23/05/2025
Der neue Film mit Musik von Vladimir Genin!
DvsG
Musik: Vladimir Genin
Regie: Stefan Nacke / VideoHeadZ
Violine: Erik Maier
Schlagwerk: Paul Suttner
DvsG verbindet visuelle Kunst und zeitgenössische Musik zu einer poetischen, präzise komponierten Erzählung – einer Allegorie der schöpferischen Freiheit im Widerstand gegen den Mechanismus staatlicher Kontrolle. Inspiriert von der biblischen Geschichte von David und Goliath, verzichtet der Film auf eine wörtliche Nacherzählung und beleuchtet stattdessen einen tieferliegenden Konflikt: den Zusammenprall zwischen künstlerischer Lebendigkeit und autoritärer Starre.
Stefan Nacke hat eine Reihe international ausgezeichneter Filme geschaffen, die auf der Musik von Vladimir Genin basieren. Ihre Zusammenarbeit beruht auf einer außergewöhnlichen künstlerischen Symbiose, in der der Klang das Bild erzeugt. DvsG ist die radikalste Umsetzung dieses Prinzips.
In der biblischen Überlieferung sind Davids Gegner die Philister – ein Begriff, der seit dem 17. Jahrhundert für Engstirnigkeit und Kunstfeindlichkeit steht. Robert Schumann griff diese Metapher auf, als er die Davidsbündler ersann – ein symbolisches Bündnis von Künstlern gegen kulturelle Erstarrung und geistige Leere. Für ihn verkörperte König David – Dichter, Sänger, Prophet – den schöpferischen Geist, der sich nicht unterwirft. DvsG entstand unabhängig von Schumanns Denken, doch die Parallele ist unübersehbar: Kunst als beweglicher Widerstand gegen ein rigides System.
Diese Parallele wirkt heute besonders dringlich, da der Krieg gegen die Ukraine die kulturelle Identität in einen Akt des Widerstands verwandelt hat.
Die Handlung spielt in einer kargen, vom Wind gepeitschten Bucht am Rande der Wüste. David steigt aus dem Meer – nicht als Krieger, sondern als leuchtendes, zerbrechliches Wesen, inspiriert von der portugiesischen Galeere. Weitere farbintensive Gestalten folgen ihm an Land – stumm, tanzend, wie aus einer anderen Welt. Um sie herum: Bewegung, Licht, wechselnde Farben.
Dann erscheint Goliath – ein massiver, grauer Monolith. Er trägt keine sichtbaren Waffen, doch seine schiere Präsenz reicht aus, um Farbe, Form und Leben aus der Welt zu verdrängen.
David schlägt nicht zurück. Er antwortet mit Bewegung. Mit jedem Schritt hinterlässt er Spuren von Farbe auf dem fahlen Boden – fragil, aber unauslöschlich.
Die Musik von Vladimir Genin ist kein Begleitwerk, sondern Ursprung und Antrieb. Aus ihr entstehen Bild, Rhythmus und innerer Druck des Films. Live gespielt von Erik Maier (Violine) und Paul Suttner (Schlagwerk) – beide etwa im Alter des biblischen David – werden sie Teil des Geschehens. Die Musik vereint Struktur mit improvisatorischer Offenheit – unmittelbar, atmend, unberechenbar.
DvsG bewegt sich zwischen Musikvideo, Klangfilm und visueller Fantasie. Es erzählt vom Widerstand durch Form, vom Mut zu schaffen – und von der Entscheidung, niemals aufzuhören zu tanzen.
Länge: 13:32 Minuten
Produktionsland: Deutschland, 2025
Genres: Musikvideo, experimenteller Film, politische Allegorie
Themen: künstlerische Freiheit, Widerstand, Antifaschismus, Krieg und kulturelles Überleben, mythische Adaption, Natur und Freiheit
https://www.facebook.com/61576740922886/videos/1652407518812858