, der 1298 unter Papst Bonifaz VIII. verkündeten Rechtssammlung. Darin finden sich auch Bestimmungen Papst Gregors X. (1210-1276) zum kirchlichen Wahlrecht.
Besonders spannend ist der umfangreiche Kommentar, der den Rechtstext umgibt. Eine Passage lässt sich Wort für Wort der Glossa aurea super Sexto des Kanonisten Johannes Monachus (Jean Lemoine, † 1313) zuordnen. Spätere Notizen zeigen zudem, dass auch unser Blatt intensiv benutzt wurde.
Feine Hilfslinien für jede Schriftzeile, das Verhältnis von Schrift und Linierung sowie Unterschiede in der Strichführung sprechen für eine mittelalterliche Handschrift wahrscheinlich des 14. oder 15. Jahrhunderts.
Vergleichbare Handschriften werden heute unter anderem im Vatikan, in Salamanca, Cambridge und Wolfenbüttel aufbewahrt.
Was meint Ihr? Handelt es sich tatsächlich um eine Handschrift oder doch eher um einen Wiegendruck aus der Zeit von Johannes Gutenberg?

Im Jahr 1372 gewährte der Landesherr der Stadt Lüneburg das lukrative Stapelrecht. Dieses verpflichtete Kaufleute, die d...
25/09/2026

Im Jahr 1372 gewährte der Landesherr der Stadt Lüneburg das lukrative Stapelrecht. Dieses verpflichtete Kaufleute, die die Straßen durch Lüneburg benutzten, ihre Güter drei Tage lang in der Stadt zum Kauf anzubieten. Dadurch wurde die Versorgung der Bürger verbessert. Um die „Umfuhr“ zu vermeiden, die eine Verletzung des Stapelrechts bedeutet hätte, erlaubte der Landesherr 1392 wiederum den Bau von Landwehren in Lüneburg. Die „alte” Landwehr im Westen und Norden der Stadt wurde in den Jahren 1397 bis 1406 etwa vier Kilometer vor der Stadt, von der Ilmenau im Norden mit fünf wassergefüllten Gräben und vier Wällen von etwa 46 Metern Breite bis zum Hasenburger Bach, errichtet. Der Bewuchs mit Sträuchern und später auch Bäumen stellte ein kaum zu überwindendes Hindernis dar. An der Papenburg, am Landwehrhaus in Reppenstedt und der Hasenburg wurden die Durchlässe mit Befestigungen und Wächtern gesichert.
Auch Schänken waren vorhanden. Der Landwehrring um Lüneburg wurde durch die „taube“ Landwehr im Norden und ab 1479 durch die „neue“ Landwehr in etwa 10 km Entfernung im Osten vervollständigt. Er begrenzte zugleich den Bereich, in dem die Stadt die Gerichtshoheit hatte und Straftäter verfolgen konnte.
Von der „alten“ Landwehr sind nur noch Teile als beliebter Spazierweg erhalten, während die „neue“ Landwehr schon ab 1576 mit der Einschränkung des Gerichtsbezirks vernachlässigt wurde.

Gastbeitrag von Dr. Uta Reinhardt



Bild 1: Die Landwehr Richtung Bardowick, 1748. Urheber: C. Chr. Tillill

Bild 2: Lüneburg und die Landwehren, ca. 1740. Urheber: Joh. Phil. Isenbart

Bild 3: Landwehr bei Reppenstedt, 1979. Urheber: Josef Makovec

Bild 4: Hasenburg, 1987. Urheber: Otto Puffahrt

Die Digitalisierung der Meldekarteien zu Lüneburger Familien kommt sehr gut voran. Mittlerweile wurden 50.846 der insges...
18/09/2026

Die Digitalisierung der Meldekarteien zu Lüneburger Familien kommt sehr gut voran. Mittlerweile wurden 50.846 der insgesamt ca. 153.000 Karteikarten digitalisiert.

Die Familienkartei ist eine unverzichtbare Quelle, da sie Informationen über alle Mitglieder einer Familie liefert, die sonst mühsam aus vielen anderen Quellen zusammengetragen werden müssten. Sie umfasst den Zeitraum von ca. 1880 bis 1970. Aus diesem Grund muss auch in jedem Einzelfall geprüft werden, ob Schutzfristen (10 Jahre nach Tod, 100 Jahre nach Geburt) zu beachten sind.

Die Stadt Lüneburg war überbevölkert, der Wohnraum war knapp nach dem 2. Weltkrieg. Das Rote Feld südlich der Schillerst...
11/09/2026

Die Stadt Lüneburg war überbevölkert, der Wohnraum war knapp nach dem 2. Weltkrieg. Das Rote Feld südlich der Schillerstraße war das erste neue Wohngebiet, das nach der Währungsreform 1948 erschlossen wurde. Die Bauarbeiten begannen 1950 In der Zechlinstraße, wenige Jahre später war auch fast die gesamte Heinrich-Heine-Straße bebaut.



Bild oben/2: Blick von der Feuerwehrleiter im September 1955, links die Bebauung in der Heinrich-Heine-Straße. Die Garagenzeile in der Kantstraße ist bereits fertig, während an der noch unbefestigten Goethestraße auf der Westseite noch keine Häuser stehen (rechts). Urheber: Josef Makovec.

Bild unten/3: Auf der Luftaufnahme von Anfang 1963 ist fast das gesamte Rote Feld bebaut. Links unten erkennt man den MTV-Platz und die Grundschule an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße, oben links befindet sich der Kurpark mit Badehaus und dem neuen Hallenbad. Rechts unten verläuft die Berliner Straße (heute Willy-Brandt-Straße). Urheber: Josef Makovec.

Das Stadtarchiv freut sich, dass sich der Bestand um ein höchstinteressantes und historisch-wertvolles Familienarchiv er...
04/09/2026

Das Stadtarchiv freut sich, dass sich der Bestand um ein höchstinteressantes und historisch-wertvolles Familienarchiv erweitert hat. Direkte Nachkommen des früheren Oberbürgermeisters Otto Lauenstein haben das umfangreiche Familienarchiv an uns übergeben.

Der Bestand beleuchtet faszinierende Lüneburger Lebenswege: Friedrich Albert Otto Lauenstein (1829-1902) prägte die Stadt von 1880 bis 1894 als Oberbürgermeister. Sein einziger Sohn, Generalleutnant Otto von Lauenstein, schlug eine hochinteressante militärische Karriere ein und war unter anderem als Militärattaché in St. Petersburg tätig und befehligte das ###IX – Reserve- Korps im Ersten Weltkrieg.

Das Familienarchiv umfasst die gesammelte Korrespondenz beider Persönlichkeiten. Die Briefe dokumentieren private und historische Lebensabschnitte – darunter ein herausragender Einsatzbericht aus dem Russisch-Japanischen Krieg von Generalleutnant Otto von Lauenstein aus seiner Zeit als preußischer Militärbevollmächtigter bei der russischen Ostasien-Armee. Ergänzt wird der Bestand durch Schriftstücke weiterer Familienangehöriger, wie Martha von Lauenstein, Erwin von Lauenstein und Ilse Cartellieri geborene von Lauenstein, deren Lebenswege eng mit Lüneburg verbunden waren und immer noch sind.

Ein herzliches Dankeschön an die Familie für das Vertrauen! Die Dokumente unterstreichen die historische Relevanz der Familien Lauenstein und Cartellieri für unsere Stadt und werden nun für kommende Generationen dauerhaft bei uns bewahrt.



Titelbild: 1. Lauensteinscher Familientag in Göttingen, 1892. Urheber: unbekannt

Bild 1: Oberbürgermeister Otto Lauenstein. Urheber: Odefey

Bild 2: Verlobungsfoto von Martha und Otto von Lauenstein, 1904. Urheber: unbekannt

Bild 3: Erwin von Lauenstein, um 1930. Urheber: unbekannt

Genau heute vor 120 Jahren, am 28. August 1906, wurde die Tragfähigkeit dieser freitragenden Betontreppe in einem Neubau...
28/08/2026

Genau heute vor 120 Jahren, am 28. August 1906, wurde die Tragfähigkeit dieser freitragenden Betontreppe in einem Neubau in der Unteren Schrangenstraße 12 berechnet und mithilfe einer Belastungsprobe in der Praxis getestet: 15 Minuten lang wurde die Treppe mit 1.204 Mauersteinen und einem Gesamtgewicht von 4.214 kg belastet – und sie hielt stand!

Das war im Anschluss ein Foto mit den stolzen Maurern wert.



Bild: Urheberschaft unbekannt

Die Bearbeitung der Unterlagen zur Wilhelm-Raabe-Schule ist abgeschlossen! 461 Akten aus den Jahren 1873 bis 2009 wurden...
21/08/2026

Die Bearbeitung der Unterlagen zur Wilhelm-Raabe-Schule ist abgeschlossen! 461 Akten aus den Jahren 1873 bis 2009 wurden verzeichnet und konservatorisch bearbeitet und sind nun für die Benutzung bereit. 204 Akten unterliegen derzeit noch archivrechtlichen Schutzfristen.

Der Bestand mit 113 Archivkartons auf 13 Regalmetern beschreibt mehr als 130 Jahre Schulgeschichte. Die Wurzeln der Wilhelm-Raabe-Schule reichen sogar bis 1830 zurück, als sie als höhere Mädchenschule gegründet wurde. Erst 1971 wurde die bis dahin ausschließlich von Mädchen besuchte Schule auch für Jungen geöffnet.

Überliefert sind unter anderem Schuljahres- und Konferenzberichte, Unterlagen zu Unterricht und Prüfungen, Personal sowie zum Schulleben, zu Fahrten und Projekten.

Neugierig geworden? Über diesen Link geht es zum Findbuch: https://www.stadtarchiv-lueneburg.findbuch.net/php/main.php #575253

14/08/2026
🚶‍♀️🛍️ Vor 55 Jahren wurde die Grapengießerstraße zur FußgängerzoneWeniger Verkehr, mehr Lebensqualität: Was heute selbs...
07/08/2026

🚶‍♀️🛍️ Vor 55 Jahren wurde die Grapengießerstraße zur Fußgängerzone

Weniger Verkehr, mehr Lebensqualität: Was heute selbstverständlich erscheint, war Anfang der 1970er Jahre eine mutige Entscheidung. Nach den positiven Erfahrungen in der Kleinen und Großen Bäckerstraße wünschten sich auch die Kaufleute der Grapengießerstraße eine verkehrsberuhigte Einkaufsstraße.
Im Juni 1971 begann der Umbau und schon im Oktober wurde die neue Fußgängerzone feierlich eingeweiht. Seitdem lädt die Grapengießerstraße zum Bummeln, Einkaufen und Verweilen ein und prägt bis heute das Bild der Lüneburger Innenstadt.
💬 Erinnert Ihr Euch noch an die Umgestaltung oder habt Ihr Geschichten aus dieser Zeit?



Bild oben: Grapengießerstraße vor dem Umbau 1970/71. Urheber: Roger von Hartz

Bild unten: Beginn der Umbaumaßnahmen, Juli 1971. Urheber: Josef Makovec

Adresse

Wallstraße 4
Lüneburg
21335

Öffnungszeiten

Dienstag 09:00 - 16:00
Mittwoch 09:00 - 16:00
Donnerstag 09:00 - 16:00

Telefon

04131/309-3719

Benachrichtigungen

Erfahren Sie als Erste/r von Neuigkeiten und Aktionen: Wir schicken Ihnen eine E-Mail, wenn Stadtarchiv Lüneburg etwas veröffentlicht. Ihre E-Mail-Adresse wird für keinen anderen Zweck verwendet, und Sie können sich jederzeit abmelden.

Teilen