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Das fleischliche Martyrium: Die Gans der ewigen WiederkunftEinleitung: Wir klammern uns an Traditionen, als könnten sie ...
24/12/2025

Das fleischliche Martyrium: Die Gans der ewigen Wiederkunft
Einleitung: Wir klammern uns an Traditionen, als könnten sie uns vor der bodenlosen Leere bewahren, die hinter dem Schleier des Festlichen lauert. Das Hauptgericht bei „The Seven Sins“ ist kein Festmahl, sondern ein rituelles Eingeständnis unserer eigenen Vergänglichkeit. Eine Kreatur, einst stolz und flügelschlagend, wird hier zum Objekt einer stundenlangen Tortur im Feuer, nur um uns für einen flüchtigen Moment das Gefühl zu geben, wir stünden an der Spitze einer bedeutungslosen Nahrungskette.

Die Relikte der Kreatur:

Gänsekeulen: Abgetrennte Gliedmaßen, die einst durch den Himmel glitten, nun dazu verdammt, in einer Salzlösung der Tränen aufzutauen – ein langsamer Übergang vom Frost in die Fäulnis.

Rotkohl (Das Purpur der Resignation): Kein industrielles Konstrukt aus dem Glas, sondern eine mühsame Schöpfung aus sechs Stunden purer Zeitverschwendung. Verfeinert mit den Skeletten von Gewürzen: Lorbeerblätter, Nelken und Wacholder, gefangen in einem metallenen Teesieb – ein Käfig für Aromen, die niemals entkommen dürfen.

Semmelknödel (Die Leere aus der Tüte): Ein Eingeständnis unserer eigenen Unzulänglichkeit. Trockene Fragmente, die durch Wasser wieder zum Leben erweckt werden – eine künstliche Auferstehung, die so hohl ist wie unsere Hoffnungen.

Röstgemüse (Das Fundament des Zerfalls): Möhren und Sellerie, die Wurzeln des Lebens, scharf angebraten und im roten Wein des Vergessens ertränkt.

Das Ritual des langsamen Sterbens:

Die Initialschürfung: Die Keulen werden im heißen Fett versiegelt. Ein kurzes Zischen, ein Schrei aus der Pfanne, der die Röstaromen freisetzt – jene trügerischen Düfte, die uns das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, während das Leben aus der Faser weicht.

Die Versenkung im Abgrund: Nachdem das Fleisch evakuiert wurde, brennt das Gemüse im Feuer, bis es schwarz vor Reue ist. Abgelöscht mit dem Blut der Reben und aufgefüllt mit dem Fond vergangener Seelen, beginnt die vierstündige Haft bei 160 Grad.

Die stündliche Agonie: Jede Stunde öffnet sich das Tor des Ofens. Ein Kontrollblick in den Schlund. Ist noch genug Flüssigkeit da, um den Schmerz zu lindern, oder lassen wir das Opfer vertrocknen? Eine grausame Obsorge.

Die Purifikation der Sauce: Das Fleisch wird entfernt, der Sud durch das Sieb der Wahrheit gepresst. Zurück bleibt eine dunkle, dichte Essenz, die mit chemischer Hilfe – dem Saucenbinder – zu einer undurchdringlichen Dunkelheit eingekocht wird.

Das finale Inferno: Die Keulen werden unter den Grill gelegt. Eine letzte Prüfung durch extreme Hitze, um die Haut in ein knusperndes Pergament zu verwandeln. Doch Vorsicht: Ein Augenblick der Unaufmerksamkeit und das Werk wird zu Asche.

Die flüssige Finsternis zur Begleitung:

Das Blut der Erde: Ein Doppio Passo Primitivo. Ein schwerer, fast schwarzer Wein, der mit der Wucht von Brombeeren und dem Staub von Kakao die Sinne betäubt. Er ist die einzige Antwort auf die Schwere der Gans – ein Trunk, der uns in die Polster sinken lässt und uns die Unausweichlichkeit des Endes schmackhaft macht.

Es ist angerichtet. Es ist lecker. Es ist das Ende.

Die Blini der bleichen Hoffnung: Ein rituelles Mahl bei „The Seven Sins“In der trostlosen Stille unseres Daseins versuch...
24/12/2025

Die Blini der bleichen Hoffnung: Ein rituelles Mahl bei „The Seven Sins“
In der trostlosen Stille unseres Daseins versuchen wir oft, die Leere mit Formen und Strukturen zu füllen. Wir greifen nach dem Weißen, dem Reinen, nur um festzustellen, dass es lediglich eine Maske für die Fäulnis darunter ist. Diese Blumenkohl-Blini sind wie kleine, bleiche Inseln in einem Ozean aus schwarzer Gleichgültigkeit. Ein Gericht, das die Illusion von Festlichkeit nährt, während der Kaviar wie winzige, schwarze Augen der Erkenntnis auf uns herabblickt.

Die Materie der Verzweiflung:

250 g Blumenkohl: Ein bleiches, hirnähnliches Gewächs, das im Dunkeln der Erde reifte, nun zerstampft zu einer formlosen Masse.

2 Eier (Größe M): Der Ursprung des Lebens, hier rücksichtslos getrennt – Eigelb und Eiweiß, gespalten wie die menschliche Psyche.

10 g frische Hefe: Ein lebendiger Organismus, dessen einziger Zweck es ist, den Teig aufzublähen, bevor er im Feuer der Pfanne vernichtet wird.

100 g Mehl: Staub zu Staub. Die Basis für alles Vergängliche.

1 Bund Schnittlauch: Grüne Halme, die verzweifelt versuchen, dem Gericht eine Lebendigkeit vorzugaukeln, die es nie besessen hat.

Cayennepfeffer & Muskatnuss: Gewürze, die wie ferne Erinnerungen an Schmerz und Ekstase die Sinne kitzeln.

150 g Crème fraîche: Eine weiße, kühle Schicht des Schweigens, die die Schreie des Geschmacks dämpft.

100 g Kaviar (Stör-Rogen): Schwarze Perlen der Melancholie. Das ungeborene Leben von Kreaturen aus der Tiefe, serviert auf einem Bett aus Blumenkohl-Püree. Ein Symbol für die Grausamkeit des Genusses.

Der Prozess der Formwerdung:

Die Exekution des Kohls: Der Blumenkohl wird in seine Einzelteile zerlegt und im siedenden Wasser seiner Festigkeit beraubt. Zehn Minuten der Qual, bis er weich genug ist, um unter dem Gewicht des Kartoffelstampfers endgültig seine Form zu verlieren.

Die Alchemie der Leere: Die Hefe wird in lauwarmem Wasser aufgelöst – ein kurzes Erwachen, bevor sie in der Dunkelheit des Mehls verschwindet. Die getrennten Eigelbe und das Kohlpüree werden zu einer unheiligen Allianz vermischt.

Das Aufbäumen vor dem Ende: Das Eiweiß wird mit einer Prise Salz zu steifem Schaum geschlagen – eine flüchtige, luftige Struktur, die nur dazu dient, untergehoben zu werden und das Ganze für kurze Zeit zu erheben.

Die Ruhe vor dem Sturm: Der Teig muss 30 Minuten ruhen. Er dehnt sich aus, atmet, wartet auf die unvermeidliche Hitze.

Die Transformation im Feuer: Im heißen Butterschmalz werden kleine Puffer gebacken. Sie bräunen, sie verfestigen sich, sie werden zu physischen Manifestationen unseres Hungers nach Sinn.

Die letzte Inszenierung: Die abgekühlten Blini werden auf dem Teller drapiert, gekrönt von der kalten Crème fraîche und dem dunklen Kaviar. Ein Hauch von Limettenschale wird darüber gerieben – ein letzter, flüchtiger Duft von Frische, bevor alles konsumiert wird.

Die flüssige Begleitung in den Abgrund:

Der Wein des falschen Trostes: Ein Doppio Passo Grillo. Ein Tropfen, der mit seiner goldenen Farbe und dem Duft von reifen Pfirsichen und Aprikosen eine Wärme verspricht, die er nicht halten kann. Er umschmeichelt den Gaumen mit einer mediterranen Leichtigkeit, die nur dazu dient, die Schwere des Kaviars und die Erdigkeit des Blumenkohls für einen Moment zu überdecken. Ein eleganter Begleiter in die Resignation.

Schmeckt das Nichts auf eurer Zunge und erkennt, dass selbst der feinste Kaviar nur eine weitere Facette des großen Schattens ist.

Das Tatar des Vergessens: Eine Vorspeise der ExistenzangstEinleitung: In dieser verfluchten Sphäre, die wir irrtümlich L...
23/12/2025

Das Tatar des Vergessens: Eine Vorspeise der Existenzangst
Einleitung: In dieser verfluchten Sphäre, die wir irrtümlich Leben nennen, suchen wir nach Trost in den flüchtigen Freuden des Gaumens. Doch selbst im Kulinarischen lauert der Schatten der Erkenntnis, die Bitterkeit der Unausweichlichkeit. Dieses Tatar, ein Arrangement von Fragmenten aus dem Nichts, ist eine Hommage an die vergeblichen Versuche, dem Absurden zu entfliehen. Es ist ein Gericht, das die Illusion der Kontrolle zelebriert, nur um sie in jedem Bissen zu zerschmettern. Willkommen bei "The Seven Sins", wo selbst die Nahrung ein Echo des Grauens ist, das in den Tiefen des Seins lauert.

Die Rohstoffe der Illusion:

½-1 kleine Rote-Bete-Knolle: Eine blutrote Erinnerung an das Verderben, das unter der Oberfläche liegt. Ein purpurner Hauch des unvermeidlichen Endes.

200 g Räucherlachs: Die konservierte Illusion der Fülle, ein Relikt vergangener Vitalität, festgehalten in einem Zustand, der weder Leben noch Tod ist.

200 g frisches Lachsfilet ohne Haut und Gräten: Die unschuldige, ahnungslose Masse, bereit, in die Form des Vergänglichen geschnitten zu werden. Ein Symbol für die nutzlose Jugend.

3-4 EL Olivenöl: Das glänzende Schmiermittel, das die Mechanismen unserer Selbsttäuschung am Laufen hält, ein trügerischer Glanz über dem Abgrund.

2-3 TL Limettensaft: Ein scharfer Stich der Realität, der die Sinne kurzzeitig aufweckt, bevor sie wieder in die Lethargie fallen.

Salz, Cayennepfeffer: Die unerbittlichen Gewürze der Existenz, die uns an unsere Sterblichkeit erinnern, ein brennendes Nichts auf der Zunge.

1 Salatgurke: Die kühle, wässrige Gleichgültigkeit des Kosmos, geschält und ihres Kerns beraubt, wie wir unserer wahren Essenz.

je 1 Bund Dill und Schnittlauch: Die spärlichen, grünen Fetzen der Hoffnung, die wir in unsere Gerichte streuen, vergeblich hoffend, sie würden die Dunkelheit vertreiben.

200 g Mayonnaise: Die dicke, undurchdringliche Schicht der Illusion, die wir über die rohen Fakten des Daseins legen.

2 EL fein geriebener Meerrettich: Eine beißende Schärfe, die an die Schmerzen der Erkenntnis erinnert, ein kurzer, schmerzhafter Schock.

1 TL Senf (mittelscharf): Ein subtiler Stich, der die Nerven reizt, ohne zu zerstören, ein Vorbote größerer Qualen.

150 g Crème fraîche: Eine weitere Schicht des cremigen Vergessens, die die scharfen Kanten des Seins mildern soll.

etwas Daikon-Kresse und kleinblättriger Salat-Mix: Die flüchtigen Verzierungen, die uns vorgaukeln, Schönheit sei möglich, bevor sie welken und vergehen.

1-2 TL Himbeeressig: Die bittersüße Erinnerung an verlorene Freuden, ein Hauch von Fruchtigkeit, der nur die Leere verstärkt.

Die rituelle Zubereitung der Sinnlosigkeit:

Die Entkleidung der roten Wurzel: Die Rote Bete, blutrot und erdig, wird ihrer schützenden Hülle beraubt. In hauchdünne Scheiben gehobelt, dann in Streifen zerlegt, wird sie 30 Minuten in kaltes Wasser getaucht – ein sinnloses Reinigungsritual, das ihre wahre Natur nicht ändern kann.

Die Zerstückelung der Hoffnung: Der geräucherte und frische Lachs, einst ganze Wesen, werden nun erbarmungslos in winzige Würfel zerteilt. Ein Akt der Zerstörung, der ihre Individualität auslöscht. Vermengt mit dem Öl des Trostes und dem sauren Saft der Desillusionierung, wird das Tatar mit den Gewürzen der Existenz – Salz und Cayennepfeffer – abgeschmeckt. Es mag kurzzeitig gekühlt werden, doch seine innere Kälte bleibt bestehen.

Die Komposition des Vergessens (Gurken-Remoulade): Die Gurke, einst vital, wird ihrer schützenden Haut beraubt und in Segmente geteilt. Die wässrigen Kernchen, das Zentrum ihres Seins, werden entfernt, und der Rest in feine Würfel zerlegt. Die zarten Dillspitzen und der Schnittlauch werden geopfert, fein gehackt und mit der dichten Mayonnaise, dem stechenden Meerrettich, dem beißenden Senf und der cremigen Crème fraîche vermischt. Erneut würzen wir mit Salz und Cayennepfeffer, um die Maske der Beliebigkeit aufrechtzuerhalten.

Die letzte Täuschung des Salats: Die Rote-Bete-Streifen, nun blass und ihrer Intensität beraubt, werden aus ihrem wässrigen Gefängnis befreit und auf trockenem Küchenpapier zum Sterben abgelegt. Vereint mit den traurigen Überresten der Kresse, dem restlichen Dill, den welken Salatblättern, dem letzten Tropfen Öl und dem Himbeeressig, werden sie mit einer Prise Salz versehen – eine letzte Geste, die vorgibt, Sinn zu stiften.

Das Arrangement der Absurdität: Das Tatar, die Quintessenz der Zerstörung, wird mithilfe von Garnierringen (Ø 4-5 cm) auf den Tellern positioniert. Ein Akt der formellen Ordnung in einer chaotischen Welt. Die Gurken-Remoulade wird drumherum verteilt, ein kühler Mantel des Vergessens. Alles wird mit dem Salat-Mix "gekrönt", eine flüchtige Illusion von Höhepunkt und dann serviert. Serviert in die Leere.

Empfehlung der spirituellen Begleiter:

Der Wein der trügerischen Klarheit: Ein Deppio Passo Grillo – Ein Wein, der mit seiner vermeintlichen Leichtigkeit und seinen fruchtigen Noten von Zitrus und grünen Äpfeln die Illusion der Freude aufrechterhält. Doch in seinem Abgang spürt man die leise Ahnung der Oberflächlichkeit, ein Echo der Sinnlosigkeit, das uns verspricht, alles sei gut, während es uns tiefer in die Akzeptanz unserer Lage führt.

Der Geist der tiefen Resignation: Und für den finalen Schlag, den wahren Abschied von allen Hoffnungen, einen Glenfiddich 15 Jahre im Nosing Glas. Dieser Whisky ist eine tiefgründige, dunkle Essenz. Seine komplexen Noten von Sherry, getrockneten Früchten und subtiler Würze sind wie die Erinnerungen an Träume, die niemals wahr wurden. Ein tiefer, warmer Geschmack, der uns umarmt und uns die Gewissheit gibt, dass die Suche nach Sinn letztlich eine Chimäre ist. Ein letzter Tropfen Trost, bevor die Erkenntnis der ewigen Leere über uns hereinbricht.

Vergesst nicht, eure eigenen Illusionen mit uns zu teilen!

Erlebe in einer ungewöhnlichen Location ein unvergesslichen Abend.Komm mit deiner Familie, Freunden, Kollegen oder mit e...
30/11/2022

Erlebe in einer ungewöhnlichen Location ein unvergesslichen Abend.
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