29/09/2024
Mein Jahr auf CRACAUEN – in verschiedenen Jahreszeiten und Epochen.
Alles begann mit meinem Wunsch, mein Wissen über die Geschichte Krefelds, insbesondere die Bedeutung der Seidenverarbeitung, weiterzugeben. Unter dem Motto „Statt der Seide, Stadt der Bilder“ dokumentiere ich als Fotografin (Mitglied im: COVESTRO FOTO FILM CLUB KREFELD e.V. und im KunstvereinDuisburg e.V.) Krefelds Architektur aus verschiedenen Blickwinkeln. Mein Ziel ist es, diese Aufnahmen mit kurzen historischen Einblicken zu versehen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Nach meinem ersten Projekt im Jahr 2023 auf der Hüttenallee erhielt ich von der Bürgergemeinschaft Bismarckviertel ev, und Herrn Reno Müller grünes Licht für ein weiteres Vorhaben: die Geschichte und das Leben auf CRACAUEN auf etwa 10 Stromverteilerkästen beidseitig festzuhalten.
Als ursprünglich aus Düsseldorf Zugezogene lernte ich durch dieses Projekt die spannende Geschichte der Burg CRACAU kennen, die um 1400 zum Schutz Krefelds errichtet und etwa 250 Jahre später geschleift wurde. Das Gebiet lag damals in Trümmern und war „öd und wüst“. Durch den Kauf der Ländereien im Jahr 1774 wurde einer der Grundsteine für Krefelds Seidenindustrie gelegt.
Für mich als Fotografin stellte das Projekt eine große Herausforderung dar, da von der Burg CRACAU und dem Schloss heute nichts mehr übrig ist. Doch durch die Nachkommen der Familie von Beckerath, den früheren Besitzern, erhielt ich wertvolle Einblicke in die Geschichte. Ihre Erzählungen, alte Fotos und das Buch „Erinnerungen an CRACAUEN in Wort und Bild“ von Bruno von Beckerath halfen mir bei der Recherche. Um den Betrachtern meiner Arbeit die damalige Größe des Anwesens zu verdeutlichen, erstellte ich eine Grafik, die auf historischen Vorlagen basiert. Weitere Verteilerkästen zeigen auch die Nachbarn von damals, wie das Haus Leyental und die Firma Beindorff & von Beckerath.
Viele Stunden verbrachte ich im Stadtarchiv und noch mehr Zeit vor dem Computer – meinem kleinen Schloss, wie ich es nenne, von dem aus ich mich tief in die Geschichte von CRACAU vertiefte.
Mein besonderer Dank gilt Herrn Reno Müller, der dieses Projekt überhaupt erst möglich machte, der Bürgergemeinschaft Bismarckviertel e.V., sowie der Familie von Beckerath, Frau und Herrn Busch und allen helfenden Händen, die die Stromverteilerkästen säuberten.
Eine besondere Freude war es, dass ich durch dieses Projekt nach 60 Jahren den Kontakt zwischen zwei Jugend- und Schulfreunden wiederherstellen konnte – ein wunderbares Geschenk.
Es ist mir eine Ehre, in Wort und Bild die Erinnerung an CRACAUEN für alle sichtbar zu machen.