18/09/2018
Liebe Freunde,
nicht alles was rechtens ist, ist auch richtig! Die Rodung des Hambacher Forstes ist ein Beispiel dafür. RWE ist rechtlich auf der sicheren Seite, denn es gibt entsprechende Beschlüsse der damals rot-grünen Landesregierung in NRW. Richtig ist die Abholzung der bis zu 350 Jahre alten Bäume aber nicht, weil die Braunkohle-Verstromung besonders klimaschädlich ist, während das letzte noch verbliebene Waldstück im Braunkohlerevier als besonders schützenswert gilt.
Im Hambacher Forst regt sich Widerstand: Etwa 150 Umweltaktivisten und ja, auch ein gutes Dutzend linksautonomer, gewaltbereiter Krawallmacher kämpfen gegen die Abholzung. Sie werden durch die friedlichen Proteste Tausender engagierter Bürger unterstützt.
Wenn man die Bilder der Demo im Hambacher Forst sieht, fragt man sich, warum die Polizei so massiv vorgeht und warum RWE so starrsinnig und ignorant an der Rodung festhält.
Schlagstöcke und Tränengas gegen diejenigen, die unsere Umwelt gegen Lobbyismus und Ausbeutung schützen. Das ist die Botschaft aus Hambach. Wollen Politiker, Polizeiführung und RWE-Konzernleitung in der Öffentlichkeit so wahrgenommen werden?
Nicht nur, dass die Vernichtung tausender Bäume zugunsten des Braunkohleabbaus unser ökologisches Klima belastet, nein, zudem verändert es auch das gesellschaftliche Klima. Die Menschen fragen sich, ob Politik und Wirtschaft überhaupt noch am Bürgerwillen interessiert sind. Sie fragen sich, warum die Polizei im Hambacher Forst so hart durchgreift und genau dieses in Chemnitz und Köthen nicht macht. Üben wir etwa mehr Nachsicht und Milde gegenüber Protagonisten rechter Gewalt und rechter Ideologie? Was ist los in Deutschland?
Wann verstehen Politiker, dass man den kommenden Generationen Respekt und Gewaltlosigkeit vorleben muss, wenn man sie dazu erziehen will? Wann begreifen die Konzernlenker, dass Geld nicht alles ist, wofür es sich zu leben lohnt?
Die Politik und die Polizeiführung sollten in der Wahl der Mittel die Verhältnismäßigkeit nicht aus den Augen verlieren und die RWE könnte ihren Entschluss auf den Prüfstand stellen. Es wäre eine ganz neue Qualität und ein großartiges, zukunftsweisendes Signal, wenn das Energieunternehmen auf das Recht zur Abholzung des Waldes verzichten und dem Bürgerwillen den Vorrang geben würde. Große Persönlichkeiten erkennt man auch daran, dass sie fähig und willens sind, alte Entscheidungen bei Bedarf zu überdenken und zu Gunsten der Gemeinschaft anzupassen. Wenn RWE Applaus aus der Bevölkerung haben möchte, dann wäre das der richtige Weg.