01/02/2026
Einst zogen Kinder und Arme an festgelegten Tagen des Jahreskreises durch die Dörfer und erheischten (forderten) Eier, Speck und Wurst von den Bewohnern. Zum Dank gab es ein kleines Lied oder einen Segenswunsch.
Aus diesem uralten Brauch entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte verschiedenste Fastnachts- und Umzugsbräuche im zumeist deutschsprachigen Raum.
Es ist die Zeit vor dem Fasten- noch einmal tobt man sich aus bei Speis und Trank. Die einen nennen es Fastnacht, bei den Sorben der Ober- und vor allem Niederlausitz heißt es Zampern- camprowanje oder auch Zapust. Heutzutage sind es die örtliche Jugend oder auch Männergruppen, die mit ihren einstudierten „Nummern“ von Haus zu Haus ziehen - einstmals waren es symbolische Figuren, welche herumgeführt wurden und den Übergang vom Winter zum Frühling erlebbar machten.
Dabei sind die ursprünglichen Figuren keineswegs „typisch“ sorbisch – sie alle oder auch einzelne Gestalten findet man in der Oberpfalz, in Thüringen oder Pommern, und meist ist der Ursprung der Figuren und ihre Bedeutung vergessen. Was als lokaler Brauch gilt, ist oftmals ein Sammelsurium verschiedenster Erinnerungen der Bewohner, die einst in eine Region einwanderten. Bräuche bewahren so auch immer ein Stück der Seele der Menschen, die längst nicht mehr unter uns sind.
Nach dem Umzug von Hof zu Hof erfolgt traditionell der Fastnachtsschmaus im Gasthaus, oder aber -so erinnern sich noch viele Schwarzkollmer- der Einmarsch der Jugend auf den Ballsaal mit ausgelassenen Tanz bis spät in die Nacht hinein. Statt Wurst und Speck gibt es heutzutage auch gern eine Spende für die Jugendclub-Kasse, und die Eier werden später beim Eieressen verspeist.