Und trotzdem sind die verschiedenen Bilder in ihrer Aussage immer verwandt, inspirieren sich gegenseitig, ergänzen sich. Walter Blum - Kunst aus Oberschwaben
BIOGRAFIE
Geboren 1957 in Oberschwaben, in Schussenried. Dort aufgewachsen in schöner ländlicher Umgebung, der schon früh mein Interesse galt, und in der sich mir auf langen, ausgedehnten Spaziergängen immer ein Wohlgefühl einstellte. In me
iner Jugendzeit das "Schauen" als Erlebnis entdeckt und fortan nicht genug davon bekommend sah ich Landschaften, Bäume, Tiere, Menschen, Blumen, Steine, Himmel, Farben, Strukturen, ...
Vom "Erschauen wollen" zum "Begreifen wollen" begann die Auseinandersetzung mit der Eigentümlichkeit und Schönheit der mich umgebenden Dinge, woraus sich der Weg zur künstlerischen Arbeit bahnte, mit der Absicht, das Schöne herauszuschälen und sichtbar zu machen. Später erfolgte in den frühen 80er Jahren das Studium der Malerei an der Akademie der bildenden Künste Karlsruhe (Prof. Dieses führte jedoch nicht zu der von mir erhofften inneren künstlerischen Erweiterung, weshalb ich es im 5. Von da an autodidaktische Weiterentwicklung mit einer mehrjährigen Arbeitspause, in welcher meine Kinder und ihr Heranwachsen zum ästhetischen Element in meinem Leben wurden. Notgedrungen - weil die Farben immer wieder in der Zeit eintrocknen, in der das Brot verdient werden muss - die Entscheidung für den „trockenen“ Stift als künstlerisches Ausdrucksmittel. Farbig zunächst ausgeübt an Bildern von Käfern ("Juwelen der Erde") führte dies zur Arbeit mit abstrakten Linien und Mustern, die sich zur Gegenständlichkeit zum einen und zum Druckbleistift als das momentan bevorzugte Ausdrucksmittel zum anderen hin entwickelten. Dabei die Entdeckung der Untrennbarkeit des Gegenstandslosen vom Gegenständlichen (als auch umgekehrt): Abstrakte Formeln gerinnen je nach Distanz zum Gegenstand (und umgekehrt). Das unbekannte abstrakte Außen zeigt sich mir also nach dem Ordnen durch meine Sinne als Baum, Wolke, Vogel, Mensch oder - aus der Nähe betrachtet - als Struktur, Linie, Punkt, abstraktes Muster, Schraffur, ...
Immer noch der ursprünglichen Schönheit der oberschwäbischen Landschaft verbunden, wandere ich durch die moorigen und feuchten Wiesen und erfreue mich immer an Neuentdeckungen. Hierbei verschafft mir nicht das Viele und Breite Reichtum, sondern das Wenige in seiner Tiefe, auch wenn dessen Grund mir verborgen und immer ein Geheimnis bleiben wird. Zurzeit arbeite ich bevorzugt an groß angelegten Zeichnungen, deren Anregungen aus meiner direkten Umgebung kommen, zunächst als Erinnerungen und Gedanken zu einem mich ergreifenden Thema - z. Anton Braith, Schöpfung, Ethik - das schließlich zum Bild, zur Zeichnung wird.