Sammlung Prinzhorn

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Sammlung Prinzhorn Die Sammlung Prinzhorn ist ein Museum für Kunst von Menschen mit psychischen Ausnahme-Erfahrungen. Mehr Informationen unter https://www.sammlung-prinzhorn.de/

Aus unserer Jubiläumsausstellung „Alles Kunst? 25 Jahre Museum Sammlung Prinzhorn“:Josef Belgrad,„Gewitter in der Wüste“...
29/10/2026

Aus unserer Jubiläumsausstellung „Alles Kunst? 25 Jahre Museum Sammlung Prinzhorn“:

Josef Belgrad,
„Gewitter in der Wüste“,
um 1906 bis 1908,
Öl auf Karton.

JOSEF BELGRAD
Mönchengladbach 1868 – 1914 Provinzial Heil- und Pflegeanstalt Düren

Belgrad verlor früh beide Eltern und wuchs im Waisenhaus auf. Er arbeitete als Schmied, Bäcker, Zeugdrucker, Tagelöhner und wurde mehrfach straffällig. Ein Straßenraub brachte ihn 1890 ins Zuchthaus, ab 1894 in verschiedene Anstalten, wo er die Diagnose „chronische Paranoia“ erhielt. Se****le Gedanken und Halluzinationen quälten ihn, drei Suizidversuche waren die Folge. In seiner Einzelzelle in der Anstalt Düren durfte er malen, was seine Stimmung spürbar hob. Er zeichnete Fantastisches, aber auch Stillleben, Historienbilder und seine Umgebung, stellte Grußkarten her und schmückte Anstaltsräume mit seinen Malereien aus. Auch ein Altarbild entstand. Belgrad hoffte auf eine berufliche Zukunft als Maler, starb aber 1914 in der Anstalt.

© Sammlung Prinzhorn, Universitätsklinikum Heidelberg

Aus unserer Jubiläumsausstellung „Alles Kunst? 25 Jahre Museum Sammlung Prinzhorn“:Johann Baptist Kuhbandner,„Amor und F...
27/10/2026

Aus unserer Jubiläumsausstellung „Alles Kunst? 25 Jahre Museum Sammlung Prinzhorn“:

Johann Baptist Kuhbandner,
„Amor und Faun“,
zwischen 1906 und 1920,
Bleistift und Pinsel in Deckfarbe auf Zeichenkarton.

JOHANN BAPTIST KUHBANDNER
Nürnberg 1871 – nachweisbar bis 1949 in Augsburg

Der uneheliche Sohn eines Bankiers arbeitete als Holzbildhauer, Porträtzeichner, Marktschreier und Hausierer in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mehrfach wegen Diebstahls bestraft, litt er in der Haft unter Vergiftungsängsten und hörte Stimmen, weshalb er 1905 zunächst in die Anstalt Rheinau eingewiesen, dann nach Erlangen verlegt wurde. Dort beschäftigte er sich mit Mundharmonikaspielen, Schreiben und Zeichnen und forderte seine Freilassung, um als Künstler erfolgreich sein zu können. 1920 erfüllte sich sein Wunsch: er wurde zu einem Freund nach Berlin entlassen. In der Folge zog er als „dummer August“ und Straßenmusikant mit selbstgeschrieben Schwänken umher und beging kleinere Delikte. 1949 verliert sich seine Spur.

© Sammlung Prinzhorn, Universitätsklinikum Heidelberg

Aus unserer Jubiläumsausstellung „Alles Kunst? 25 Jahre Museum Sammlung Prinzhorn“:Oswald Max Lohse,«Herzlich Geliebte A...
23/10/2026

Aus unserer Jubiläumsausstellung „Alles Kunst? 25 Jahre Museum Sammlung Prinzhorn“:

Oswald Max Lohse,
«Herzlich Geliebte Antonia Hering!»«Fröhliche Weihnachten!»,
23.10.1912,
Feder in schwarzbrauner Tinte, Pinsel in Deckfarben mit Deckweiß auf gelblichen Packpapier.

OSWALD MAX LOHSE
Oberpfannenstil 1870 – 1917 Heil- und Pflegeanstalt Waldheim

Der ehemalige Gärtner kam 1886 wegen wiederholten Bettelns in die Besserungsanstalt Sachsenburg. 1902 verhielt Lohse sich in der Wohnung eines Pastors „auffällig“, wurde verhaftet und ins Krankenhaus gebracht. Dort zeigte er „lebhafte Größenideen und ein ausgebildetes Wahnsystem“. Er sei ein polnischer Fürst, Herr über ganz Europa und Kaiser von Mexiko, der Vertreter aller religiösen Gemeinden und stehe über dem Gesetz. Die verstorbenen Eltern seien nur seine Pflegeeltern gewesen. Er fühlte sich durch elektrische Ströme, Telegraphen und Oxydation beeinflusst, hörte Stimmen und sah Gestalten. Wiederholt schrieb er dem Kaiser wegen seiner widerrechtlichen Einsperrung und verfasste Schadensersatzansprüche an 26 Behörden.

© Sammlung Prinzhorn, Universitätsklinikum Heidelberg

Aus unserer Jubiläumsausstellung „Alles Kunst? 25 Jahre Museum Sammlung Prinzhorn“:Theodor Gührer,"mein Leben aufs Spiel...
21/10/2026

Aus unserer Jubiläumsausstellung „Alles Kunst? 25 Jahre Museum Sammlung Prinzhorn“:

Theodor Gührer,
"mein Leben aufs Spiel gesetzt",
vor März 1926,
Bleistift und roter Farbstift auf Papier.

THEODOR GÜHRER
Gmünd (Schwäbisch Gmünd) 1866 – 1926 Heil- und Pflegeanstalt Schussenried

Wegen Totschlags an seiner Verlobten kam der Matrose Gührer 1898 ins Stuttgarter Zuchthaus, dann in die Anstalt Schussenried. Die Entlassung aus der US-Kriegsmarine hatte ihn zunächst nach Hause in den elterlichen Bijouteriebetrieb in Schwäbisch Gmünd zurückgeführt. Bei einem Arbeitsunfall verlor er zwei Fingerspitzen. Die Krankenakte vermerkt all dies nur knapp. Gührer litt unter anderem an Vergiftungsängsten und erhielt die Diagnose „Schizophrenie“. Auf seine Unruhe reagierte man mit „Bettbehandlung“. Den Rest seines Lebens verbrachte er in der Anstalt, schrieb und zeichnete Erfindungen, Flugapparate, Kriegsgerät und Entwürfe für Goldschmiedearbeiten.

© Sammlung Prinzhorn, Universitätsklinikum Heidelberg

Aus unserer Jubiläumsausstellung „Alles Kunst? 25 Jahre Museum Sammlung Prinzhorn“:Konrad Schröder,Ohne Titel [Flußlands...
17/10/2026

Aus unserer Jubiläumsausstellung „Alles Kunst? 25 Jahre Museum Sammlung Prinzhorn“:

Konrad Schröder,
Ohne Titel [Flußlandschaft],
Okt 1919,
Öl auf Leinwand, Holzrahmen.

KONRAD SCHRÖDER
Lebensdaten unbekannt, nachweisbar 1912 Städtische Heilanstalt St. Jürgen Asyl Ellen, Bremen

Über Konrad Schröder ist abgesehen von seiner Diagnose „Dementia praecox“ wenig bekannt. Einige wenige Arztnotizen, die den sechs teilweise aufwändig gerahmten Gemälden, die um 1921 nach Heidelberg kamen, beigelegt waren, bezeugen seinen Aufenthalt um 1912 in der Heilanstalt St. Jürgen Asyl in Ellen bei Bremen. Diese dokumentieren Äußerungen Schröders zu seinen Werken.

© Sammlung Prinzhorn, Universitätsklinikum Heidelberg

Am 21. Oktober 2026 um 17:30 Uhr führen Ingrid von Beyme, Kuratorin der Sammlung Prinzhorn, und Christina Zech, Künstler...
15/10/2026

Am 21. Oktober 2026 um 17:30 Uhr führen Ingrid von Beyme, Kuratorin der Sammlung Prinzhorn, und Christina Zech, Künstlerin mit Psychiatrie-Erfahrung, gemeinsam durch unsere Jubiläumsausstellung „Alles Kunst? 25 Jahre Museum Sammlung Prinzhorn“.

Die Teilnahme an der Führung ist kostenlos; es fällt lediglich der Museumseintritt an. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Wir freuen uns auf euren Besuch!

Mach dein FSJ-Kultur im Museum Sammlung PrinzhornDu interessierst dich für Kunst, Kultur und Museumsarbeit? Dann hast du...
14/10/2026

Mach dein FSJ-Kultur im Museum Sammlung Prinzhorn

Du interessierst dich für Kunst, Kultur und Museumsarbeit? Dann hast du die Möglichkeit, ab November 2026 im Rahmen eines FSJ Kultur Teil unseres Teams zu werden!

Die Sammlung Prinzhorn in Heidelberg ist ein Museum für Kunst von Menschen mit psychischen Ausnahmeerfahrungen. Mit rund 40.000 Werken aus der Zeit von 1825 bis heute zählt sie zu den weltweit bedeutenden Sammlungen auf diesem Gebiet.

Während deines Freiwilligendienstes erhältst du Einblicke in die vielfältige Arbeit unseres Museums und kannst dich aktiv einbringen – unter anderem bei:

* der Organisation sowie dem Auf- und Abbau von Ausstellungen
* der Planung und Durchführung von Veranstaltungen
* der Öffentlichkeitsarbeit, Social Media und dem Marketing
* der Vermittlungsarbeit und dem Besucherservice

Je nach Interesse und aktuellen Projekten kannst du unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Dabei arbeitest du in einem kleinen, offenen Team mit flachen Hierarchien.

Alle weiteren Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung findest du hier:
https://anmelden.freiwilligendienste-kultur-bildung.de/detail/25922

Wir freuen uns auf dich!

Bild: © Atelier Altenkirchen

Aus unserer Jubiläumsausstellung „Alles Kunst? 25 Jahre Museum Sammlung Prinzhorn“:Heinrich Gänter,Kleines Porträt, vor ...
11/10/2026

Aus unserer Jubiläumsausstellung „Alles Kunst? 25 Jahre Museum Sammlung Prinzhorn“:

Heinrich Gänter,
Kleines Porträt,
vor 1921,
Bleistift, Öl auf braunem Karton und Graupapppe; Reißzwecke.

HEINRICH GÄNTER/GENTER
Mergentheim 1854 – 1917 Königliche Heilanstalt zu Schussenried

Der ledige evangelische Universitätszeichner aus Tübingen war Sohn eines Stuttgarter Finanzrats. Im Mai 1912 wurde er erstmals mit der Diagnose „Dementia paralytica“ in die Königliche Heilanstalt zu Schussenried aufgenommen und 1915 wieder entlassen. Zwei Jahre später verstarb er in der Anstalt. Leider findet sich keine Krankenakte, aber erhalten haben sich zwei kleine Porträts in Öl auf Karton, die er mit gemalten Rahmen versehen hat. Das kleinere Medaillon wurde zudem auf Tabakkarton aufgeklebt und mit Text versehen. Die Löcher stammen von Reißzwecken oder Nadeln, mit denen das Bild an der Wand gebracht war.

© Sammlung Prinzhorn, Universitätsklinikum Heidelberg

Habt ihr schon einmal hinter die Kulissen eines Museums geschaut?Der Tag der offenen Tür in der Sammlung Prinzhorn ist i...
10/10/2026

Habt ihr schon einmal hinter die Kulissen eines Museums geschaut?

Der Tag der offenen Tür in der Sammlung Prinzhorn ist in vollem Gange und noch bis 17 Uhr gibt es viel zu entdecken.

Neben Einblicken in unsere Jubiläumsausstellung „Alles Kunst?“ erwarten euch heute Gespräche zu besonderen Werken und ihren Geschichten, Führungen hinter die Kulissen um 11:00 und 13:00 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr Kaffee und Kuchen im Museumscafé.

Um 14.30 Uhr geht es in einer Führung um die Künstlerin Maria Puth und ihre Geschichte, um 15.30 Uhr in einem Gespräch um die Rekonstruktionen der Puppe von Katharina Detzel und der Bodenarbeit von Marie Lieb.

📍 Museum Sammlung Prinzhorn
🕚 Heute noch bis 17 Uhr
🎟 Eintritt frei, Spenden willkommen

Wir freuen uns auf euch!

Ein Blick hinter die Kulissen des Museum Sammlung Prinzhorn!Am Samstag, 10. Oktober 2026, von 11 bis 17 Uhr laden wir an...
09/10/2026

Ein Blick hinter die Kulissen des Museum Sammlung Prinzhorn!

Am Samstag, 10. Oktober 2026, von 11 bis 17 Uhr laden wir anlässlich der Woche der Seelischen Gesundheit und unseres 25-jährigen Jubiläums zum Tag der offenen Tür ein.

Entdeckt Bereiche, die Besucher:innen sonst meist verborgen bleiben: Führungen durch Depot, Graphisches Kabinett und Restaurierungswerkstatt, besondere Gespräche und Einblicke in unsere Jubiläumsausstellung „Alles Kunst?“ eröffnen neue Perspektiven auf die Sammlung und die Arbeit des Museums.

Das Programm:

🕚 11 & 13 Uhr
Führungen durch Depot, Graphisches Kabinett und Restaurierungswerkstatt mit Sammlungskuratorin Ingrid von Beyme (11 Uhr) und Archivarin Sarah Debatin (13 Uhr)
Dauer: ca. 45 Minuten
Anmeldung: [email protected]

🕛 12 Uhr
Gemeinsame Führung durch die Jubiläumsausstellung „Alles Kunst?“ mit Geschäftsführerin Claudia Paul und Benjamin Drechsel, Genesungsbegleiter mit Psychiatrie-Erfahrung

☕ 14–17 Uhr
Die Mitarbeiter*innen der Sammlung Prinzhorn laden zu Kaffee und Kuchen ins Museumscafé ein.

🕝 14.30 Uhr
Sammlungsarchivarin Sarah Debatin im Gespräch mit Philip Leipold über die Künstlerin Maria Puth und ihren Verlobten. Leipold hat die Geschichte seines Urgroßonkels erforscht, dessen tödlicher Unfall die psychische Krise Maria Puths auslöste.

🕞 15.30 Uhr
Gespräch mit der Bühnenbildnerin Erika Landertinger und der Kunsthistorikerin Claudia Schneebauer über ihre Rekonstruktionen der Puppe von Katharina Detzel und der Bodenarbeit von Marie Lieb für die Jubiläumsausstellung „Alles Kunst?“.

📍 Museum Sammlung Prinzhorn
🗓 Samstag, 10. Oktober 2026 | 11–17 Uhr
🎟 Eintritt frei, Spenden willkommen

Weitere Informationen zur Woche der Seelischen Gesundheit:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/ppf

Adresse

Heidelberg

Öffnungszeiten

Dienstag 11:00 - 17:00
Mittwoch 11:00 - 20:00
Donnerstag 11:00 - 17:00
Freitag 11:00 - 17:00
Samstag 11:00 - 17:00
Sonntag 11:00 - 17:00

Telefon

+496221564492

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