13/05/2014
Mittwoch 14. Mai um 19.00 Uhr Hörsaal Kunsthochschule
Little Machines #3 - Vortrag von Marie-Luise Angerer
Zur affektiven Erfahrung des Technischen
Seit vielen Jahren werden Affekte als Verbindungselement in verschiedenen medien- und kulturtheoretischen Ansätzen begriffen. Gilles Deleuze hat den Affekt in die Filmtheorie eingeführt, Brian Massumi hat ihn für die Cultural Studies weiter entwickelt. Auch die Neurosciences sprechen seit einiger Zeit von tief liegenden Affekten, die das Bewusstsein als vernachlässigbare Größe erscheinen lassen. Bekanntermaßen hat McLuhan die Medientechnologien als Erweiterung unserer Sinnesorgane konzipiert. Was, so die Frage meines Vortrages, wenn diese die Sinne nicht verstärken, sondern diese in gewisser Weise ablösen, wenn also medientechnische Verbindungen als affektive zum Einsatz gelangen? Und wenn diese, in einem nächsten Schritt, sich als immer schon „lebendige“ entpuppen sollten?
Marie-Luise Angerer ist Professorin für Medien-und Kulturwissenschaften an der Kunsthochschule für Medien Köln. Forschungsschwerpunkte: Medientechnologien und soziale Fantasien; Sexualitäts- und Affektdispositiv; Plastizität, Materialität und Bewegungsstrukturen in Gehirn- und Medienforschung.
Publikationen u.a.:
Vom Begehren nach dem Affekt (Zürich, Berlin: diaphanes 2007)
Herausgabe (gem. mit Yvonne Hardt und Anna Weber): Choreographie, Medien und Gender (Zürich: diaphanes 2013)
Herausgabe des Bandes Timing of Affect. Epistemologies, Politics, Aesthetics, gem. m. Bernd Bösel und Michaela Ott (Zürich: diaphanes und University of Chicago Press 2014)
Desire and Affect (translation, London: Rowman & Littlefield International 2014)
LITTLE MACHINES wird ermöglicht durch Mittel des Studentischen Projektrats, der Klasse ter Heijne, dem ::digipool und dem Qualitätspakt Lehre.
Veranstaltungsort
Hörsaal der Kunsthochschule Kassel
LITTLE MACHINES ist ein interdisziplinäres Projekt über Kunst, digitale Medien und Technologien, das sich an Studierende der Kunsthochschule und der Universität Kassel richtet. Medientheoretische, kunstwissenschaftliche sowie künstlerische Vorträge und ein vvvv Workshop geben Impulse, um gemeinsam künstlerische Antworten auf die Digitalisierung der Welt oder mit digitalen Technologien künstlerische Antworten auf die Welt zu finden.
Zentrale Fragestellungen lauten: Wie unterscheidet sich digitale Medienkunst von anderen Formaten der Kunst? Welche Möglichkeiten bietet das Programmieren für zukünftige interaktive Projekte an der Schnittstelle zwischen Kunst und Aktivismus? Wie werden wir von unserem Geschlecht/Gender im Umgang mit Technik und deren Produktion beeinflusst?
LITTLE MACHINES findet im Rahmen von Generous Structure – einem offenen Veranstaltungsformat der Kunsthochschule Kassel statt.
Ein Projekt der Klasse ter Heijne und dem ::digipool der Kunsthochschule Kassel.
www.facebook.com/GenerousStructure