16/01/2018
Ich habe festgestellt, dass es verdammt schwer sein muss, Gott zu sein.
Stellt Euch vor Ihr hättet ein Habitat mit Lebewesen zu versorgen und wäret für ihr Wohlergehen verantwortlich. Die Lebewesen würden aber keine natürlichen Feinde haben.
Also keine Angreifer, keine Krankheiten höchstens das Lebensalter würde ihre Existenz begrenzen.
Klingt das nach dem Paradies?
Nicht wirklich, denn das Habitat als solches ist auch begrenzt.
Ich kann mir jedenfalls kein grenzenloses Habitat vorstellen.
Ohne Eingreifen von außen würde also die Anzahl der Lebewesen explodieren und ganz schnell aus dem Paradies eine Hölle machen. Selbst wenn man genug Futter von außen zufügt, wäre es die Hölle, denn der Platz wird weniger. Kämpfe entstehen um den Raum und natürlich um das Recht sich zu vermehren. Aus friedlichen Tieren die sich gegenseitig geholfen haben, werden Feinde, die sich bekämpfen.
Neuer Raum muss her, ist aber eigentlich keine Lösung. das Problem wird nur verlagert.
Klingt ein wenig so, wie die Menschen versuchen zu leben.
Der Kreislauf des Lebens macht also durchaus Sinn und ermöglicht der Tod neues Leben.
Ich werde konkret. Ich sitze vor meinen Mäusen, denen ich das Paradies eines wohligen Zuhauses geschaffen habe. Kuscheliges Heim, geselliges Leben und genügend Futter.
Allein durch ihr natürliches Dasein verwandeln sie das Paradies durch Vermehrung in eine Hölle, weil sie nicht ausweichen können.
Also schaffe ich neuen Lebensraum und schon da muss ich entscheiden, wer soll wohin und möglichst die Geschlechter trennen, die Raufbolde aussortieren und überlegen, wer ein gesondertes Heim braucht wegen seinen Handicaps...
Klingt einfach ist es aber nicht.
Wer sagt mir denn, dass die Raufbolde nicht nötig waren, um das Gleichgewicht in dem Rudel herzustellen und dass die mit Handicap es nicht wunderbar ohne mich geschafft hätten?Dass die, die ich trenne, nicht sehr vermisst werden.
Wer sagt mir, dass es gut ist was ich tue und es nicht viel besser wäre, ich würde mich gar nicht einmischen??
Wer sagt mir, dass der eine wirklich vor dem anderen beschützt werden möchte.
Letztendlich wird jeder von uns einmal im Leben durch einen anderen verletzt. Aber möchten wir deshalb in einem perfekten Kubus allein leben??? Selbst wenn alle lebenswichtigen Begebenheiten und auch Abwechslung existieren würde, so wäre uns die Freiheit zu entscheiden und die Freiheit hingehen zu können, wohin mal will, nicht wichtiger wie jede Sicherheit?
Das jedenfalls sagt die satte Maus.....
Wie steht es mit den Mäusen, die ich durch mein Einschreiten von Leiden befreie, wie Angst oder Hunger?
Eins weiß ich nach den Beobachtungen meiner Mäuse: Unsere Existenz ist frei. Heißt es dann mit den Übeln dieser Welt zu leben, dann ist das so. Aber ich lebe sicher und habe mit meinem Habitat sehr viel Glück gehabt.
Wie es die Mutter sieht, die ihr hungerndes Kind in Armen hält, kann ich nur erahnen.
Gott hat es schwer. Wir Menschen aber können es uns selbst sehr viel leichter machen, indem wir die Gewalt aus unser aller Leben verbannen und Gott gewaltig unter die Arme greifen.
Wir müssen nicht zulassen, dass es soviel Elend gibt.
Gott aber lässt aus gutem Grund soviel Freiheit zu.
(Gott verstehe ich als unendliche Liebe und Existenz)