15/06/2026
Heute möchte ich mehr über meine Trauer und Gefühle berichten. Warum tue ich das? Weil ich möchte, dass wir anfangen mit dem Thema Tod und Verlust eines Menschen offener umgehen. Das Betroffene wissen sie sind nicht allein. Das Unbeteiligte verstehen, dass Hinterbliebene Zeit brauchen um mit der neuen Situation zu Recht zu kommen. Angehörige verändern sich, sind verletzbarer als normal und versuchen gerade einfach nur zu überleben oder alles am Laufen zu halten.
Meine Eltern sind an Krebs gestorben. Ich habe sie beide in der Zeit vor ihrem Tod begleitet. Wer so etwas erlebt hat, weiß wie schwer es ist, einen Menschen, den man liebt, auf dem letzten Weg zu begleiten. Zu sehen, wie der Körper jeden Tag schwächer wird, einzelne Organe sterben und der Mensch nicht mehr der oder dieselbe ist. Man selbst verändert sich. Wie heißt es so schön, man wächst mit seinen Aufgaben und so ist es auch. Trotzdem steht man als Angehöriger nicht allein da. Es gibt Menschen, die einen unterstützen. Ich zum Beispiel habe eine Trauerbegleiterin der Hospizbewegung und eine Psychologin, die mich betreut. Das ist eine große Hilfe.
Es gibt Trauergruppen, Trauer Cafes und bestimmt noch andere Angebote, die man in Anspruch nehmen kann. Doch viele wissen es gar nicht. Dabei sind diese Hilfsangebote so gut und unterstützend. Die Begleiterinnen sind ausgebildet, um mit Trauernden umzugehen, finden die richtigen Worte und man kann alle Gedanken einfach aussprechen, auch die bösen und gemeinen. Gerade das möchte man meistens nicht sagen, aus Angst oder weil man sich schlecht fühlt. Aber es ist nicht alles gut, wenn jemand stirbt, nicht mit der Person, die verstorben ist und oft auch nicht innerhalb der Hinterbliebenen Familie. In diesen Gesprächen kann offen über alles gesprochen werden und es ist sooooo hilfreich, alles rauslassen zu können.