06/01/2026
Wir teilen an dieser Stelle mal einen toll geschriebenen Post, weil er auch für Festivals und nicht nur für Clubs gilt. Auch wir brauchen bei Gleiberg rocks die Sicherheit eines stabilen Vorverkaufs. Übrigens: Morgen geht's mit den ersten "Blind"-Tickets los - wir haben uns da was für Euch überlegt!
„Wir kommen an der Abendkasse“ reicht heute nicht mehr!!!!
Als Live-Club-Veranstalter erleben wir leider immer wieder, dass Shows und Veranstaltungen aufgrund zu geringer Vorverkaufszahlen abgesagt werden müssen. Das damit verbundene finanzielle Risiko für Veranstalter und Bands ist in solchen Fällen schlicht zu hoch, denn auf die Abendkasse allein kann man sich heute kaum noch verlassen.
In den vergangenen Jahren mussten zahlreiche Live-Clubs aus wirtschaftlichen Gründen schließen. Dabei ist jeder Live-Club – unabhängig davon, ob regelmäßig jedes Wochenende Konzerte stattfinden oder ob Veranstaltungen nur sporadisch aus Leidenschaft organisiert werden – eine kleine Unternehmung. Laufende Fix- und variable Kosten wie Miete, Strom, Personal, Tontechnik, GEMA, Instandhaltung und vieles mehr müssen zuverlässig gedeckt werden. Und dabei sprechen wir noch nicht einmal von scheinbaren Kleinigkeiten wie Toilettenpapier oder Knabberzeug an den Thekentischen.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Bei Bands setzt sich die Gage in der Regel direkt aus den Verkaufszahlen der jeweiligen Show zusammen. Je mehr Tickets im Vorverkauf abgesetzt werden, desto höher ist nicht nur die Planungssicherheit für alle Beteiligten, sondern auch die faire Beteiligung der Bands am Erfolg des Abends.
Es geht hier keinesfalls ums Jammern – ganz im Gegenteil. Vielmehr möchte ich sensibilisieren und aufzeigen, wie fragil das System Live-Musik tatsächlich ist. Damit Kunst und Kultur auch in Zukunft bestehen können, braucht es das Zusammenspiel aller Beteiligten. Veranstalter, Bands und Fans/Gäste sitzen sprichwörtlich im selben Boot.
Ein gut gemeintes „Oh schade, wir wollten doch mit einer 5er-Gruppe zur Abendkasse kommen“ hilft leider niemandem. Fans schauen in die Röhre, weil Veranstaltungen abgesagt werden müssen. Bands verlieren die Möglichkeit, auf der Bühne zu stehen und ihre Musik zu präsentieren. Veranstalter wiederum müssen Shows absagen und tragen dennoch die laufenden Kosten für den geplanten Abend.
Deshalb mein Appell: Lasst uns gemeinsam Verantwortung übernehmen und Tickets vermehrt im Vorverkauf erwerben. Die Abendkasse wird selbstverständlich niemals verschwinden, und spontane Gäste sind bei uns immer herzlich willkommen – sofern die Veranstaltung nicht ausverkauft ist. Dennoch sind die meisten Live-Clubs keine Jugendzentren, die staatlich oder kirchlich finanziert werden und bei denen es wirtschaftlich egal ist, ob 2, 20 oder 200 Menschen vor der Bühne stehen.
Lasst uns gemeinsam das Fundament von Kunst, Kultur und Live-Musik sichern, stärken und wieder stabilisieren.
Ich wünsche euch allen ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr und viele, tolle LIVE-Musik-Momente!
Daniel
-Burghof Hühnerstall-