08/09/2026
In dieser Serie wollen wir einzelne Bands hervorheben, die uns als Veranstalter besonders in Erinnerung geblieben sind. Da wir selbstverständlich nie schlechte Bands eingeladen haben ;), ist dies keine Rangliste oder gar Abwertung der nicht Erwähnten. Den Anfang macht eine Band mit einem wirklich bösen Namen: JACK SLATER.
Jack Slater gründeten sich 1995 in Bonn und gehörten in den 2000ern zu den eigenständigsten deutschen Death-Metal-Bands. Technisch anspruchsvoller, zunehmend komplexer Death Metal traf auf Groove, Blastbeats, abrupte Tempowechsel und eine ziemlich eigenwillige Vorliebe für deutsche Texte. Jack Slater konnten musikalisch hochkompliziert sein und gleichzeitig Songs „Hackfleischmann“, „Eisenwichser“ oder „Kinderfresser“ nennen – und erhielten durch ein rheinisches Boulevardblatt die Beschreibung „Bonns ekligste Band“.
Der eigentliche Durchbruch im Underground kam mit „Metzgore“ (2004). Die Titel geben einen ganz guten Eindruck; „Eisenwichser“, „Lynchmob“, „Metzgore“, „Für Elise“, „Kinderfresser III“, „Zerschmetterling“. Und sie blieben musikalisch nicht stehen. „Blut/Macht/Frei“ (2008) wurde noch experimenteller und enthielt mit „Narbe“ ein über 20 Minuten langes Stück samt Saxophon; „Extinction Aftermath“ (2010) führte die technische Seite der Band weiter und entstand in den polnischen Hertz Studios.
Hinter all dem Krach steckten ziemlich versierte Musiker: Gründungsgitarrist und Hauptsongwriter Alexander „Sobo“ Sobocinski hatte Jazzgitarre studiert. Nach Jack Slater schlug er entsprechend einen erstaunlichen Haken und ist heute mit der Marion & Sobo Band im Jazz-, Gypsy- und Weltmusikbereich unterwegs. Gitarrist Kevin Olasz spielte später unter anderem bei Deadborn, Maladie und Crone und landete schließlich bei Obscura; auch Mitglieder und Musiker aus dem Umfeld von Japanische Kampfhörspiele, Aardvarks, Deadborn und Excrementory Grindf**kers finden sich in der Geschichte von Jack Slater wieder.
Die Konzertbilder zeigen den Auftritt 2005 🍻
2011 war nach 16 Jahren Schluss. Rückblickend eigentlich erstaunlich früh, denn mit Extinction Aftermath hatten Jack Slater gerade eine ihrer musikalisch ambitioniertesten Platten veröffentlicht. Gebliebe