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Hoftheater Kreuzberg

Hoftheater Kreuzberg Das Hoftheater, mitten in Kreuzberg 36 gelegen, bietet Raum für freie Gruppen.Der Schwerpunkt liegt Das Hoftheater liegt im Herzen von Kreuzberg 36 im Hof der NaunynRitze.

Der Verein „Hoftheater Kreuzberg“ ist eine Gruppe Theaterschaffender, die in ehren-amtlichem und kollektivem Engagement und voller Leidenschaft die Spielstätte mit Leben füllt. Das Programm setzt sich aus eigenen Projekten / Produktionen und Gastspielen freier Gruppen zusammen.

Wie gewohnt öffnen

Der Schatten-Leser. Ep.3. / engl.dwnstrs rbtx. Das Dunkel des Raums, in dem dieser Hof-Arbeiter verschwunden war, entlie...
21/08/2022

Der Schatten-Leser. Ep.3. / engl.dwnstrs rbtx.
Das Dunkel des Raums, in dem dieser Hof-Arbeiter verschwunden war, entliess gar keine Geräusche über seine Anwesenheit bzw. Tätigkeit dort drinnen.. - Jedenfalls keine, die der Ex-Schauspieler am andern Ende des Hofs hören konnte.
Es dauerte aber nur wenige Sekunden bis er wieder in der dunklen Türöffnung erschien. Und wieder trug er denselben.. - bzw. natürlich einen andern - mit dem vorigen in allem übereinstimmenden Gegenstand in den lang herabhängenden Armen. Eine zweite Holzbank also. Genauso schwer wie die vorige.
Ohne sein Blickfeld hinaus über den kleinen Hof .zu richten .. aber was gab es da schon zu sehen .. ...die paar grobrindigen Baumstämme .. .den unebenen .. graubraun-lehmigen kleinen Hof .. Die Anhäufungen von unidentifizierbarem Schrott und Schutthaufen und -häufchen aus vielen Jahren.
Darauf hinaus trug dieser Mann seine Last - mit verzerrtem Gesicht .. mit zusammengebissenen Zähnen .. mit Zähnen an denen die Last dieser Holzbank wahrscheinlich noch viel schwerer hing als an seinen Armen .. mit beidem trug dieser Mensch also .. trug die zweite Holzbank hinaus in dieses unordentliche und dreckige Hofgelände und stellte sie nahe der ersten ab .. - .. nach welchem Plan war nicht ersichtlich ..
Der Ex-Schauspieler bezweifelte, ob es dort einen Plan gab. Vielleicht erledigte dieser Hof-Arbeiter die schwere .. die Handarbeit zuerst, bevor er sich einen Plan machte. Obwohl er sich nicht vorstellen konnte, was die Vorteile davon sein konnten. Doch war er natürlich kilometerweit davon entfernt, sich allein aus seiner Beobachtung in die Berechnungen dieses Mannes, der aus seinen Wegen von der Hütte zum Hof und vom Hof zurück in die Schwärze der Hütte - um dort seine nächste schwere Last abzuholen, - niemals aufschaute und ihn sicher noch nicht bemerkt hatte, - einschleichen zu können.
Er mochte Gedanken haben die seinen weit vorausgingen. Was er da tat ,hatte er sicher schon sehr oft in diesem Hof getan. Er hatte es garnicht mehr nötig, auf irgendwelche Berechnungen über den Ort, an dem er seine Lasten absetzte zu achten .. All dieses geschah vermutlich inzwischen völlig instinktiv in seinem Körper und es war gar nicht nötig, daß er daran noch eine Aufmerksamkeit wendete. Am Ende würde alle was er in den Hof beförderte seinen richtigen Platz finden ... eben genau die Stelle, an der sich am Ende ganz richtig eins zum andern fügte.
Im folgenden wiederholten sich die Tätigkeiten des Hofarbeiters und enauso diejenigen seines einzigen Zuschauers - des Ex-Schauspilelers der unter der hohen Hoftür stand .. ganz unbeweglich .. ohne eigenen Willen .. Wie unter demselben Befehl und Kommando wie das, was sich in seiner Síchtweite dort im Hof ereignete.
Die langsame .. Die unsäglich langsame . .. - Wie soll man sagen? .. Besiedelung .. eigentlich ein upassendes Wort hier .. aber trotzdem .. es beschreibt die Situation erstaunlich treffend .. vielleicht besser als ein genaueres .. ein korrekteres .. -
Die Besiedelung also dieses von den Bauarbeiten ringsumher schwer gezeichneten, bzw. verunstalteten Hofs mit Holzbänken .. alten - traditionellen - sehr schweren - hellbraunen Holzbänken - mit vermutlich nochmal ebenso schweren massiv-eisernen grünlackierten Klappstützen aus massivem Eisen ging hier vonstatten ..
.. Ein faszinierendes Schauspiel an sich schon selber, fand der einzige Zuschauer, der Ex-Schauspieler im Schatten der Tür zum Hof.
Der ihm seine von Schritt zu Schritt zunehmende Erschöpfung ansah .. Mit jeder neuen Bank wurden seine Leiden größer .. Und natürlich wurden seine Schritte auch langsamer .. Die Intervalle in denen er in der dunklen Öffnung des rechtsgelegenen Schuppens verschwand und mit einem neuen Gegenstand daraus hervortretend wieder erschien - wurde länger und länger ..
Und schließlich .. Was man befürchten konnte .. was der Ex-Schauspieler wenigstens befürchtete ..
Es kam der Zeitpunk,t an dem er ungewöhnlich lange in der Unsichtbarkeit der Schuppen-Höhle verblieb ..
..
Und als er dann doch wieder heraustrat ans Licht trug er keine Holzbank mehr in den noch länger herabhängenden Händen: .. Er trug einen Holztisch!! ..
Doppelt so breit mit doppelt so langen und doppelt so breiten massiv-eisernen grünen Stützfüßen eingeklappt auf der Rückseite.
Und er bewegte sich auch mit dieser Last noch durch den Hof .. zwischen den dicken Baumstämmen hindurch .. über den uneben-graslosen-schwarzbraunerdigen Boden dahin .. in den unzählige Steine, alte Zweige, hellere Metallreste, Papierfetzen und noch viel mehr unidentifizierbare Rückstände wie Mißhandlungen darin eingedrückt .. von vielen Füßen eingegraben worden waren .. als wollten sie mit großem Haß verhindern, dass sie jemals wieder sich daraus befreiten.
Schleppte diesen ersten Tisch hinaus in ein Gelände das sich unwirtlicher kaum denken ließ. - Und wie durch seltsame Magie fand dieser Tisch dann einen Platz der ihn genau zwischen zwei dort schon stehenden Holzbänken sich niederlassen ließ.
Das mitansehend gestand sich der Ex-Schauspieler, dass dieser Hof-Arbeiter vielleicht doch von allem Anfang an einen Plan für die Befüllung dieses Hofs mit Bänken und Tischen gehabt hatte. Er konnte ja nicht wissen wie oft der Mann schon durch diese Tortur gegangen war .. - Vermutlich viele viele Jahre lang .. Er hatte es weder mehr nötig den Blick zu heben, um zu wissen wo er sich gerade befand, noch den Standort aller Bänke um ihn herum aufs genaueste zu identifizieren ..
Alles war in seinem Körper gespeichert .. er tat es in der glorreichsten Weise wie etwas überhaupt getan werden konnte .. GEDANKENLOS ..
.. Ohne die allergeringste Berechnung . Die allergeringste Sorge .. Die allergeringste Erwartung und Hoffnung ..
So vielleicht wie die alten japanischen Zen-Bogenschützen ihr Instrument erhoben und spannten ohne es eigentlich zu sehen .. noch ihre eigenen Hände .. noch irgendein Licht .. noch am allerwenigsten ihr Ziel ..
.. Sich vielleicht nicht einmal des Allerunvorstellbarsten bewusst !! .. - Dass sie Augen hatten!! - ..
Und doch ganz genau so trug dieser Hofarbeiter seine Bänke und Tische in diesen dreckigen, vermüllten Hof hinaus!
Allerdings .. er presste inzwischen Laute zwischen seinen zusammengepressten Zähnen, seinem mahlenden Kiefer hervor ..
Ob es Flüche oder halblaut gesungene repetetive tibetische Meditationsformeln waren, die er in der inneren Ekstase seiner ihn völlig absorbierenden Tätigkeit absonderte, konnte der Ex-Schauspieler von seinem ein wenig entfernten Standort nicht hören.
Ende Ep. 3
_________engl.________________
The Shadow Reader. Ep.3.
The darkness of the room where this yard worker had disappeared did not release any sounds at all about his presence or activity in there.... - At least none that the ex-actor at the other end of the yard could hear.
But it took only a few seconds for him to reappear in the dark doorway. And again he was carrying the same... - or, of course, a different object - identical in all respects to the previous one - in his long, hanging arms. A second wooden bench. Just as heavy as the previous one.
Without looking out over the small courtyard ... but what was there to see ... ...the few rough-barked tree trunks... ...the uneven... ...grey-brown-loamy little yard.... The accumulations of unidentifiable junk and piles and piles of rubble from many years ago.
Out onto it this man carried his burden - with a contorted face ... with clenched teeth ... with teeth on which the weight of this wooden bench probably hung much heavier than on his arms ... with both, then, this man carried ... carried the second wooden bench out into this untidy and dirty yard and set it down near the first ... - ... according to what plan was not apparent ...
The ex-actor doubted whether there was a plan there. Perhaps this yard worker did the heavy ... manual labour first before making a plan. Though he couldn't imagine what the benefits of that could be. But, of course, he was miles away from being able to creep into the calculations of this man, who never looked up from his ways from the hut to the yard and from the yard back to the blackness of the hut - to pick up his next heavy load there, - and certainly hadn't noticed him yet.
He might have thoughts that went far ahead of his own. What he was doing there, he had certainly done many times before in this courtyard. He no longer needed to pay any attention to any calculations about where he put his loads... All this was probably happening completely instinctively in his body by now and it was not necessary for him to pay any attention to it. In the end, everything he carried into the courtyard would find its right place ... exactly the place where in the end one thing would fit to the other.
In the following, the activities of the yard worker were repeated, as were those of his only spectator - the ex-show piper who stood under the high yard door ... completely motionless ... without a will of his own ... As if under the same order and command as what was happening in the courtyard in his immediate vicinity.
The slow ... The unspeakably slow . .. - How shall we put it? ... Settlement ... actually an appropriate word here ... but nevertheless ... it describes the situation amazingly aptly ... perhaps better than a more accurate ... a more correct ... -
The settlement of this courtyard, heavily marked and disfigured by the surrounding construction work, with wooden benches ... old - traditional - very heavy - light brown wooden benches - with presumably equally heavy solid-iron green lacquered folding supports made of solid iron, took place here ...
.. A fascinating spectacle in itself, found the only spectator, the ex-actor in the shadow of the door to the courtyard.
Who could see his exhaustion growing from step to step ... With each new bench, his suffering grew ... And of course his steps also became slower ... The intervals in which he disappeared into the dark opening of the shed on the right and reappeared with a new object - became longer and longer ...
And finally ... What one could fear ... what the ex-actor at least feared ...
There came a time when he remained in the invisibility of the shed-cave for an unusually long time ...
..
And when he finally emerged into the light again, he no longer carried a wooden bench in his hands that hung down even longer: ... He carried a wooden table!! ..
Twice as wide with twice as long and twice as wide solid-iron green supporting legs folded in on the back.
And even with this burden he moved through the courtyard ... between the thick tree trunks ... across the uneven-grassless-black-brown earth ... into which countless stones, old twigs, lighter metal scraps, scraps of paper and many more unidentifiable residues had been pressed like abuse ... buried by many feet ... as if they wanted with great hatred to prevent them from ever freeing themselves from it again.
Dragged this first table out into a terrain that could hardly be imagined more inhospitable. - And then, as if by strange magic, this table found a place that allowed it to settle exactly between two wooden benches already standing there.
Watching this, the ex-actor admitted to himself that perhaps this yard worker had had a plan for filling this yard with benches and tables from the very beginning. He could not know how many times the man had gone through this ordeal ... - Probably for many many years ... He no longer needed to lift his eyes to know where he was, nor to identify the location of all the benches around him with any precision ...
Everything was stored in his body ... he did it in the most glorious way anything could ever be done ... THOUGHLESSLY.
.. Without the slightest calculation. The very slightest concern... The very slightest expectation and hope...
As perhaps the ancient Japanese Zen archers raised and cocked their instrument without actually seeing it ... nor their own hands ... nor any light ... nor least of all their target ...
.. Perhaps not even aware of the most unimaginable !!! .. - That they had eyes!! - ..
And yet this was exactly how this yard labourer carried his benches and tables out into this filthy, littered courtyard!
However ... he was meanwhile forcing sounds from between his clenched teeth, his grinding jaws ....
Whether they were curses or half-loudly chanted repetitive Tibetan meditation formulas that he was secreting in the inner ecstasy of his completely absorbing activity, the ex-actor could not hear from his slightly distant location.
End Ep. 3

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