31/08/2026
Steffen K**k ist der erste Absolvent des Stipendienprogramms für den akademischen Nachwuchs mit Regionalbezug
Sich für die regionale Geschichts- und Kulturforschung einzusetzen, Vereinen und Forschenden eine publizistische Plattform zu bieten sowie wissenschaftliche Vorhaben zu unterstützen, zählt zu den Kernaufgaben der seit 2022 aktiven Emilie und Hans Stratmans-Stiftung im Haus Ingenray in Geldern-Pont. Seit Jahresbeginn fördert die Stiftung des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend e. V. gezielt Studierende, die sich in ihren Abschlussarbeiten (Bachelor, Master, Staatsexamen, Diplom oder Promotion) regionalbezogenen Themen aus Bereichen wie Geschichte, Kultur, Kunst, Sprache, Archäologie, Volkskunde oder Geographie widmen. Der räumliche Schwerpunkt liegt dabei auf dem Niederrhein, dem alten Herzogtum Geldern, den „Niederrheinlanden“ sowie dem heutigen Kreis Kleve.
Dieses durch einen privaten Mäzen ermöglichte ambitionierte Stipendienprogramm hat nun im Beisein der Akteure von Stiftung und Universität im Haus Ingenray Premiere gefeiert: Der erste Stipendiat, Steffen K**k aus Rees, hat an der Ruhr-Universität Bochum seine Masterarbeit zur Geschichte des Herzogtums Geldern mit dem Titel „Herzog von Gottes Gnaden? Das Verhältnis zwischen Fürsten und Landständen in den Niederrheinlanden – Ein Vergleich der Herzogtümer Geldern und Kleve (1492–1538)“ erfolgreich abgeschlossen. Betreut wurde er von Privatdozent Dr. Jens Lieven, dem ersten Tekath-Preisträger des Historischen Vereins (2006) und Mitglied der Niederrhein-Akademie an der Universität Duisburg-Essen.
„Die Einrichtung dieses privaten Stipendiums ist ein ausgesprochener Glücksfall und kann nicht hoch genug gewürdigt werden“, betonte Jens Lieven bei der Urkundenübergabe an Steffen K**k im Haus Ingenray. Es ermögliche nicht nur dem Einzelnen, sich ganz der Forschung zu widmen, sondern schaffe auch die Anbindung an einen außeruniversitären Lernort. Mit seinen Archivbeständen und Veranstaltungen bilde das Haus Ingenray eine wichtige Schnittstelle zur Vermittlung regionaler Inhalte an eine breite Öffentlichkeit und leiste daher einen wertvollen Beitrag, den Universitäten oft nicht leisten könnten und der durch Geschichtsvereine alleine kaum noch aufzufangen sei.
„Dass das Stipendium nach dem Wunsch des Mäzens unkompliziert und individuell auf die Bewerber zugeschnitten ist, verschafft den Forschenden Freiräume, die man in der Region sonst vergebens sucht“, ergänzt Stiftungsdirektor Dr. Matthias Schrör. „Die Förderdauer und die finanzielle Unterstützung werden flexibel auf den Einzelfall abgestimmt, und Bewerbungen sind jederzeit möglich. Ein Rückgriff auf die Archivbestände unseres Hauses ist wünschenswert, aber vom Thema abhängig und kein zwingendes Kriterium. Ebenso wenig ein eigener Wohnsitz oder ein familiärer Bezug zum Niederrhein.“
„Die Förderung und Bewahrung des Wissens über unsere Regionalgeschichte tut Not“, bekräftigt der Vorsitzende des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend, Gerd Halmanns. „Dieses Wissen wird nicht mehr wie früher automatisch über die Generationen weitergegeben und verlangt nach neuen Vermittlungsformen. Mit diesem Schritt hofft die Stiftung auf eine breite Resonanz, damit die regionale Geschichtsschreibung wieder mehr Gehör und Aktionsfelder findet.“
Dass das Programm auf fruchtbaren Boden fällt, zeigt der nächste Schritt: Mit Paula Bierschenk aus Issum, die in Bonn Geschichte studiert und eine Bachelorarbeit zu den Spanischen Niederlanden im 17. Jahrhundert anfertigt, konnte die Stiftung bereits nahtlos eine zweite Stipendiatin in die Förderung aufnehmen.
Interessierte können ihre Bewerbungen formlos an den Direktor der Stiftung, Dr. Matthias Schrör, richten ([email protected]), der auch für Rückfragen gerne zur Verfügung steht.
-geldern.de