Chaosium gehört in Deutschland zu einer eher kleinen Gruppe von kontinuierlichen Theaterangeboten, die sich an Menschen mit und ohne Psychiatrie- und Psychoseerfahrungen richten und einen künstlerischen und kulturell-emanzipatorischen Ansatz verfolgen Wenn Sie das Theater Chaosium erleben, werden solche Unterscheidungskriterien unwichtig. Zumindest auf der Bühne ist es gut, dass jeder so "verrück
t" und so "normal" sein darf, wie es das Stück erfordert. Ausgangspunkt für die soziokulturelle Theaterarbeit ist die Vorstellung, dass es für alle in dieser Gesellschaft Frei- und Spielräume geben muss, die Kreativität und eigene ästhetischen Ausdrucksformen ermöglichen. Chaosium eröffnet diese Räume mit den Mitteln des Theaters gezielt für Menschen mit und ohne Psychose- und Psychiatrieerfahrungen. Mittlerweile, betreibt das 1990 gegründete Theater Chaosium zwei Ensembles, hat nicht nur in der Kasseler Theaterszene einen Namen gemacht und für die kontinuierliche Arbeit 2006 den Kasseler Kulturförderpreis erhalten. Weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt, war Chaosium schon auf internationalen Festivals z.B. in München und Padua (Italien) vertreten und wird immer wieder zu unterschiedlichen Anlässen bundesweit eingeladen. Grundlage der Arbeit ist ein Theatertraining in den Bereichen Körper, Bewegung, Stimme, szenisches Spiel und Improvisation. Stücke werden in einer umkreisenden Suche um ein selbst gewähltes Thema bzw. im frei assoziativen Umgang mit literarischen Vorlagen entwickelt. Chaosium arbeitet derzeit in zwei Gruppen, die jährlich je eine Produktion erarbeiten:
Die Theatergruppe Chaosium bietet eine intensive Auseinandersetzung mit Theater. Der gemeinsame Erfindungsprozess ermöglicht den Spieler/innen persönliche Erfahrungen einzubringen, eigene Ideen und Darstellungsformen zu entwickeln und szenisch umzusetzen. Im Chaosium Dienstagsprojekt spielen in erster Linie Menschen, die stärker in ambulante psychosoziale Hilfsangebote eingebunden sind. Das Dienstagsprojekt hat sich gerade in den letzten Jahren als Geheimtipp in der Kasseler Theaterlandschaft etabliert.